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Autor Thema: Asbest-Mineral - gefährlich?  (Gelesen 36210 mal)

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Offline mike892

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Asbest-Mineral - gefährlich?
« am: 15 Aug 12, 12:53 »
Hallo

Ich bin neu hier im Forum und habe eine dringende Frage.
Wir waren vor kurzem im Nationalpark Hohe Tauern (Österreich) und haben an einer bekannten Smaragd-Fundstelle nach Mineralien gesucht. Mein kleiner Bruder kam plötzlich mit einem "haarigen Stein" daher, und zeigte ihn mir stolz. Ich nahm den Stein in die Hand und plötzlich fiel mir ein: Das könnte Asbest sein!
Mein Bruder nahm den Stein wieder und legte ihn in seinen Rucksack.
Als ich ihm erklärte, was Asbest ist, bekam er natürlich Panik. Zu Hause recherchierte ich ein wenig im Internet und fand heraus, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Chrysotil handelt.
Der Stein hat eine schieferartige, leicht grünliche Basis, und die obere Schichte ist weich wie Stoff, mit langen, borstigen "Haaren", die aber nicht aufstehen sondern horizontal liegen.

Jetzt sind wir natürlich verunischert. Mein Bruder klagt über Reizhusten, aber ich glaube eher, dass er sich das einbildet.
Haben wir es hier mit Asbest zu tun?
Wie gefährlich war dieser Kontakt?
Was ist mit den Gegenständen (z.B. Kleidung, Rucksack), mit denen der Stein in Berührung kam?
Reicht Händewaschen, nachdem man den Stein berührt hat?

Bitte um fundierte Meinungen. Es nutzt mir wenig, wenn jemand sagt, er habe einen solchen Stein auch berührt und es sei nichts passiert. Die Folgen spürt man schließlich erst nach 30 Jahren!

Außerdem: Die Fundstelle ist ziemlich bekannt. Eigentlich wäre es ja meldepflichtig, dass dort Asbestmineralien herumliegen. Immerhin spielen und schürfen dort ja auch kleine Kinder und wer weiß, ob die so etwas nicht in den Mund nehmen. Ich finde so etwas fahrlässig. Es ist zwar keine offiziell betriebene Fundstelle, aber die nächstgelegene Wirtschaft verleiht Schürfausrüstungen und es gibt sogar einen Shuttlebus zur Fundstelle. Falls das wirklich Asbest ist, dann sollte man da unbedingt etwas unternehmen!!

Offline Hg

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #1 am: 15 Aug 12, 12:59 »
Hallo Michael,

sieht das in etwa so aus?

Italien/Trentino-Südtirol (Trentino-Alto Adige)/Südtirol (Bozen), Provinz/Pustertal (Val Pusteria), Bezirk/Prettau, Gemeinde/Windtal (Valle del Vento)
Asbest-Mineral - gefährlich?


Ein Bild (auf dem man auch etwas erkennen kann) ist immer hilfreich.
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Hilfe%20und%20Information/BilderUploadHilfeForum

Offline mike892

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #2 am: 15 Aug 12, 13:02 »
Nein, die "Härchen" stehen nicht so auf, sondern sind eher glatt und anliegend. Dafür aber weich wie Stoff.
Etwa so:

-Link entfernt- bitte keine Fremdverlinkung, falls du Hilfe beim Hochladen der Bilder im Forum oder Lexikon benötigst, einfach einen Moderator fragen oder die Hilfeseiten im Lexikon aufrufen. Besten Dank!
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Hilfe%20und%20Information/BilderUploadHilfe
oder
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« Letzte Änderung: 15 Aug 12, 13:36 von skibbo »

Offline zinnwald

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #3 am: 15 Aug 12, 13:03 »
Hallo Michael,

einfach wegwerfen das Stück ! Oder an einer Stelle im Garten verbuddeln.
Bitte keine amtliche Meldung über das dortige Auftreten von haarigen Mineralien....
Möchte gerne, wenn die Herzklappen es zulassen, dort demnächst etwas sammeln.
Gruß
Bodo

Offline Krizu

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #4 am: 15 Aug 12, 13:09 »
Hallo,

in der Natur gibt es eine Reihe an ungesunden, giftigen und tötlichen Sachen. Von A wie Alpenveilchen, B wie Bärenklau, über S wie Schierling ("Lasse den Kelch an mir vorübergehen") und T wie Tabak bis zum Wunderbaum (Rhizinus mit dem Ultragift Rizin). Tiere und Steine können keine Ausnahme bilden. Nein, die sind nicht meldepflichtig.

Kaufe einmal als Industrieangestellter Mahlsand für Mühlen, lese das Sicherheitsdatenblatt (Stichwort Silikose) und setze dann ein Kind mit dem Wissen in die Sandkiste.  :-X

Möchtest du jetzt, ohne sagen zu können hören was gefunden wurde, eine detaillierte, verbindliche Dekontaminationsanweisung? Bei medizinischen Fragen würde ich eher den Arzt aufsuchen.

MfG

Frank

Offline mike892

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #5 am: 15 Aug 12, 13:13 »
Ich möchte nur wissen, wie schädlich der Kontakt in diesem Ausmaß war - falls es sich um Chrysotil handelt. Der Stein ist jetzt in einer Holzschachtel, und da möchte ich ihn jetzt nicht wieder zum Fotografieren rausholen. Einmal mit Asbest in Kontakt kommen hat mir gereicht.

Offline Goldi85

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #6 am: 15 Aug 12, 13:27 »
Hallo,

ich habe gehört, an der Fundstelle soll es auch das gefährliche Mineral Diwasserstoffmonoxid geben. Es wurde bisher in jedem Tumor gefunden und kostet jedes Jahr Tausenden von Menschen das Leben. Das Zeug ist besonders fies, weil es dort fest, flüssig und gasförmig vorkommt...  das würde mir richtig Sorgen bereiten ;) ;D
Um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen, wenn du das Ding mit dem entsprechenden GMV behandelst (nicht essen, schnupfen, wasauchimmer), es einfach in einer Klarsichtdose aufbewahrst und dir nach dem Anfassen die Hände wäschst, dann wird es dir auch nichts antun.

Gruß  Daniel

Offline Krizu

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #7 am: 15 Aug 12, 14:24 »
Hallo Daniel,

dem Fragesteller geht es um die gesundheitliche Risikobewertung mit dem unbekannten Stück nach nicht näher spezifiziertem Kontakt.
Nicht der jetzigen Handhabung...

MfG

Frank
P.S.: http://de.wikipedia.org/wiki/DHMO

Offline Alcest

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #8 am: 15 Aug 12, 15:36 »
" Immerhin spielen und schürfen dort ja auch kleine Kinder und wer weiß, ob die so etwas nicht in den Mund nehmen. "

Genauso gut kann an einer Fundstelle ein Fels abbrechen und Kleinholz aus den Kindern machen. Wenn die Kinder das Material anfassen bzw. in den Mund nehmen ist es nicht die Aufmerksamkeitspflicht des Aufschlusses, die dort zu walten hat.

Im Sandkasten können auch allerlei gefährliche Gegenstände rumliegen. Möchtest du deswegen sämtliche Sandkästen sperren? Du gehst ja auch nicht in den Wald Pilze sammeln ohne eine Ahnung zu haben, auf welche aufgepasst werden muss. Warum sollte das bei Mineralien anders sein?

Sorry, aber bei der Naivität kann mir nur der Hut hochgehen.

Offline mike892

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #9 am: 15 Aug 12, 15:57 »
 @Alcest: Bitte nicht von der Hauptfrage abschweifen. Melden werde ich es schon nicht, aber über das Thema Gefährlichkeit kann man natürlich streiten. Immerhin gehen die Leute ja gezielt mit der Intention dorthin, Steine zu sammeln und möglicherweise auch blinglings mit Hammer und Meißel auf irgendwelche Steine zu klopfen. Die Fundstelle zu sperren, wäre bestimmt übertrieben. Aber jegliche Gefahr, die man vermeiden kann, sollte man auch versuchen zu vermeiden, deshalb wäre ein Hinweis für die Eltern, dass dort asbesthaltige Steine vorkommen, bestimmt kein Fehler. Natürlich würde es im Gegenzug aber dem Geschäft schaden...

Aber bitte zurück zur wichtigen Frage;
wie es Krizu schon richtig erkannt hat, geht es mir in erster Linie um die Risikoeinschätzung.
Das unbekannte Stück ist mit ziemlicher Sicherheit ein Chrysotil, wir bringen ihn (natürlich unter entsprechenden Vorkehrungen) zum Mineralienhändler um nochmal sicherzugehen.
Den Kontakt mit dem Stein kann ich folgendermaßen spezifizieren:
Im Freien wurde der Stein von meinem Vater, mir und meinem kleinen Bruder berührt und betrachtet. Danach haben wir ihn in einen Rucksack, in dem sich auch andere Steine und ein Pullover befanden, gelegt. Mit anderen Sachen ist der Stein nicht in Berührung gekommen. Nach der Berührung haben wir uns alle die Hände so gut es eben ging im Bach gewaschen. Zu Hause kam der Stein in eine eigene Schachtel, die anderen Steine liegen schon in der Vitrine.

Also, um den Kontakt noch genauer zu spezifizieren: Beim Berühren bzw. Betrachten können natürlich Fasern freigeworden sein, die wir eingeatmet haben, und auch zu Hause als mein Bruder ihn in die Schachtel gelegt hat.

Offline Alcest

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #10 am: 15 Aug 12, 16:27 »
Dann müsste die halbe Natur ausgeschildert werden. Es ist nicht die Schuld des "geldgeilen" Verleihers, wenn Touristen blindlings und blauäugig auf Steinen rumhämmern.

Asbest wird absolut überdramatisiert - die feinen Fasern dürfen nur nicht durch die Nase gezogen werden. Händewaschen soll gegen Fasern an den Händen helfen. Das hilft im Übrigen auch bei Arsenverbindungen, die bei 0,1 g tödlich wirken. Es bedarf auch keiner besonderen Sicherheitsvorkehrungen beim Transport, solange das Stück nicht lose herumfliegt. Respekt ist angebracht, Paranoia nicht.

Ob Fasern eingeatmet wurden, können wir durch das Internet nicht feststellen. Das wird nur ein Lungenspezialist können.

Offline Goldi85

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #11 am: 15 Aug 12, 16:30 »
Hallo Daniel,

dem Fragesteller geht es um die gesundheitliche Risikobewertung mit dem unbekannten Stück nach nicht näher spezifiziertem Kontakt.
Nicht der jetzigen Handhabung...

MfG

Frank
P.S.: http://de.wikipedia.org/wiki/DHMO

Ah ok, da hatte ich nicht ganz aufgepasst...
Zur Einschätzung, einfaches einmaliges Berühren sollte kein Problem darstellen. Das Risiko würde ich mit dem Rauchen von Zigaretten vergleichen: man kann von der ersten Zigarette krank werden oder auch später, die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung ist bei jeder Zigarette gleich. Raucht man mehr, so steigt das Risiko. Es gibt keine Schwelle, ab der es gefährlich wird und unter der man zu 100% sicher ist.
Und gleichermaßen könnte man sich fragen, wieviele einheimische Mineraliensammler in der Alpenregion bereits gesundheitliche Schäden durch Asbest davon getragen haben, die sicherlich häufiger mit dem Mineral in Berührung kommen. Mir sind keine bekannt.

Noch eine Geschichte am Rande: In der Solfatara von Pozzuoli werden Steine in denn austretenden Gasstrom gelegt, bis sich diese mit einer roten, glitzernden Schicht überzogen haben. Diese werden dann für 1€/Stück an Touristen verkauft. Mich hat es dann damals doch etwas gewundert, als ich zuhause nachgelesen habe, dass es sich bei dem roten, staubigen Zeug an meinen Fingern um Realgar (As4S4) gehandelt hat...

Gruß  Daniel

Offline uwe

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #12 am: 15 Aug 12, 16:44 »
Was soll das ganze Gerede?

Es handelt sich um Byssolith, welcher in den Tälern des Pinzgau sehr häufig ist. Dieses Mineral ist natürlich nicht meldepflichtig.

Solange man die Kristallbruchstücke nicht schnupft geht keine Gefahr davon aus. Rauchen und Saufen ist wesentlich gefährlicher.

Uwe

Offline pseudonym

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #13 am: 15 Aug 12, 17:17 »
Und dann muss man wissen das nur wenige Asbeste lungengängige Fasern absondern , von den Fasern wiederum die abgesondert werden gelangt auch nur ein Bruchteil in die Lunge , und von denen die in die Lunge gelangen erregt wiederum nur ein Bruchteil Krebs .

Das andere was man sich vor augen halten muss sind Asbestdächer , die gab und gibt es in vielen Gegenden immernoch und wer da in so nen Haus oder in der Nähe wohnt atmet das Zeug ein ,ausserdem wurde das früher exzessiv beim Bau verwendet - und im Verhältniss zur Zahl derer die damit (auch in anderen Branchen )gearbeitet haben sind nur wenige krank geworden.

Ich bin mir sicher das die Fahrt zu Fundstelle das gefährlichste war .

Besorgt euch ne schöne durchsichtige Schachtel , stellt die Stufe rein und freut euch über den Fund , zur Sicherheit würde ich die anderen Stücke nochmal abspülen , den Rucksack auf links drehen und waschen .

Dann könnt ihr wieder ruhig schlafen , andere Giftwirkungen hat Asbest übrigens keine .


Offline smoeller

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #14 am: 15 Aug 12, 20:47 »
Hallo,

Ich halte dasStück für weitestgehend ungefährlich. Selbst wenn es Byssolith ist.

Eine Gesundheitsgefährdung geht bei Asbest vor allem von Fasern aus, die im mikroskopischen Bereich (und zwar in einem recht engen Länge- zu-Durchmesser-Verhältnis) liegen. Und die kann man von einer Mineralstufe nicht in größerer Konzentration bekommen, ohne die aktiv (d.h. durch eigenes handeln, etwa kratzen, schlagen, drücken) zu bearbeiten. Solange man das Stück nur in den Händen hält, reicht hinterher, einfach die Hände in Wasser (oder falls nicht vorhanden, im Gras) gründlich abzuwischen. Anders in der Industrie oder auf dem Bau: Hier wird das Material mechanischer Belastung ausgesetzt, etwa durch abkratzen, dabei werden jede Menge Fasern frei.

Glück Auf!
Smoeller