Hallo,
da ja sonst niemand zu wollen scheint, werd´ ich mal... Wäre auch schade, wenn diese schöne Veranstaltung ohne positives Feedback an dieser Stelle bliebe.
Zunächst etwas allgemeines zur Organisation und zum "Drumherum" der Sommertagung. Wer die Lausitzer Bezirksgruppe und insbesondere Wilfrid Sauer kennt, der weiß, da wird nichts dem Zufall überlassen. Es ist sicher nicht despektierlich, wenn man behauptet, dass es bisweilen in der VFMG etwas chaotisch und nicht immer ohne Zwistigkeiten abgeht. Davon war heuer nun wirklich gar nichts zu spüren: gute Stimmung allenthalben.
Gleich im Hotelfoyer war eine schöne kleine Ausstellung von Lausitzer Mineralien präsentiert, die auf die kommenden Exkursionen einstimmte. Begeistert haben mich hier ein Rauchquarz-Gwindel und ein knapp 4 cm großer Fluoritkristall aus den Königshainer Bergen. Vom Einchecken bis zu den Essenmarken war alles straff durchorganisiert, so dass schon am ersten Abend alle Teilnehmer satt und gut versorgt den Begrüßungsworten und ersten Vorträgen lauschen konnten.
Zu den Exkursionen: ich persönlich habe die Aufschlüsse Klunst bei Ebersbach, Sohland, die Kiesgruben Lauta-Dorf und Ottendorf-Okrilla sowie den Steinbruch Oßling besucht. Klunst und die Kiesgruben konnte ich unter dem Vermerk "mal dagewesen" einordnen. Wie sagte jemand so schön? Trotz bester Organisation - Fundgarantie gibt´s nicht! Immerhin soll in der Klunst an jenem Tag eine größere Turmalinsonne gefunden worden sein.
In Sohland konnte jeder etwas mitnehmen. Es waren recht viele Reicherzstücke zu finden, die kaum Nebengestein enthielten. Grüne Nimit/Chrysokoll-Krusten hatte es auch reichlich. Beliebt war ein waschmaschinengroßes Trumm aus verbackenem, kleinstückigem Haldenmaterial, welches kleine Gips xx enthielt. Daran taten sich gleich mehrere Kollegen gütlich. Der Oßlinger Bruch bot auch für jeden etwas. Tags zuvor hatte die andere Gruppe schon gute Vorarbeit geleistet, so dass große Wacken aus dem Zinkblendegang auf der 4.Sohle "handlich" herumlagen. Hier konnte man Gangstücke mit Sphalerit und Galenit mitnehmen, wie man sie eher in Bad Grund vermuten würde. Einige schöne Allanitstufen wurden auch gefunden, ich selbst habe mir einen cm-großen Chalkopyrit-Tetraeder mitgenommen und zuhause unter´m Mikroskop kamen auf Galenit-Spaltflächen noch farblose, glasglänzende xx zum Vorschein, die sehr nach dem hier seltenen Anglesit aussehen. In einer anderen Schüttung hatte es typische Oßling-Minerale wie Anatas xx, Albit xx, Titanit xx, Bergkristall xx, Monazit xx und Chlorit xx. Hier dürfte auch niemand ohne etwas gegangen sein. Wenn doch, hatte Exkursionsleiter Dieter Schwarz mehrere Kisten mit typischem Material zum Verschenken bereit. In diesen Kisten fanden sich auch Quarz-Perimorphosen nach Calcit-Skalenoedern. Hübsche Stücke aus einem älteren Fund.
Auch am Pansberg bei Horscha wurde noch Variscit gefunden, die Gruppe, die am Gemeindeberg bei Steinölsa war, brachte Hornstein-Konglomerate und Quarzspitzen mit.
Für die weniger erfolgreichen waren jeden Abend Stände aufgebaut, an denen Mitglieder der Lausitzer Bezirksgruppe überwiegend regionale Minerale anboten, zu wirklich sammlerfreundlichen Preisen. Eine breite Palette an Oßling-Mineralien erfreute sich regen Zuspruchs, ebenso die Quarzkristalle von Caminau. Hier konnte ich noch zwei Vivianite von dort ergattern (wovon mir der eine dann ein großes Bier einbrachte, fairer Tausch, wie ich finde), auch sehr selten zu finden. An einem Abend wurden große Rauchquarze aus den Königshainer Bergen angeboten. Alte Funde aus den 1920er Jahren, leider nicht ganz unbeschädigt, zumeist matt und auch nicht mehr gar so günstig. Aber immerhin etwas interessantes zum Anschauen.
Aber das beste an der Sommertagung ist ohnehin das schon genannte "Drumherum". Denn, seien wir ehrlich, wer fährt zu so einer Veranstaltung ausschließlich zum Sammeln und erwartet jeden Tag Super-Funde? Interessante Vorträge, das Kennenlernen von Sammlerfreunden aus der ganzen Republik, Fachsimpeln und launige Gespräche beim Bier, das ist es, was meiner Ansicht nach bei solch einer Sommertagung zählt.
Nachexkursionen führten zum Achatesammeln nach Schlottwitz und zu einer Befahrung eines Kupferschieferbergwerkes im polnischen Lubin. Besonders letzteres war wohl ein ziemliches Abenteuer - nicht zuletzt wegen der frühen Abfahrtszeit der Busse dorthin. Die Bekanntgabe der Uhrzeit (2.30 Uhr) sorgte für Aufstöhnen bei den Teilnehmern und manche Frotzelei bei jenen, die nicht mitfuhren. Mit zwei Mann spärlich besetzt war eine "Kurzexkursion" zu der ausgelegten Kupferschieferbohrung 133/09 in Spremberg. Eine seltene Gelegenheit, über 1 km Bohrkern komplett ausgelegt zu betrachten und sich kompetent erläutern zu lassen, die ich gern genutzt habe.
Mein Dank geht hiermit noch einmal an alle, die am Gelingen der Sommertagung mitgewirkt haben. Ihr habt vielen Menschen einige wunderschöne Tage geboten! Viel besser kann man so was nicht durchführen!
Gruß
Andreas