Hallo alle zusammen,
seit Tage lese ich hier mit und finde die angestoßene Diskussion insgesamt sehr interessant.
Ich möchte als langjähriger Sammler hier mal meine Erfahrungen einbringen ohne einen Sammler dabei auf die Füße zu treten.
Mineralien haben nicht nur einen gewissen Wert der ausgelotet werden kann, sondern Mineralien sind definitiv auch eine Wertanlage. Eine Wertanlage in dem Sinne, dass man auch von einer Wertentwicklung sprechen kann. Meine erste große Sammlung mit dem Thema Mineralien aus dem Ruhrkarbon und meine jetzige Sammlung mit dem Thema Wölsendorf sind versichert. Versichern kann ich nur einen Gegenstand wenn er einen Wert hat. Warum große Auktionshäuser sich dieses Themas nicht annnehmen ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel, aber wie oben schon erwähnt kann man Preise ausloten.
Zum Sammelgebiet:
Uwe hat mit seinem Beispiel Recht, dass z.B. chinesische Ware nicht die Entwicklung hat wenn überhaupt. Im allgemeinen kann man sagen, sobald von einem Fundort Massenware vorhanden ist reicht es nicht für eine Wertentwicklung. Ein typisches Beispiel ist Trepca. Früher habe ich mehrer Sammlungen aufgekauft, war Trepca dazwischen bin ich erst gar nicht hingefahren.
Die Tendenz geht also ganz klar in einer bestimmten Richtung und da gebe ich Uwe wieder Recht. Eine Wertentwicklung ist meist, nicht immer, bei klassischen Fundorten zu verzeichnen. Freiberg, Erzgebirge, Harz, Schwarzwald oder aus klassichen Fundorten Fluorit, Bleiglanz. Interesant ist das zu Betriebszeiten vieler Gruben die Preise für Stufen relativ hoch sind, schließen diese, bricht der Preis in vielen Fällen über Jahre Jahrzente ein. Ein typisches Beispiel sind Honigspatstufen aus dem Wölsendorfer Flußspatrevier. Von den Bergleuten wurden und werden noch immer relativ hohe Preise verlangt, die kaum noch einer bereit ist zu zahlen.
Die Wertentwicklung:
Eine Wertentwicklung kann ich nur dann erzielen wenn ich mir einen bestimmten Fundort vornehme, in meinem Fall das Wölsendorfer Flußspatrevier und mich in dieses Sammelgebiet systematisch einarbeite. Einarbeiten bedeutet das ich als Sammler in Erfahrung bringen muss was aus dem Fundort selten ist oder nicht. Skalenoederstufen oder rosa Fluoritstufen sind z.B. sehr bis extrem selten. Es gibt auch Honigspatausbildungen die extrem selten sind. Alles was in dieses System nicht reinpaßt, ob es selten ist, muss weiter auf Ausbildung geprüft werden, sprich Qualitätsstufe/Schaustufe ja oder nein. Der Rest und das gilt für alle klassischen Fundorte ist Müll. Ich sage das so krass weil wir hier über eine WERTentwicklung sprechen. Ich gehe z.B. davon aus, dass lediglich 1 - 2 Prozent der Wölsendorfer Stufenware nur eine Wertentwicklung hat mitmachen wird. Es gibt Fundorte da sieht das Verhältnis besser aus, Schwarzwald fällt mir da ein.
Der Markt:
Zu einem Markt zählen nicht die Leute denen sowieso alles immer zu teuer ist. Diese Tendenz ist im allgemeinen bei uns in Deutschland sehr weit vertreten. Eine Rhodochrositstufe von Grube Wolf aus dem Siegerland, ein klassischer Fundort, mit einer entsprechenden Ausbildung hat ihren Preis. Wenn ich diesen Preis nicht in Deutschland oder besser gesagt nicht in Europa erzielen kann, dann geht die Ware ins Ausland. Rhodochrositstufen mit einer entsprechenden Ausbildung sind mittlerweile extrem selten, genauso wie ein Ferrari von 1950. Bedeutet das ich mich als Verkäufer von den Mißmachern nicht verrückt machen lassen soll, denn wenn ich mich über "mein" Sammelgebiet informiert habe lass ich diese Leute locker im "Regen" stehen. Das Problem dabei ist, dass immer mehr deutsche Kulturgüter ins Ausland abwandern, diese Tendenz ist nicht nur bei Mineralien zu beobachten.