Arbeitsmittel / Means for work > Schneiden, Spalten, Schleifen, Polieren / Cutting, Grinding, Polishing

Schleifmaschine mit 30cm Teller

(1/1)

ducku:
Hallo !

Ich habe mir nun den Traum einer eigenen (horizontalen) Schleifmaschine mit 30cm Teller verwirklicht. Da mich das ganze Projekt gut 1 Jahre gekostet hat, wollte ich euch über meine Erfahrungen berichten:

Ausgangslage: So wenig wie möglich ausgeben. Guter Schlosser in der Familie. Viele Ideen, wenig Plan :-)
Der Wunsch: Grosse und stabile horizontale Schleifmaschine mit 30cm Teller.

Die einzelnen Komponenten der Maschine: Eine alte tschechische Glasschleifmaschine (Direktantrieb) mit 2.2kW Motor und 1400U/min, Eine 30x30x2 cm dicke Stahlplatte. Ein Tropf aus dem Krankenhaus, passender Flansch am Motor, Holz und Kleinzeugs

Kosten: Maschine gebraucht (geschätzte 40 Jahre alt) 130Euro, Stahlplatte gratis vom Schrott, Tropf gratis, Holz gratis 

Auflagen: Diamant beschichtete Schleifscheiben (ohne Mittelloch) von www.steinschleifmaschinen.at. Aber man kann natürlich auch mit SiC arbeiten, was deutlich günstiger ist. Ich wollte aber was "unkompliziertes" haben und war auch bereit mehr auszugeben. Immerhin soll das ganze ja auch viele viele Jahre halten.

Ursprünglich wollte ich mit einem selbstgebautem Stahl-Rahmen und Motor selber eine Maschine bauen. Das habe ich aber dann verworfen, da ich handwerklich nicht so gut bin. Alternativ war was gebrauchtes angesagt. Erste Idee ... Töpferscheibe. Die waren mir aber zu teuer und mechnisch nicht auf 1400U/min ausgelegt. Folglich habe ich mich im Profisektor umgeschaut - bei den Glasschleifern in Tschechien - und bin fündig geworden.

Die Maschine habe ich in Tschechinen suchen lassen. Das hat mich 2 Päckchen Kaffee gekostet und in etwa 6 Monate Wartezeit. Selbst in der Glasschleifregion (Usti nad labem) sind solche Maschinen rar, da sie sehr lange halten. Aber wenn man in den Orten nachfragt und Zeit mitbringt, findet man Maschinen. Die Leute sind normalerweise sehr freundlich und können oft auch deutsch.

Die Stahlplatte habe ich mir von einem Verwandten auf 29cm Durchmesser drehen lassen. Da der Teller gut 10kg hat, ist das kein leichtes Unterfangen. Das muss auf 1/10mm passen, sonst tanzt die Maschine Samba. Das hat ingesammt 3 Anläufe gebraucht, da der Teller unwuchtig war. Im Endeffekt wurde Flansch+Teller gleichzeitig gedreht. Dann wurden Löcher in die Platte gebohrt und mit dem Flansch verbunden. Den Rest (Schleifronden und Magnetmatte) habe ich im Internet bestellt. Zum Schluss habe ich die Maschine noch mit Hammerschlaglack verschönert und einen Spritzschutz angebaut. Der Tropf hängt an einem alten aufgeschnittenem Scheibenwischwasserbehälter und wurde mit Heisskleber dicht gemacht. Der Wasserschlauch lässt sich mit einem Bürolampengestell positionieren.

Mit der jetzigen Ausrüstung kann ich problemlos bis zum Spiegelglanz schleifen. Pro Scheibe brauche ich nicht mehr als 20sek. Einziger Nachteil ist das hohes Gewicht des Drehtellers. Der braucht schon mal 1-2 Minuten bis er still steht. Die Schleifscheiben "kleben" per Magnetmatte auf dem Teller. Dabei kann man sich schon mal die Fingerkuppen einqutschen. Um das Problem zu lösen habe ich eine Hebevorrichtung aus Holz gebaut.

In Zukunft kommt noch ein Frequenzumrichter ran, um die Umdrehungszahl zu regulieren. Der kostet aber mehr als die ganze Maschine :-)

Alles im Allem hat mich das Teil (ohne Schleifscheiben) 160Euro gekostet.

lg
Ducku

Jörg:
Hallo Ducku,

super gemacht. Sieht sehr robust aus!

Glück Auf!
Jörg

pseudonym:
Gute Arbeit !

Navigation

[0] Themen-Index

Zur normalen Ansicht wechseln