Gesteine / Rocks / Rocas > Geschiebe / Glacial erratic
Mikrosphärolithischer Quarzporphyr (Geschiebe)
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Sprotte:
Hallo,
makroskopisch macht dieses Geschiebe nicht viel her, aber mikroskopisch ist es um so interessanter.
Viele Grüße
Sprotte (Ralf)
Abmessungen 4,5x3x2.5 cm3
Fundort: Kreis Nordwestmecklenburg
Beschreibung: In der hell-ockergelben, sehr feinkörnigen feldspat- und quarzreichen Grundmasse mit einigen nadelförmigen Kristallen dunkler Minerale wenige etwa 0,5–2 mm große isomorphe Quarz- und Feldspatkristalle, einige etwa 0,5 mm große Butzen dunkler Minerale und zahlreiche etwa 0,5 mm große helle Mikrosphärolithe. Die Sphärolithe sind strahlig bis konzentrisch-strahlig aufgebaut mit i. Allg. einem rosafarbenen Kern und einem weißen Saum. Die klaren, 4–6 kantigen Quarzkristalle und die rosafarbenen, rechteckigen, Einschlüsse dunkler Minerale aufweisenden Feldspatkristalle (wohl Kalifeldspat), weisen nur selten Anzeichen magmatischer Korrosion auf.
Jörg:
Hallo Ralf,
stammt wohl aus dem Oslo-Rift.
2 Möglichkeiten: Entweder ein Sörkedal-Sphärolith-Porphyr:
http://www.vendsysselstenklub.dk/strandstensgallerier/Norge/album/Oslofeltet/porfyrer%20(ikke%20rhombeporfyrer)/Syenitporfyrer/index.html
oder ein Gestein, was von unseren dänischen Sammelfreunden als Porfyrisker pisolytter bezeichnet wird: http://www.vendsysselstenklub.dk/strandstensgallerier/Norge/album/Oslofeltet/porfyrer%20(ikke%20rhombeporfyrer)/Porfyriske%20pisolitter/index.html
Nachtrag
Gerade der "Pisolitter" tritt im Anstehenden in recht verschiedenen Varianten auf.
Wird gerne mal mit dem Ragunda-Sphärolith-Porphyr verwechselt ;)
Beste Grüsse und Glück Auf!
Jörg
felsenmammut:
Gkück Auf!
Der Beschreibung auf der dänischen Internetseite geht die Bildung dieser Gesteine in die Richtung akkretionärer Lapilli, wobei Lapilli hier dann wohl schon zu groß ist.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
Jörg:
Hallo Felsenmammut,
das würde ich nicht unbedingt unterschreiben wollen.
Bei einigen der kleinen Gebilde sind deutlich radialfaserige Strukturen zu erkennen, was für Sphärolithe spricht.
Vermutlich gehen sie eher in Richtung Kristallisationskeime.
Echte Lapilli weisen m. E. keine radialsymmetirischen Strukturen auf.
Glück Auf!
Jörg
Sprotte:
Hallo Jörg,
Viele Dank für den Hinweis. In der Tat ähnelt mein Stück dem abgebildeten Sörkedal-Sphärolith-Porphyr in auffallender Art und Weise (sieht man einmal von der wohl nicht unbedingt bestimmungsrelevanten Färbung ab). Allerdings gebe ich zu bedenken, dass Geschiebe aus dem Oslo-Rift in meinem Sammelgebiet in Nordwestmecklenburg recht rar sind; das trifft selbst auf die in Nordjütland so häufigen Rhombenporphyre zu.
Während in der geschiebekundlichen Bestimmungsliteratur (und auch auf den Homepages, die sich mit Geschieben beschäftigten) ein optimistisches Bild zur grundsätzlichen Eignung von Sphärolith-Porphyren als Leitgeschiebe gezeichnet wird, vertritt Matthias Bräunlich eine dazu kontroverse Meinung. Aus diesem Grund habe ich das Geschiebe (vorerst) neutral als "Mikrosphärolithischen Quarzporphyr" bezeichnet.
Viele Grüße
Ralf (Sprotte)
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