Gesteine / Rocks / Rocas > Geschiebe / Glacial erratic

Pyroklastit?

(1/1)

Sprotte:
Hallo alle miteinander,

dieses kleine Geschiebe (Bildbreite: jeweils 4,5 cm; Fundort: bei Grevesmühlen, Mecklenburg; die Aufnahmen zeigen zwei unterschiedliche Seiten des Geschiebes - jeweils mit partiellem Anschliff) hatte ich zwar auch schon in ein anderes Forum gestellt. Aber vielleicht kann hier jemand zur Aufkärung von Herkunft (Oslo-Graben ???) und Gesteinsart beitragen.

Ich persönlich würde es als ein Ignimbrit ansprechen wollen, zumal es jeweils zu einem Drittel aus angeschmolzenen Gesteinsbruchstücken, dunkelbraun-schlieriger, glasartiger Gesteinsschmelze sowie grüngrauer, feinkörniger Grundmasse besteht. Sowohl in der Gesteinschmelze als auch in der Grundmasse befinden sich einzelne Feldspatkristalle und glasartig wirkende Quarzkristalle. Es ist ausgesprochen hart und daher auch kaum angewittert.

Viele Grüße
Sprotte

Jörg:
Hallo Sprotte,

die Ansprache als pyroklastisches Gestein, bzw. Ignimbrit sehe ich genau so. Bei der Herkunft wird es schwierig. Zum Teil kommen ähnliche Ignimbrite zwar aus der Oslo-Region im Geschiebe vor, diese unterscheiden sich aber so dermaßen von einander, dass ich mir eine eindeutige Zuordnung bei dem Stück nicht zutraue. Allerdings kenne ich etliche ähnliche Gesteine aus der Gegend, die Deinem schon sehr ähneln (geht fast ein wenig in Richtung Agglomeratlava). Auch im Bordvika-Porphyr sind die Einsprenglinge eckig ausgeprägt. Könnte also passen.

Glück Auf!
Jörg

Sprotte:
Hallo Jörg,

ja es stimmt, es gibt aus der Oslo-Region sehr viele unterschiedliche pyroklastische Gesteine, von denen leider wohl nur der Bordvika-Ignimbrit (bzw. Drammen-Ignimbrit) bzw. Gesteine, die Einschlüsse von Rhomben-Porphyr o.ä. enthalten, im Geschiebe eindeutig zu identifizieren sind.

Viele Grüße
Sprotte

Sprotte:
Guten Abend,

ich stelle heute dieses Geschiebe vor, bei dem ich nicht sicher bin, ob es gar ein Impaktit ist, oder doch nur (wieder) ein Pyroklastit (Bildbreite der Makroaufnahme: 5 cm; Fundort: Nordwestmecklenburg bei Grevesmühlen). Ein Teil des Geschiebes besteht aus einer Art sehr feinkörnigem Tuff (Grundmasse) mit mm großen klaren Quarz- bzw. Glas-Körnern und weißen Feldspatkristallen sowie schwarzen, obsidianartigen Glaseinschlüssen und ein Teil aus schlierig verschmolzenem Gesteinsbrei mit zum Teil stark zerfelderten weißen Feldspäten.

Viele Grüße
Sprotte

Jörg:
Hallo Ralf,

mal ganz ganz vorsichtig formuliert: "Könnte sogar passen", aber wirklich nur  unter Vorbehalt. Was dafür spricht wären die weiß-schwarzen Vermengungen, die an Diaplektisches Glas erinnern, wie es in Impaktiten vorkommt. Du beschreibst die Grundmasse als "feinkörnigen Tuff", Impaktite weisen oft auch eine poröse Grundmasse auf. Auch die Texturen könnten dafür sprechen. Das schließt allerdings nicht aus, das nicht doch eine vulkanische Genese mit tektonischer Zerreißung des Ursprungsgesteins vorliegt
Sehr interessant!
Hoffe mal, dass sich noch Impaktit-Profis zu Wort melden; bis sehr gespannt!

Glück Auf!
Jörg

Nachtrag @ Sprotte:
Eröffne für ein neues Gestein besser ein eigenes Thema, sonst könntest Du Gefahr laufen, dass es nicht angeklickt wird, da geglaubt werden kann, dass das bestehende zum zigsten Mal durchgekaut wird.

Navigation

[0] Themen-Index

Zur normalen Ansicht wechseln