Gesteine / Rocks / Rocas > Geschiebe / Glacial erratic

Ultramafit (Geschiebe)

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Jörg:
Hallo Ralf,

ein Ultramafit könnte ganz gut passen. Es gibt neben dem leicht grünlichen Alnöit auch eine recht dunkle Variante.
Auch die sonstigen, beschriebenen Gemengeanteile passen.
Würde das Gestein auch der Richtung E Sundsvall (Insel Alnön und Umgebung) zuordnen wollen.
Die sonstigen schwedischen Gesteine weichen doch deutlich von Deinem Fund ab.
Als einziger Unsicherheitsfaktor bleibt noch das Fengebiet (wie bei meinem Fund).

Beste Grüsse und Glück Auf!
Jörg

Sprotte:
Hallo Smoeller,

an die Option eines Kumulatgesteins hatte ich noch nicht gedacht - vielen Dank für den Hinweis. Kann dadurch auch der doch recht hohe Granatgehalt erklärt werden?

Viele Grüße
Ralf (Sprotte)

Sprotte:
Hallo Jörg,

Harry von Eckermann beschreibt in seiner Monografie [1] zum Alnö-Komplex in einem der Kapitel (Seite 56 – 64) hauptsächlich Jacupirangite und Pyroxenite, erwähnt jedoch eher nebenbei ebenfalls Peridotite, von denen er auch zwei Aufnahmen von Dünnschnitten vorlegt. Diese Peridotite bestehen aus "Titanomagnetit ..., überwiegend serpentiniertem Olivin und strohgelbem Biotit" (Phlogopit?). Zum Granatgehalt werden zwar keine Angaben gemacht, jedoch enthalten die assoziierten Jacupirangite und Pyroxenite oftmals Melanit. Obwohl Melanit bekanntlich dunkelrot bis schwarz gefärbt ist, ist aufgrund der doch teils sehr kleinen Granat-Kristalle in dem Geschiebe Melanit nicht von vorn herein auszuschließen.

Viele Grüße
Sprotte

[1] Harry von Eckermann: The Alkaline District of Alnö Island. Sveriges geologiska undersokning, Avhandlingar och uppsatser, Serie Ca, No. 36, Stockholm 1948.

smoeller:
Hallo,

Melanit möchte ich bei den abgebildeten Granaten ausschließen. Ich habe hunderte verschiedener Proben aus dem Kaiserstuhl gesammelt und darin Granate beobachtet. Die typischen Melanite, die im Gestein eingeschlossen vorkommen, sind schwarzbraun bis schwarz gefärbt, auch in kleinsten Körnern. Etwa so wie Titanaugite. Hellere, tw. durchaus gelbraune Kristalle treten nur auf jüngeren Kluftflächen auf, nur ein einziges Mal konnte ich bisher tatsächlich röotlichbraune Kristalle auf einer solchen Kluftfläche finden. Diese helleren Kristalle sind eindeutig nicht mehr dem Melanit (oder sogar Schorlomit) zuzurechnen, sondern allenfalls schwach Ti-haltige Andradite.

Die hier abgebildeten Granate würde ich anhand der Farbe (auch wenn das nur ein bedingter Anhaltspunkt ist), als Pyrop identifizieren, ein Mineral, das durchaus auch aus Kumulatgesteinen bekannt ist. So gibt es Granat-Pyroxenite, habe mal welche am Rubinberg in Sachsen gefunden, da war die Farbe der Granate schon sehr ähnlich.

Glück Auf!
Smoeller

Sprotte:
Hallo Smoeller,

ich war mir persönlich auch recht unsicher wegen des Melanits; daher auch die recht vorsichtige Formulierung. In der Tat könnte es sich wohl um Pyrop handeln. Allerdings war ich von der möglicherweise in dieser Absolutheit falschen Annahme geleitet, dass Granatführung (d.h. Pyrop) in Peridotiten auf deren Erdmantelherkunft hinweist (wozu aber im vorliegenden Fall der hohe Magnetit-Gehalt nicht passen würde). Es wird sich dann doch sicher um ein Kumulatgestein handeln (magnetitreicher Glimmer-Granatperidotit) [1], dessen Herkunft leider unklar bleiben muss (wie bei den allermeisten Geschieben).

Viele Grüße
Sprotte

[1] Als Indiz für ein Kumulatgestein kann auch die Ausrichtung der Glimmerkristalle parallel zum Nebengestein gelten (ich hatte anfangs einen Subvulkanit prädestiniert mit Ausrichtung der Glimmerkristalle infolge des Magmafließens). Bei der langsamen (schwerkraftgetriebenen) Sedimentation plättchenförmiger Kristalle (und anderer Objekte) orientieren sich diese plus/minus senkrecht zur Richtung der Sedimentation.

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