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Der richtige Zugang zum Hobby Mineraliensuche
Achim:
Hallo,
der Punkt drückt mich schon eine ganze Weile und gärt vor sich hin, ich will es versuchen in Worte zu fassen und zur Diskussion stellen.
Neben diesen für mich relativ neuen Hobby (gut 1 Jahr) betreibe ich vor allem visuelle Astronomie und Teleskopbau/Teleskopoptikherstellung. Bei diesen Hobbies ist ein wesentlicher Bestandteil das Teilen von Erfahrungen, der Rege Austausch mit gleichgesinnten und auch die Weitergabe von Tips und Anregungen. Hat man selber eine pfiffige Lösung für ein Problem gefunden wird diese gerne geteilt, man freut sich über Nachahmer (das würdigt ja auch die eigene Leistung) auch wenn das nachgebaute Teleskop dann vielleicht noch besser als das eigene geworden ist.
Mit der Mineralogie ist dies doch – meine Erfahrung – ganz anders. Die Weitergabe von Erfahrungen zur Mineraliensuche beschränkt sich meist auf Informationen über nunmehr erloschene Fundstellen, Sperrungen von Steinbrüchen …. Kurz – man erfährt was einem nun entgehen würde wenn man schon über die (gut gehüteten ?) Fundstellen Bescheid gewusst hätte. Insbesondere in den letzten Wochen habe ich diesen Eindruck gewonnen. Dies ist ernüchternd bis frustrierend. Anfragen ob man als Newbie mal bei jemanden Erfahrenen mitgehen kann verlaufen im Sande.
Nur im eigenen Saft schmoren, Bilder von tollen Stufen Posten und dann den Mantel der Verschwiegenheit über Fundstellen zu breiten wäre nicht mein Ding. Ich verstehe schon, dass man hier nicht so offen mit Details ‚hausieren geht‘, doch ist kann man zum Teil den Eindruck gewinnen, das ein elitärer Kreis eifersüchtig eigene Pfründe hütet und anderen nur den Mund wässrig macht.
Was kann / sollte ich (anders?) machen, um einen besseren Zugang zu finden?
Viele Grüße
Achim
p.s. Nicht das ein falscher Eindruck entsteht: hier im Forum habe ich tolle Unterstützung gefunden sowohl was die Mineralienbestimmung als auch Fundortzuordnungen betrifft. Ich würde nur sehr gerne selber finden, auch wenn es sich nur um Belegstücke oder 08/15-Stufen handeln würde.
p.p.s Sterne beobachten hat den großen Vorteil: die sind auch morgen noch da, selbst wenn von tausenden gleichzeitig beobachtet wird; die werden einem auch nicht geklaut.
Krizu:
Hallo Achim,
ich glaube das Problem liegt im Besitzverhältnis:
Beim Sammeln bist du in der Regel auf die "Gutmütigkeit" anderer Personen angewiesen, der Grundstückseigentümer oder sonstiger weisungsbefugter Personen der Lokalität.
Die kann aber ganz schnell in Agression umschlagen, wenn tausende an I-Net-Usern sich dort tummeln oder wenige rabiat vorgehen.
Daher kann ich auch verstehen, wenn sensible Fundstellen nicht breitgetreten werden oder nur per PN verteilt werden.
Ja, das sammeln wird weniger. Hagen-Donnerkuhle zu, Holzen zu, Blaue Halde gesperrt, Mendig zu, Rhodenhaus zu....
Dann bleibt nur da Knipsen.
Die Sterne gehören keinem auf der Erde... noch nicht... 8)
MFG
Frank
Grubenkumpel:
Hallo Achim.
Da ich selber erst vor kurzem wieder angefangen habe, selber Mineralien zu sammeln (und das in einer neuen, mir unbekannten, Region in Deutschland), kann ich deinen ersten Eindruck durchaus verstehen.
Ich habe selbst schon Fragen nach mehr Details zu bestimmten Fundregionen gestellt und bisher nicht viel Antwort bekommen, doch dies hat verschiedene Gründe.
Ich möchte mal versuchen aufzuzählen, welche Gründe es meiner Meinung nach hat, dass man nicht jede Information bekommt:
1. Hier im Forum sind Sammler aus ganz Deutschland vertreten, aber möglicherweise nur sehr wenige in deiner Region, die evtl. auch nicht immer online sind. Von daher musst du vielleicht nur ein wenig warten, bis die richtigen Personen online sind und deine Forenbeiträge dann auch noch zufällig lesen.
2. Es ist nicht unbedingt nötig, dass andere Sammler dir auf Anfrage Informationen über Fundstellen geben. Das Fundstellenlexikon ist sehr umfangreich und auch wenn hin und wieder einige Fundstellen nicht so genau im Lexikon beschrieben sind, so kann man die Fundstellen mit etwas eigener Recherche in Literatur und Internet, sowie Vor-Ort-Erkundung finden. Mir hilft beispielsweise bei der Vorbereitung zum Auffinden einer solchen Fundstelle GoogleMaps oder GoogleEarth ganz gut und vor Ort muss man meist einfach nur noch den Trampelpfaden der Sammler folgen oder Einwohner nach dem Weg fragen.
3. Vom Fossiliensammeln her kenne ich auch persönlich die Einstellung "älterer Hasen", welche ich unter bestimmten Umständen auch selber vertrete: Wenn man seine Fundstellen preis gibt, spricht sich dieses meist sehr schnell herum. Sollte es dann auch noch eine Fundstelle mit Raritäten sein, dauert es meist nicht lange, bis auch ein paar "schwarze Schafe" (evtl. noch im Auftrag von Kommerziell denkenden Personen handelnd) darauf aufmerksam werden, die dann bestimmte Verhaltensregeln missachten. Ist dies der Fall, geht es oft ganz schnell, dass der Zugang der Fundstellen für uns Sammler unmöglich gemacht wird, indem keine Betretungserlaubnis mehr erteilt wird und teils sogar mit hohen Strafen gedroht wird.
4. Aus dem in Punkt 3. genannten Szenario ergibt sich eine weitere denkbare Möglichkeit: es kommt öfter vor, dass Fundstellen, an denen noch aktiv abgebaut wird (und somit die Fundmöglichkeiten noch gut sind), bereits für Sammler gesperrt sind (sei es durch Verstöße einzelner weniger Sammler oder einfach nur, weil sich die Betreiber rechtlich ganz absichern möchten und den Aufwand scheuen, Sammlern den Zutritt zu gewähren). In so einem Fall würde wohl kaum ein Sammler öffentlich zu geben, dass er vielleicht doch gelegentlich "ausversehen" ein "Zutritt streng verboten!"-Schild übersieht und die Fundstelle betritt.
Natürlich tut dies keiner von uns ;)
5. Die einfachste Erklärung ist aber wohl diese: In den letzten Jahrzehnten sind tatsächlich viel mehr Fundstellen erloschen, als sich neue aufgetan haben. Dies ist zum Einen in dem zurückgehenden Bergbau zu erklären, aber auch durch die Modernisierung der Abbaumethoden oder einfach dem Zuwachsen der alten Halden und Steinbrüche.
Geomaxx:
Hi
meines Erachtens sollten die Internetportale als Informationsquelle über aktive, vielleicht nur wenige Tage bestehende Mineral- oder Fossilfundstellen nicht überbewertet werden. Solche Tips zu Fundmöglichkeiten bekommst Du nur von guten Kumpels, zu denen Du eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut hast. Haste mal einen "Geheimtipp" blöderweise zu freizügig im Internet beschrieben, schon kannst die Fundstelle vergessen: Leergesammelt, weggesprengt, zugemüllt, alles schon vorgekommen und hier im Forum ausgiebig zu bestaunen. Drum gibts denke ich von den meisten Kollegen hier sowas nur per PM, wenn überhaupt. In den Printmedien (LAPIS MinWelt etc) gibts solche Fundstellenbeschreibungen ja auch erst, nachdem der Steinbruch schon wieder begrünt sind, auf der Baugrube schon die Einfamilienhäuser prangen oder auf der Autobahn die Brummis wieder rollen.
Am besten ist immer noch, sich anhand von Geologische Kartenwerken die interessanten Bereiche herauszusuchen und generell alle Erd- und Aufschlussarbeiten in diesen Bereichen zu beobachten. Irgendwann trifft er auch Dich, der Superfundhammer
Glück Auf!
GEOMAXX
wilbi:
Hallo,
wenn man hauptsächlich in seinem Heimatgebiet sammeln will, ist man am besten in einer Sammelgruppe (VFMG oder anderem Verein aufgehoben). Dort werden Neufunde besprochen und auch die Fundstellen. Je länger man sich kennt, desto besser die Informationen über neue Fundstellen. Da kann man sich auch gut über gemeinsame Exkursionen absprechen. Ohne diese monatlichen Treffen hätte ich in den 40 Jahren schon meine Sammeltätigkeit eingestellt. Foren sind gut,aber persönliche TReffs besser und interessanter.
wilbi
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