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Zonierung - Zonarbau - Zonarer Aufbau ?
Collector:
Hallo - Frage an die Fachleute
als Nicht-Mineraloge fällt es mir schwer, zwischen Zonierung, Zonarbau und zonarem Aufbau zu unterscheiden.
Zum Thema Zonierung hatte ich ja selbst einen sehr detaillierten Report im Lexikon geschrieben (http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Zonierung%20in%20Kristallen).
Ab und zu wird hier im Forum aber auch von Zonarbau (z.Bsp. Thema Grossulare von Coahuila) oder von zonarem Aufbau gesprochen, es gibt auch ne ganze Menge wissensch. Papers sowie das GeoDZ-Lexikon, die den Begriff Zonarbau benutzen.
Sind alle drei Begriffe dasselbe ? Oder ist ggf. "Zonierung in Kristallen" falsch und müsste "Zonarbau" heißen ? (dann muss ich die Lexikonseite entsprechend ändern). Und wenn dem so ist - was ist dann Zonierung ?
Danke und Gruß
collector
Jochen1Knochen:
Hallo!
Sind das nicht lediglich Wortspielereien? ???
Ich kenne auch nur zonarer Aufbau, bzw. Zonaraufbau.
Gruß Jens
Krizu:
Hallo,
Wie enstehen diese Sachen? Beim Wachstum wird eine Flächenart bevorzugt Störungen (Störstellen Dotierungen etc) einbauen.
Ich kenne nur Färbung entsprechend dem zonaren Aufbau des Kristalls ( den Zonen folgend siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Zone_%28Kristallographie%29 ), oder der "Kristall weist eine Zonierung der Farben auf". Zonarauf bau ist mir nicht geläufig, aber der Wilke Kristallzüchtung (Bibel der Krizus) hat den Begriff auf Seite 315 :-) da muss ich mal lesen - auf die Schnelle nichts gefundne. Das Kapitel heisst Makroseggregation, Zonarbau.
Ma"nj"ana
Frank
smoeller:
Hallo,
Ich wüsste nicht, was dagegen spricht, die Begriffe synonym zu verwenden. Wobei Zonarbau der geläufigste Begriff ist, gefolgt von Zonierung (v.a. im Sinne von Farbzonierung). Jedenfalls spricht an bei der Beschreibung von Mineralen in Dünnschliffen von Zonarbau.
Allgemein entsteht Zonarbau durch sich ändernde Bedingungen (Druck, Temperatur, Zusammensetzung, Lösungsgenossen, Fremdatome etc.) während der Kristallisation.
Hier war ja vor allem von Farbzonierung angesprochen. Zonarbau muss aber nicht immer etwas mit der Farbe zu tun haben. Er kann auch für das unbewaffnete Auge völlig unkenntlich sein. Man denke nur an den häufigen Zonarbau von Plagioklasen in Plutoniten. Da kann, je nach Gesteinschemismus, der Kristall nahezu die gesamte Variationsbreite der Zusammensetzung von Albit zu Anorthit aufweisen. Da braucht man schon entweder detaillierte optische Untersuchungen (U-Tisch) oder besser gleich eine Mikrosonde. Im Prinzip könnte man bei einem derart zonierten Kristall jede Zone als ein Mineral auffassen. In dem Falle also eine orientierte Verwachsung von unterschiedlich zusammengesetzten Albiten und Anorthiten. Bulk-Analysen des gesamten Kristalls (etwa Gitterparameterbestimmung mit Röntgen-Pulvediffraktometrie (XRD)) führen da normalerweise zu nichts, man müsste vorher die einzelnen Zonen voneinander trennen und jede für sich analysieren. Solange in Mischkristallen (wie beim Feldspat-Beispiel) starke farbgebende Elemente (z.B. Fe, Cu, Cr, Ti, V) fehlen, wird man den Zonarbau manchmal nicht oder nur schwach sehen. Ausser halt im Dünnschliff (durch Veränderug der Lichtbrechung oder Doppelbrechung zwischen den unterschiedlichen Zonen oder durch Messprofile über einen Kristall mit der Mikrosonde).
Dies stellt eine grundsätzliche Schwierigkeit bei der Bestimmung von Mischkristallen dar. Eine allzu grobe Analyse (einige ganze Kristalle ab in den Mörser und dann ab unters Diffraktometer, wie es für schnelle Bestimmungen der Mineralart auch heute noch üblich ist) vermittelt schnell den Eindruck einer homogenen Probe mit nur einem Mineral. Erst genauere UNtersuchungen der Gitterparameter aus den Röntgendaten können dann zeigen, dass diese nicht mit der reinen Phase übereinstimmen. Besser wäre es hier, erst einmal im Dünnschliff (so denn die Kristalle groß genug sind) einen etwaigen Zonarbau auszuschließen, oder eben besser gleich zur EDX greifen und punktgenau die Zusammensetzung bestimmen. In der Praxis wird man sich nie auf nur eine Methode zur Charakterisierung verlassen, sondern immer z.B. EDX und XRD kombinieren.
Glück Auf!
Smoeller
berthold:
Hallo,
da sehe ich schon ein Problem: In der Kristallographie gibt es ja den Begriff "Zone": Unter einer Zone versteht man in der Kristallographie eine Schar von Ebenen, deren Schnittkanten parallel verlaufen. Die Ebenen, die einer Zone angehören heißen tautozonal.
Und manchmal tauchen die Begriffe "zonar", "zonal" und "zonaler/zonarer Aufbau" in diesem Zusammenhang auf, sogar im Zusammenhang mit der Färbung (Beispiel Wassermelonenturmalin wo die Farbunterschiede die trautozonalen Flächen, nicht jedoch die Basis/Pyramidenflächen betreffen).
Ich plädiere deswegen -soweit es sich um farbige Zonierung handelt- von Phantomen zu sprechen. Zonierung lasse ich mir auch noch eingehen, eher ungünstig finde ich "zonarer Aufbau". Da könnte man sich einen Kristall (oder Kristallfragment) vorstellen, das vorwiegend aus trautozonalen Flächen aufgebaut ist.
Was nicht geht ist "zonal" oder "zonaler Aufbau".
Gruß
Berthold
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