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radioaktive Strahlung
Josef 84,55:
Hallo Jule,
wie lange stehst Du den 30-40cm vor allen Deinen uranhaltigen Stücken?
Rechne es mal mit realistischen Abständen und Zeiten durch, nur so kannst Du die tatsächliche effektive Dosis abschätzen.
Ich denke nicht, dass diese im Vergleich mit der gesamten natürlichen effektiven Dosis ins Gewicht fällt. Von dieser kannst Du mit Deinen Stahlenmessgeräten nur die terrestrische effektive Dosis (im mittel 0,4 mSv/Jahr) und die kosmische Strahlung (0,3 mSv/Jahr auf Meereshöhe) messen. Für den größten Teil, der auch noch die größte Schwankungsbreite hat, nämlich dem Radon, brauchst Du spezielle Messtechnik (im Mittel ca. 1,1 mSv/Jahr) und die über die Nahrung (ca. 0,3 mSv/Jahr) aufgenommen Radionuklide kannst Du auch nicht messen.
Roadrunner hat schon die wichtigsten Punkte im Bezug auf Mineralien genant. Die starken Stücke nicht im Aufenthaltsbereich lagern, Kontamination so gut wie's geht vermeiden und Lüften weil auch ein kleiner Teil des Radons aus den Stücken entweichen kann.
Grüße Josef
PS. den Gammascout würde ich nicht als Profigerät bezeichnen.
vandendrieschen:
--- Zitat von: Josef 84,55 am 10 Jul 21, 13:18 ---Hallo Jule,
wie lange stehst Du den 30-40cm vor allen Deinen uranhaltigen Stücken?
--- Ende Zitat ---
Die stehen normalerweise auf dem Regal in Augenhöhe über meinem Sideboard. Und da geh ich immer dran vorbei wenn ich aus der Stube gehe oder in die Küche. (Das ist der Bereich wo normalereweise ein Fernseher steht bei normalen Leuten ;) ) bzw steht nicht weit davon weg sogar mein Sofa.
--- Zitat von: Josef 84,55 am 10 Jul 21, 13:18 ---Rechne es mal mit realistischen Abständen und Zeiten durch, nur so kannst Du die tatsächliche effektive Dosis abschätzen.
--- Ende Zitat ---
Mach ich gerade.
Muss die Tabelle noch aufbereiten. Ich kann schon sagen, in 3 Minuten hat sich der Dosismeter eine Kumulation von 5,71 µSv/h gemerkt bei einer Regaltiefe von von genau 40 cm. ( 0,00571 mSV/h). Gezählt werden die Impulse pro Minute und in µSv/h hochgerechnet.
Da die Mineralien in Dosen sind, ist Radon vernachlässigbar, außer ich öffne mal die Dose. (wie nah darf man da eigentlich ran gehen wegen Alphapartikel? Da habe ich mir auch nie einen Kopf gemacht, wenn ich die unters Mikroskop lege).
pseudonym:
.... und wie gefährlich ist das öffnen der Dosen im Vergleich zum Radonbad ? ;D
Roadrunner:
Hallo Jule,
um die Alphas brauchst Du Dir keine Sorgen machen wenn Du Deine Stufen betrachtest. Die werden bereits komplett von einem dünnen Papier abgeschirmt, da ist dein Mikroskop quasi wie ein Kastorbehälter ;D
Alphas haben eine sehr geringe Reichweite aber große Energie, da es ja Protonen mit verhältnismäßig großer Masse sind. Die sind nur dann gefährlich, wenn Du die Partikel welche Alphastrahlung absondern, einatmest oder sonstwie in Deinen Körper bekommst. Denn da wirken sie direkt im Gewebe ionisierend und den Rest kannst Du Dir denken. Außerhalb des Körpers wird Alphastrahlung komplett abgeschirmt oder kommt gar nicht erst soweit.
Betas sind Elektronen, welche viel kleiner sind und damit auch eine geringere Masse und daher auch eine größere Reichweite haben. Da sie kleiner sind haben sie auch geringere Wechselwirkung mit der Umgebung. Diese dringen zwar in unsere Haut ein, aber die Wirkung ist bei den natürlichen Dosen sehr gering.
Anders im AKW wie bei Tschernobyl da waren die Strahlendosen, hier natürlich nicht nur Alpha Beta und Gamma, sondern auch Neutronenstrahlung so was von unnatürlich hoch, das die Arbeiter unter anderem quasi einen Sonnenbrand bekamen von der Strahlung dort, ganz abgesehen von den anderen Spätfolgen der Strahlenkrankheit bis hin zum qualvollem Tod!
Diese extremen Dosen bekommen wir bei unserem Hobby aber zum Glück nicht mal ansatzweise ab, daher alles gut!
Gammas sind Photonen welche sehr klein sind und daher die größte Reichweite haben, aber auch die geringste Wechselwirkung mit der Umgebung aufweisen. Hier braucht man schon extreme Dosen, um eine Wirkung im Körper zu erwirken. Gammas lassen sich schlecht komplett abschirmen. Das Risiko steigt sozusagen mit der Dosis. Man muss auch immer bedenken, das die natürliche Strahlung unserer Mineralien immer aus einem Mix der drei Strahlungsarten besteht.
Solange Du dafür sorgst, das keine Partikel (Thema Uranglimmer!) in Deinen Körper gelangen und Du nicht gerade Stundenlang mit den Stücken hantierst, ist alles gut.
Ich glaube mich zu erinnern, das irgendwo hier im Atlas eine Handlungsempfehlung zum Umgang mit strahlenden Mineralien existiert.
Bis dann
Gruß
Roadrunner
Roadrunner:
Ich stell mir die Strahlungsarten immer wie Geschosse vor. Alphas sind quasi große Steine mit Wumms aber geringer Reichweite. Bei Betas werden die Geschosse kleiner, sind daher schneller und fliegen weiter und Gammas sind ultraschnell haben aber kaum Gewicht, daher die große Reichweite.
Das ganze dann in Vorstellung im Atomarem Raum wo die Atome und Moleküle in der Umgebung dicht gepackt sind, dann wird einem klar das Alphas nicht weit kommen aber auf ihrem Weg Schaden anrichten.
Betas kommen schon weiter, richten aber weniger Schaden an und Gammas fliegen viel weiter und richten kaum Schaden an. Jetzt erhöhe ich die Anzahl der Strahlungsteilchen und mit Fantasie hab ich auch mit Alphas Totalschaden, mit Betas etwas Schaden und mit Gammas kaum erkennbare Schäden.
Soweit verständlich hoffe ich ;D
Bis dann
Roadrunner
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