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Autor Thema: Granitgneis  (Gelesen 6782 mal)

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Offline Philip Blümner

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Granitgneis
« Antwort #1 am: 13 Mar 12, 20:52 »
Hallo,
sind Granitgneis und Gneisgranit dasselbe? Wenn Gneis eine Metamorphose von Granit darstellt, dann geht das nicht andersherum, oder? Oder ist es wie beim sandigen Lehm und lehmigen Sand?

Vielleicht liege ich auch daneben, ich kenne mich mit den Gesteinen nur wenig aus.

Gruß Philip

Offline Jochen1Knochen

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Re: Granitgneis
« Antwort #2 am: 13 Mar 12, 21:22 »
Hallo!
Das kann man nicht so einfach umdrehen.Das zählt unter Orthogneis:
Granitgneis
Quarzdioritgneis
Granodioritgneis
Syenitgneis
Dazu kommen Unterarten welche aus granitischen und granitähnlichen Gesteinen entstanden sind-(sog.Granitoide)
Und sandiger Lehm bleibt Lehm mit einem gewissen Prozentanteil Sand.
Und lehmiger Sand bleibt....        ;)
Gruß Jens

Offline Philip Blümner

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Re: Granitgneis
« Antwort #3 am: 13 Mar 12, 21:40 »
Grüß dich,
und was ist dann Gneisgranit?

Sandiger Lehm ist Lehm mit einem hohen Sandanteil
Lehmiger Sand ist Sand mit einem hohen Lehmanteil  :D

Offline Jochen1Knochen

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Re: Granitgneis
« Antwort #4 am: 13 Mar 12, 22:10 »
Hi!
Da stellt sich mir die Frage,wo du den Begriff Gneisgranit aufgegabelt hast :o
Und wer da schmeißt mit Lehm-der sollte sich was schäm!
Gruß Jens

Offline Philip Blümner

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Re: Granitgneis
« Antwort #5 am: 13 Mar 12, 23:49 »
hier: http://www.mindat.org/loc-10667.html

Ist aber vielleicht auch ein Übersetzungsfehler.
Ich sehe gerade, dass wir ihn auch hier haben:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rock=Loftahammar-Gneisgranit

Gruß Philip

Offline Erik

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Re: Granitgneis
« Antwort #6 am: 14 Mar 12, 00:47 »
Hallo Philip,

damit ist das dasselbe gemeint und soll wohl einen Granit mit metamorphem (Gneis-) Gefüge - also nix anderes als einen Granitgneis - bezeichnen. Ist aber keine offizielle geologische Nomenklatur und wird, soweit ich das sehe und wenn überhaupt, auch nur bei Geschieben verwendet? Macht noch dazu nicht wirklich Sinn, da bei Gesteinen das Edukt logischerweise am Anfang stehen sollte..

gruß, Erik

Offline Jochen1Knochen

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Re: Granitgneis
« Antwort #7 am: 14 Mar 12, 06:48 »
Hallo!
Im deutschen sind das zusammengesetzte Namenswörter.Da gehört das bestimmende Namenswort ans Ende.
Man sagt Toilettendeckel und nicht Deckeltoilette.
oder auch Fluoritbergbau und nicht Bergbaufluorit.
Gruß Jens

Offline Jörg

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Re: Granitgneis
« Antwort #8 am: 14 Mar 12, 09:14 »
Hallo,

in der Petrographie wird ein Gneis mit dem Edukt Granit als Orthogneis bezeichnet, ein Gneis mit dem Edukt Sedimentit als Paragneis. Das sind Termini. Wurde ja bereits geschrieben.
Der Begriff Loftahammer-Gneisgranit ist der int. gültige Eigennahme für das Gestein, s. Zandstra 1988: S. 318.
Der Begriff Gneisgranit wird heute nicht mehr groß verwendet, ist aber bei alten, vorhandenen Namensgebungen für ein Gestein bindend.
Die gültige und korrekte Bezeichnung lautet: Loftahammar-Gneisgranit. Steht schon richtig drin, da das Gestein unter diesem Namen als Leitgeschiebe int. geführt wird.

Wäre es jetzt kein benanntes Leitgeschiebe, wäre der Begriff Orthogneis angebracht.

Glück Auf!
Jörg


Offline Jörg

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Re: Granitgneis
« Antwort #9 am: 14 Mar 12, 17:20 »
Nachtrag:

Hallo,

Zitat
Macht noch dazu nicht wirklich Sinn, da bei Gesteinen das Edukt logischerweise am Anfang stehen sollte..
Stimmt. Doch in der Geschiebekunde gilt, das am Anfang eines Gesteins, welches ein Leitgeschiebe ist, oft ein Formationsname steht. Wurde je nach Entdecker/Erstbeschreiber leider recht unterschiedlich gehandhabt. Früher wurden oft Formationsnamen gewählt. Der Trend geht heute eher in Richtung das Edukt voran zu stellen.

Glück Auf!
Jörg

Offline Jochen1Knochen

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Re: Granitgneis
« Antwort #10 am: 14 Mar 12, 21:03 »
Hallo!
Auch die Geschiebekunde sollte sich an die Gesteinsarten halten,welche vorhanden sind.Betrachtet man sich dann Fotos im Internet werden dann Kontaktzonen in denen der Granitgneis in andere Gesteine übergeht als Gneisgranit bezeichnet,weil einfach mehr Ähnlichkeit zum Granit vorhanden ist.Kann ich mir nicht vorstellen,daß das korrekt sein sollte ::)
Gruß Jens

Offline Jörg

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Re: Granitgneis
« Antwort #11 am: 15 Mar 12, 10:30 »
Hallo,

Zitat
Auch die Geschiebekunde sollte sich an die Gesteinsarten halten, welche vorhanden sind.
Tut sie doch. Sie betrachtet den Loftahammar-Gneisgranit explizit als Orthogneis.
Doch der Name steht bereits als Terminus.
Würde man sich jetzt an eine Umbenennung der alten Namen machen, würde das ein heilloses Durcheinander bedeuten, da diese Namen international bekannt und anerkannt sind, und sich in div. wissenschaftlicher Lit. finden. Hier auch bei Uni Bremen:
http://www.geosammlung.uni-bremen.de/sammlung/schwerpu/geschiebe2.php3

Auch denke ich, das ist meine Meinung, warum sollte man die beschriebenen Gesteine auf biegen und brechen überhaupt umbenennen? "Wir" wissen doch, dass z. B. der Loftahammar-Gneisgranit ein Orthogestein ist, und als solches wird er ja auch behandelt. Auch die Geschiebekunde hält sich an korrekte wissenschaftliche  Vorgehensweisen  ;)

Die Crux findet sich in vielen wiss. Disziplinen, so auch der Medizin. Manche Krankheiten wurden früher nach dem Entdecker (z. B. Basedow) benannt  = Morbus Basedow, andere nach der Pathophysiologie (Multiple Sklerose) = mehrere Sklerosierungen. Früher wurde bei pathologischen Begriffen sehr häufig auf das Altgriechische zurück gegriffen, weil es damals der Trend war, heute werden auch lateinische Ausdrücke benutzt. Aktuell geht der Trend hin zu englischen Krankheitsbezeichnungen.
Die Namensgebung, sei es nun bei Krankheiten oder Geschieben, oder ..., unterliegt einem zeitgenössischen Gedanken, der sich im Lauf der Zeit wandelt, und auch weiter wandeln wird.
Warum sollte man unbedingt an alten Traditionen kratzen? Ich denke, dass wenn die alten Namen so beibehalten werden, es auch mit Respekt dem Erstbeschreiber gegenüber zu tun hat.
Soweit meine Meinung.

Glück Auf!
Der-der-weiss-dass-der-Loftahammar-Gneisgranit-ein-Orthogestein-ist   :D
Jörg

« Letzte Änderung: 15 Mar 12, 10:43 von Jörg »

 

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