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Autor Thema: Mineralbestimmung Micromuntstufe,Grube Ludwig/Adlerbachtal.  (Gelesen 3144 mal)

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Offline Detti21

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GlückAuf!
Vielleicht könnt Ihr mir behilflich sein, beim Bestimmen nachfolgender Micromountstufe (s.h.Bild).
Es handelt sich um eine kürzlich erworbene Stufe von der Grube Ludwig/mitll.Schwarzwald.
Das Mineral sitzt auf einer Quarzmatrix und zeigt unter der Lupe kräftigen metallischen Glanz.
Im Voraus Danke für die Hilfe.
Gruss Detti21

                               Image-2_2012-02-11_Atlas_11                                                                                                       

Offline smoeller

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Hallo,

Leider taugt das Bild überhaupt nicht zur Bestimmung.

Ist das Mineral nadelig oder tafelig? Spaltbarkeit? Farbe?

Im Wesentlichen kommen Antimonit, Boulangerit und Zinkenit in Frage, bei blättriger Ausbildung auch Semseyit. Das sind die bei weitem häufigsten Erzmineralien in der Grube Ludwig. Eine genaue Bestimmung von Bleispießglanzen (Boulangerit/Zinkenit/Semseyit/Plagionit) und Antimonit ist in der Regel bei Proben aus dem Schwarzwald allein unter dem Mikroskop nicht möglich. Nur bei dickeren Antimoniten macht sich mitunter eine Streifung senkrecht zur Längsachse bemerkbar, in selteneren Fällen auch Zerknitterungen und Verbiegungen der Kristalle. Das sieht man bei den feinen Kristallen vom Adlersbachtal eher nicht. Eine Bestimmung ist v.a. mit Röntgenmethoden (XRD) oder quantitativer Analytik (es kommt auf das Verhältnis Blei zu Antimon zu Schwefel an) erfolgreich. Oder Erzmikroskopie (Polarisationsmikroskop und Erfahrung nötig). Ganz feine haarförmige grauschwarze Kristalle in Drusen sind in der Regel Boulangerit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Detti21

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Hallo,

Leider taugt das Bild überhaupt nicht zur Bestimmung.

Ist das Mineral nadelig oder tafelig? Spaltbarkeit? Farbe?

Im Wesentlichen kommen Antimonit, Boulangerit und Zinkenit in Frage, bei blättriger Ausbildung auch Semseyit. Das sind die bei weitem häufigsten Erzmineralien in der Grube Ludwig. Eine genaue Bestimmung von Bleispießglanzen (Boulangerit/Zinkenit/Semseyit/Plagionit) und Antimonit ist in der Regel bei Proben aus dem Schwarzwald allein unter dem Mikroskop nicht möglich. Nur bei dickeren Antimoniten macht sich mitunter eine Streifung senkrecht zur Längsachse bemerkbar, in selteneren Fällen auch Zerknitterungen und Verbiegungen der Kristalle. Das sieht man bei den feinen Kristallen vom Adlersbachtal eher nicht. Eine Bestimmung ist v.a. mit Röntgenmethoden (XRD) oder quantitativer Analytik (es kommt auf das Verhältnis Blei zu Antimon zu Schwefel an) erfolgreich. Oder Erzmikroskopie (Polarisationsmikroskop und Erfahrung nötig). Ganz feine haarförmige grauschwarze Kristalle in Drusen sind in der Regel Boulangerit.

Glück Auf!
Smoeller
Nachfolgend noch drei Bilder von Stufen aus der Grube Ludwig.
Wie sind diese Bilder nach Qualität und Aussage zu bewerten bzw. was muß geändert werden?
Für enine Antwort wäre ich dankbar.
GlückAuf!
Detti21
Image-2_2012-02-11_Atlas_11
Image-2_2012-02-11_Atlas_12
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« Letzte Änderung: 20 Feb 12, 22:23 von Detti21 »

Offline smoeller

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Hallo,

Das 3. ist mit ziemlicher Sicherheit eisenarmer Sphalerit (Zinkblende), das 2. wohl auch (wenn es durchscheinend ist und einen hohen Diamantartigen Glanz zeigt).


Das 1. kann man leider nicht klar genug erkennen. Ist auch etwas schwierig. Bin auch gerade an so einem blättrigen Mineral dran. Könnte stark mit Limonit verwachsener Muskovit (Sericit) sein oder aber Arseniosiderit, oder auch ein blättriges Eisenhydroxid. Von denen sind jedoch nur Muskovit und Limonit von der Fundstelle bekannt, aber das will nichts heißen.Selbst als Experte für Schwarzwaldmineralien bin ich mir manchmal nicht sicher, was vorliegt, ohne Analyse lässt sich da dann häufig nichts machen.

Glück Auf!
Sebastian

Offline Detti21

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GlückAuf!
Danke für die Aussage die ist schon sehr hielfreich ist. Wie beurteilst du die Qualität meiner Bilder, und was sollte man verändern? Nachfolgend stelle ich nochmals 3 Bilder von Stufen aus der Grube Ludwig ein, vielleicht
kannst du dazu noch etwas sagen.
Danke für die Unterstützung!
GlückAuf!
Detti21
Image-1_2012-02-25_02M
Image-1_2012-02-23M
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« Letzte Änderung: 27 Feb 12, 00:54 von Detti21 »

Offline smoeller

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Hallo,

Leider sind die Bilder alle ziemlich unscharf. Das ist ein großes Problem in der Mikrofotografie, das im Allgemeinen nur durch eine fest mittels adapter mit dem Mikroskop verbundene Kamera (mit ausreichender Auflösung und Weißabgleich) und Mehrebenen-Fotografie gelöst werden kann. Das geht nicht mit einer Ausrüstung unter mehreren hundert Euro.

Die neuen Bilder sind leider nicht sehr gut zur Bestimmung geeignet. Was aber auch an der Materie liegt. Es handelt sich um verschiedene sekundäre (Blei-)Antimon-Minerale. Gelbe bzw. gelbbraune erdige Krusten sind häufig Stibiconit oder Bindheimit (heute Oxyplumboroméit). weiße Krusten und weiße perlglänzende winzige Nädelchen können (aber müssen nicht) Valentinit sein. Umwandlungen nadeliger Antimonminerale (Boulangerit, Zinkenit, Antimonit) in diese blassgelben erdigen Minerale (Antimonocker) sind häufig.

Glück Auf!
Smoeller

 

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[erledigte Bestimmungen / completed determinations] Re: Koslenz ??? / FO nicht zuordenbar von Bruno80090 07 Feb 26, 18:29