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Frage zum Thema Stratigrafie und Fossilienablagerung

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Krizu:

--- Zitat von: dschenson am 04 Feb 12, 12:19 ---Ich hätte noch eine Idee bezüglich Artenreichtum bei relativer Individuuenarmut: könnte man vielleicht auch davon ausgehen, dass die eine Schicht mit Artenreichtum bei relativer Individuuenarmut, stratigrafisch in die Perm-Trias-Grenze einzuordnen wäre?

--- Ende Zitat ---

Das meinte ich. Wenn eine Schicht an einer Stelle Fossi-arm ist, muss kein globales Artensterben vorliegen.

Frank

triassammler:
Hallo,

@Krizu: Es ging ja nicht um generelle Fossilienarmut in einer Schicht, sondern um das - IMHO schon sehr als Spezialfall herausgegriffene - Beispiel für einen "Artenreichtum bei relativer Individuuenarmut".


--- Zitat von: dschenson am 04 Feb 12, 12:19 ---Ich hätte noch eine Idee bezüglich Artenreichtum bei relativer Individuuenarmut: könnte man vielleicht auch davon ausgehen, dass die eine Schicht mit Artenreichtum bei relativer Individuuenarmut, stratigrafisch in die Perm-Trias-Grenze einzuordnen wäre? 90% der Lebewesen sterben aus und wenige überleben.
--- Ende Zitat ---

Mitnichten. Es ist mal wieder alles deutlich komplizierter als es zunächst scheint.
1. Ein Artensterben reduziert nicht nur die Individuenzahl, sondern, wie der Name schon sagt, dadurch vor allem die Artenzahl. Es ist ja nicht so, dass auf einer Fläche X 100 Individuen von 10 verschiedenen Arten herumstanden, 90 von ihnen tot umfielen und sich dann von jeder Art 1 Individuum in die Trias hinüberrettete. Vielmehr fielen von 9 Arte ???n jeweils 10 Individuen um und 10 Individuen einer einzigen Art blieben übrig. Die Untertrias ist global sehr artenarm.
2. Zumal man sich das endpermische Massensterben (die Bezeichnung gibt schon einen Hinweis darauf, dass es sich nicht um ein urplötzliches Ereignis exakt an der P/T-Grenze handelt!) als langsamen, über Jahrhunderttausende fortschreitenden Prozess vorstellen muss, der allmählich die Arten, die mit den sich verschlechternden Umweltbedingungen nicht zurecht kamen, nach und nach zum Aussterben brachte. Mal hier eine Art, dort später eine weitere, usw.
Die Individuen der wenigen Arten, die übrig blieben, konnten sich ohne Konkurrenten in ihren Ökonischen gut vermehren. Man muss also zu Beginn der Trias von einer Artenarmut bei gleichzeitigem Individuenreichtum sprechen - genau das Gegenteil von dem, was Du im Sinn hast.

"Artenreichtum bei relativer Individuuenarmut" in einem Lebensraum ist ein Szenario, das biologischen Grundsätzen widerspricht. Im fossilen Beleg muss man deswegen nach taphonomischen (http://de.wikipedia.org/wiki/Fossilisationslehre) oder gesteinsdiagenetischen Gründen dafür suchen, nicht nach biologischen.

Gruß,
Rainer

PS: Ich finde diese Diskussion sehr interessant!  :D

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