Gesteine / Rocks / Rocas > Geschiebe / Glacial erratic
Kleines Weihnachtsrätsel
Jörg:
@ Günter:
--- Zitat ---Der Steinbruch liegt wohl zu weit von Oslo weg
--- Ende Zitat ---
Habe nur gesagt "in der Oslo-Region". Westlich davon ist richtig.
Glück Auf!
Jörg
guefz:
Hmmm,
die geologische Landkarte bei ngu.no gibt leider keine genaueren Angaben her. Porphyr gibt es da einerseits in der Umgebung von Drammen, dann rund um den Glitre-See und auch ein großer Bereich am Ostufer des Holsfjorden (Tyrifjorden). Ist eines dieser Gebiete die Quelle deines Steins?
Günter
Jörg:
Hallo zusammen,
auf den Karten der NGU wird man speziell nichts darüber finden. Dann löse ich mal auf: Akerit-Porphyr :D
OK, das war ein wenig hinterhältig. Mit "Akerit" wird ein Gestein, von Brögger 1890 eingeführt, bezeichnet. Dort ist allgemein von "quarzführendem Natronsyenit" die Rede. Später wurde eine Unterteilung "in Larviktakerit und Essexitakerit" durchgeführt (TRÖGER, Nr. 782, Seite 311 im Nachdruck von 1969). In "Die Eruptivgesteine des Kristianagebietes" schreibt Brögger später von "... Augiliyenit (Akerit)".
Der oben gezeigte Akerit-Porphyr ist jedoch ein anderes als das von Brögger beschriebene Gestein. Es ist ein Akerit führender Porphyr (Akerit ist das deutsche Synonym für Spinell). Und der " Black Princes Ruby" ist ein schwarzer Spinell in der britischen Krone.
Das Anstehende befindet sich in der Bærum Caldera, ca. 15 km NW Oslo gelegen. Der von Brögger beschriebene Akerit steht ca. 15 km weiter südöstlich in der Nähe von Skådalen an. Da die Akerit-(Spinell)-Einsprenglinge mit bloßem Auge kaum sichtbar sind und nur Accessorien darstellen, lässt sich das Gestein leicht mit einem Gustafs-Porphyr aus Dalarna verwechseln. - Sprotte war hier am dichtesten dran - Die Akerite stellen Paragenesen mit Quarz aufgrund granulitfazieller Hochtemperaturmetamorphose (allerdings als unsicheres Zeichen) dar, und finden sich in Alkaligesteinen, was für dieses Gestein mit einem Gesamtquarzgehalt unter 10% zutrifft. Daneben finden sich Alkalifeldspäte (leider ähnlich eckig wie beim Gustafs-Porphyr). Auch die Matrix ähnelt in ihrer Feinkörnigkeit einem Gustaf, ist im Gegensatz zu diesem jedoch komplett homogen durchgefärbt (so zeimlich das einzige sichtbare Erkennungsmerkmal).
Wer also an einen Gustafs-Porphyr gedacht hat, war im Prinzip sehr dicht dran.
Das Rätsel hat zwar niemand gelöst (allerdings muss ich zugeben, dass dieses Gestein in Deutschland fast unbekannt ist), am dichtesten dran war: Sprotte
Ich möchte mich bei Euch für`s Mitmachen bedanken! :)
Die besten Grüsse, einen guten Rutsch und viele Funde im neuen Jahr!
Jörg
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