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Der richtige Zugang zum Hobby Mineraliensuche

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Achim:
Hallo Schlacke,

ich werde versuchen deinen Hinweis mit ehem. Erzbergbau im Steigerwald aufzugreifen. Über ein Antiquariat habe ich eben ein Jahrbuch der Landkreises Kitzingen bestellt - ich hoffe dieses gibt brauchbare Hinweise. An sonsten wäre ich für jeglichen Tip / Literaturhinweis (oder gar Kopien) sehr dankbar.

Viele Grüße

Achim

Schlacke:

Hi,

hier noch ein Nachschlag: Gips- und Anhydritbergbau bei Iphofen/Steigerwald.
und:
Höllerl, H.: Die Steinhauerei im Steigerwald und Haßbergen, in: Die Industrie der Steine und Erden: Mitteilungsblatt der Steinbruchs  Berufsgenosenschaft, Jg. 91, Nr. 5, Hannover: 1981, S. 196-197

Glückauf!

Schlacke

Achim:

--- Zitat von: Achim am 27 Oct 11, 14:09 ---
ich werde versuchen deinen Hinweis mit ehem. Erzbergbau im Steigerwald aufzugreifen.


--- Ende Zitat ---

Hallo, ein Update hierzu (falls es interessiert). Das Buch habe ich nunmehr bekommen und studiert.  Mein Fazit: die Mineraliensuche ist leider nichts lohnenswertes zu erwarten, außer man ist an Toneisensteingeoden interessiert. Es gibt in der Region 3 Trichtergrubenfelder. Jede der  Anlagen umfasst hierbei mehrere Tausend Grablöcher. Es gibt bei zwe der Felder eindeutige Belege, dass auch Eisen verhüttet wurde. Eine Belege für eine eindeutige zeitliche Zuordung sind jedoch nicht vorhanden. Bei einer der Anlagen vermutete man die Latenezeit, konnte dies dann jedoch nicht erhärten.

In Iphofen wurde - jedoch nur für wenige Jahre - auch Tatsächlich Bergbau betrieben. 1568 erschien in dem Städtchen der Bergmeister Ulrich Stecher aus Marienberg in Sachsen und eröffnete dem Rat, dass eine im Vorjahr entnommene Steinprobe "in der Prob reichlich an Silber, Pley und anderem erzeigt" - gefunden wurde dann jedoch nichts kommerziell verwertbares.  Zu jener Zeit scheint es landauf/landab eine Bergbaueuphorie gegeben zu haben, die  in der Region des Steigerwalds jedoch keine verwertbaren Erze zu Tage gebracht hat.

Interessant (finde ich) nur fürs Sammeln eine Sackgasse.

Viele Grüße

Achim

triassammler:
Hallo Achim,

ich habe diesen Thread erst heute zur Kenntnis genommen. Einen von Dir geäußerten Kritikpunkt, zu dem bisher wenig gesagt wurde, möchte ich aufgreifen: 'Die Planung von gemeinsamen Touren mit erfahrenen Sammlern verläuft meist im Sande': Hierfür kann es viele Gründe geben, nicht alle müssen in der Unwilligkeit jener Leute, Fundstelleninformationen zu teilen, begründet sein.

Wer als Sammler aus welchen Gründen auch immer (eigene HP, häufige Präsenz/Wortmeldung in Foren, etc.) häufig in Erscheinung tritt, wird öfter von Anfängern angeschrieben, die um eine gemeinsame Sammeltour anfragen. Je nachdem, wie viel Zeit man selbst für das Hobby hat, wird man dem mehr oder weniger aufgeschlossen begegnen. Konkret ist es häufig so, dass man mit bestimmten Wünschen konfrontiert wird: Ein bestimmtes Fossil oder Mineral, ein bestimmter Aufschluss soll es sein, Fundgarantie sollte gegeben sein, der Arbeitsaufwand sollte in einem bestimmten Rahmen liegen, usw. Wenn das nicht in den eigenen Sammlungsschwerpunkt passt oder diese Wünsche einfach nicht realisierbar sind, wird es mit der Tour nichts werden. Oder die notwendigen Aufschlussbedingungen bestehen zur Zeit nicht und man muss den Termin auf unbestimmte Zeit vertagen. Gerade die Aufschlüsse, die konstant und ohne schwere Arbeit garantiert Funde liefern und damit den verständlichen Wunsch eines Anfängers, nicht mit leeren Händen nach Hause zu gehen, bedienen, sind für alteingesessene Sammler oft ziemlich uninteressant, weil sie bereits seit langer Zeit über reichlich Belege von dort verfügen. Man möchte nach Möglichkeit seine Zeit darauf verwenden, selbst neue Entdeckungen zu machen.

Ziemlich häufig bekomme ich Anfragen von Leuten, die in Holzmaden oder generell an der Schwäbischen Alb sammeln möchten. Speziell im Sommer könnte ich fast jedes Wochenende eine Tour für jemanden auf die Beine stellen zu den klassischen Fundstellen der Alb, die sich derjenige aber auch mühelos aus dem Internet ziehen und selbstständig anfahren könnte. Nur interessiert mich die Thematik kaum, ich möchte meinem Hobby lieber andernorts nachgehen. Dafür müssen die Anfragenden einfach Verständnis haben. Als langjähriger Sammler kommt einem im Lauf der Zeit einfach der Enthusiasmus abhanden, jede Anfrage in der Minute des Eintreffens ausführlich zu beantworten und allen Wünschen des Fragenden voll zu entsprechen. Als Sammler betreibt man ein Hobby - eine Freizeitbeschäftigung zur eigenen Freude - und es existiert weder ein rechtlicher noch ein moralischer Anspruch Dritter darauf, dass man seine eigene Freizeit zu ihrem Vergnügen oder Gewinn aufwenden muss.

Zuletzt bleibt noch die Frage des "Rücklaufs": Was habe ich selbst davon, Neulinge durch die Aufschlüsse zu führen? Idealerweise erhält man im Gegenzug ebenfalls Fundstelleninformationen und ähnliches, wenn sich der Neuling weiter umtut und an Erfahrung gewinnt. Im besten Fall entwickelt sich daraus ein konstanter gegenseitiger Wissensaustausch. Leider ist das häufig nicht der Fall - viele Neulinge beschränken sich auch langfristig nur auf altbekannte und von der halben Sammlerwelt frequentierte "Massenaufschlüsse", die man selbst bereits zu Genüge kennt. Auch kommt es auf die Mentalität des Neulings an: Erwartet er von der Führung eines "alten Hasen" Fundgarantie, oder ist er realistisch genug, auch Misserfolge hinzunehmen und trotzdem weiter geduldig am Ball zu bleiben? Stänkert ein Neuling im Anschluss an eine Tour, dass seine Wünsche nicht im vollen Maß erfüllt wurden, war das garantiert die erste und letzte gemeinsame Unternehmung. Meiner Erfahrung nach verläuft sich ohnehin mindestens die Hälfte der "Erstkontakte" mit Neulingen nach der ersten gemeinsamen Tour im Sande, und zwar von deren Seite ausgehend, nämlich wenn die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Entweder verlieren sie das Interesse am Hobby ("ich dachte, das sei einfacher") oder sie machen sich auf die Suche nach einem anderen Guide, der hoffentlich höhere Fundchancen zu bieten hat.

Von Vorteil ist es auch, wenn man sich vorher schon mal irgendwo getroffen hat und feststellt, dass man menschlich miteinander kann. Immerhin muss man auf einer Tour ja stundenlang miteinander klarkommen und auch im Anschluss weiter einen gedeihlichen Kontakt halten. Es gab Leute, da habe ich den ganzen Tag nur das Ende der Tour herbeigesehnt und war an einem darüber hinaus gehenden weiteren Kontakt absolut nicht interessiert...

Das soll keine Generalisierung sein, im Gegenteil trete ich dafür ein, den Einzelfall zu beachten. Es kommt darauf an, dass sich bei Anfragen die beiden richtigen Personen begegnen: Das Interesse des Neulings sollte mit dem Sammlungsschwerpunkt des "alten Hasen" zusammenfallen. Dann klappt es auch mit gemeinsamen Touren.

Gruß,
Rainer

Kluftknacker:
Hallo,
da habe ich aber ganz andere Erfahrungen gemacht:
Die "alteingesessenen" Sammler sind einfach nur "alt", deren Keller ist voll. Sie sind satt und führen ab einem gewissen Alter keine Exkursionen mehr durch. Da ist keine Motivation zu erkennen, auch jüngeren an das Thema heranzuführen oder zu einer Fundstelle hinzuführen. Und: Das kann man denen auch nicht zum Vorwurf machen. Ausnahmen sind möglich, aber selten.

Kluftknacker

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