Hallo Markus, natürlich ist es der Glaube, solange nichts wissenschaftlich festgestellt wurde. Mit der Homoöpathie ist es doch ähnlich. Ein Tropfen im Bodensee des Urstoffes, na ja. Obwohl heutzutage mehr auch studierte Ärzte dieses Wort in ihren Schildern führen.
Mit dem Glauben ist es sowas hin. Den lieben Gott hat auch noch keiner gesehen oder nachgewiesen und trotzdem glauben Abermillionen Leute daran. Sind die alle doof?
Hallo Willi
Naja, streng genommen sind sie nicht doof, sondern eher "geisteskrank". Letztlich ist der Glaube (das Wort implementiert automatisch Unwissenheit) an ein wie auch immer übergeordnetets Wesen (oder mehrere davon) nichts anderes als eine Wahnvorstellung. Hat man Angst vor diesem(n) Wesen, ist es vielleicht sogar eine Paranoia.
Als Mensch muss man sich eingestehen, das man nicht auf alle Dinge und Begebenheiten eine erschöpfende Antwort bekommt. Ich kann voll und ganz verstehen, wenn Menschen vor z.B. 2000 Jahren einen Meteoritenfall für ein göttliches Omen gehalten haben. Sie wussten nichts vom Kosmos oder den Steinchen, die da so rumflitzen. Nur hat sich in den letzten 2000 Jahren, besonders in den letzten 100 Jahren, unser Wissen von der Erde und dem Universum, kurz der Welt, dermaßen verändert, das praktisch alle ehemaligen Glauben ad absurdum gelegt werden können. Es ist daher als eher unwahrscheinlich anzusehen, das nun plötzlich ein zunächst unerklärlich anmutendes Phänomen doch von einem übergeordeneten Wesen oder einer unbekannten Macht gesteuert wird. Das ist wie der krampfhafte Versuch, Gott vor den Urknall zu verschieben: Gott sitzt nicht im Himmel, da turnen wir ja nun schon rum. Gott ist auch nicht im Weltall, man kann ihn nirgends sehen, also verschieben wir ihn "hinter" das Weltall oder "vor" den Urknall. Gut, gewonnen, die Wissenschaft wird niemals die Existens eines solchen Gottes wiederlegen können - aber man wird sie auch nie beweisen können. Hinzu kommt, das er keinerlei Einfluss auf uns nehmen kann, da er außerhalb unserer Naturgesetzte existiert. Die Annahme wird somit obsolet. Worauf will ich hinaus: Man muss sich vorsehen, nur weil man etwas nicht ad hoc verseht, sofort irgendwelche "künstliche" oder gar metaphysischen Erklärungen heran zu ziehen. Das mag einem vielleicht auf den ersten Gedanken befremdlich und vielleicht auch erschreckend erscheinen, nur, wie ist es denn: Ob wir uns nun eingestehen, das wir es nicht wissen oder ob wir irgendeine tolle Erklärung zusammenbauen, die aber letztlich hinten und vorne nicht richtig ist, kommt letztlich auf das Selbe hinaus - nur im ersten Falle sind wir wenigstens ehrlich zu uns selbst.
Also, nichts vormachen lassen, selber den Kopf benutzen und nicht alles "glauben", was man gesagt bekommt. Das gilt natürlich auch für das, was in wissenschaftlichen Büchern seht. Wie sagte es Ernst Stuhlinger vortrefflich: "Der Weg zum Glauben ist leicht und kurz, der Weg zum Wissen beschwerlich und lang !".
Übrigens ist das mit dem "Glauben" auch in der Wissenschaft sehr verbreitet, hier heist es aber Theorie. Und der große Unterschied zum Glauben ist der, das eine Theorie entsprechend neuen Erkenntnissen permanent verändert wird, oder gar verworfen werden muss. Der Glauben ist in sich unfehlbar und starr. Schon allein deshalb ist mir jeder Glaube suspekt. Und natürlich wird er irgendwann von der Zeit überhohlt...
Tja, und wie ist das nun mit der vermeintlichen Heilwirkung von Steinen. Nun, wie Stefan es schon ausgedrückt hat: Man kann messen. Inzwischen kann man schon allerlei elektromagnetische Strahlung und Partikelstrahlung messen. Sogar Neutrinos kann man erfassen, wenn auch mit imensem Aufwand und geringer Ausbeute. Und heute kann man mit sicherheit sagen, das keinerlei positive Strahlung von Steinen ausgeht, die hätte man gemessen und das wäre auch veröffentlicht worden. Und woher wissen (nicht glauben !!!) wir, das wir richtig messen ? Weil jeder Wissenschaftler, eigentlich sogar jeder x-beliebige Mensch diese Messungen wiederhohlen kann, den Versuchsaufbau verändern kann und wie man es auch dreht und wendet, man kommt immer zu dem selben Ergebnissen. Und wenn man auf verschiedenen Wegen immer zur selben Erkentniss kommt, kann man diese Erkenntnis Wissen nennen. Auch dieses Wissen ist zwar letztlich nicht unfehlbar - eine Restunsicherheit wird es immer geben - aber man ist schon sehr nahe an dem dran, was man "Die Wahrheit" nennen kann.