Hallo Hans,
Frohes Weihnachtsfest!!!
Serpentin entsteht aus Olivin durch Metasomatose (Metamorphose mit Stoffzufuhr), bei niedrigen bis mittleren Temperaturen unter Wasserzufuhr. Bei der Subduktion der ozeanischen Platten (die nur ca. 8 km mächtig sind) entstehen tiefreichende Spalten und Risse, durch die Wasser in den unterliegenden obersten (festen) ERdmantel eindringt. Dabei wird sowohl der Basalt der Ozeankruste der abtauchenden Platte als auch der Mantel intensiv umgewandelt. Der obere Erdmantel besteht v.a. aus Olivin (neben Plagioklas/Spinell, Enstatit und Chromdiopsid). Dieser Olivin wirde dabei in Serpentin umgewandelt. Dieser dient als Schmiermittel, auf dem die abtauchende Platte gleitet.
Bei der Auffaltung von Gebirgen infolge Kollision zweier Erdplatten kann es dazu kommen, dass Spähne von Mantelmaterial in die Kruste eingeschuppt werden. Das passierte auch in den Alpen, wo man Serpentinite, Granat- und Spinellperidotite sowie Eklogite, Blauschiefer und andere Hochdruckgesteine aus Erdtiefen bis über 100 km finden kann.
Serpentin ist eine Mineralgruppe. Dazu gehören Lizardit, Chrysotil und Antigorit. Die Bestimmung der einzelnen Bestandteile erfordert oft analytische Methoden (XRD oder Elektronenmikroskopie). Der Chemismus ist derselbe, die Anordnung der Schichten eine andere. Das kann man sich wie Wellpappe vorstellen. Beim Chrysotil ist die Wellpappe wie eine Tapetenrolle aufgerollt, wodurch eine Faser entsteht. Beim Antigorit sind kurze, gebogene Abschnitte der Wellpappe mit abwechselnd nach oben und nach unten gerichteten Zacken zu Platten angeordnet. Dadurch entstehen Plättchen.
Das Problem ist, dass man im Handstück selten eine genaue Unterscheidung treffen kann, wenn man nicht Fasern oder Plättchen sieht. So erscheinen dichte Serpentinite aus dem Schwarzwald meist auf den ersten Blick als Lizardit, in Wahrheit handelt es sich aber um Verwachsungen von Chrysotil und Antigorit.
Glück Auf!
Smoeller