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Können Schallwellen Mineralien zerstören?

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Crystallo:
Liebe Mineralienexperten

Ich habe eine etwas spezielle Frage über die Auswirkung von Schall auf natürliche Kristalle.

Meine Steinsammlung (einige Quarz- und einige Topaskristalle) sind einzeln in Kunststoffbeuteln gelagert. Lagerort: Eine Nische in der Zimmermauer, hinter einem Holzbrett über einer Schiebetür.

Kürzlich wurde in unserem Haus kräftig gedübelt, d. h. ca. 1.5 m entfernt vom erwähnten Hohlraum in der Mauer wurden Löcher in die Diele gebohrt. Dabei entstand nicht nur Lärm (Luftschall), sondern sicher auch reichlich Körperschall, welcher natürlich auch meine Steinsammlung mit voller Wucht erreichte.

Nun zur Frage:

Lange Version der Frage: Ist die Ionenbindung in den Kristallen genügend stark und deren Elastitätsgrenze genügend hoch, um durch Bohrer ausgelöstem Körperschalldruck standzuhalten? Kann solcher Schalldruck die Korngrenzen im Kristall verschieben, obwohl die einzelnen Objekte in Kunststoffbeuteln (Impedanzunterschiede Beton >> Kunststoff >> Quarz/Topas) gelagert sind und dadurch, abgesehen von den Impedanzunterschieden, den Stosswellen ein gewisser Polsterungs-/Abfederungseffekt entgegenwirkt?

Kurze Version der Frage: Kann durch Betonbohrer ausgelöster Körperschalldruck in Plastikbeuteln gelagerte Quarz- und Topaskristalle irgendwie beeinträchtigen?

Vielen Dank für eure Antworten im Voraus.

Paul

alexis buhridorakes:
Hallo Paul,ich denke mal die Bohrerei schadet den Kristallen nicht,zumindest bei dieser Entfernung.Bei der Bergung von Drusen bleiben die Kristalle auch ganz,trotz meiseln und bohren,direkt an der Substanz.
VG Axel.

Rockhounder:
Wenn man bedenkt wieviel Lärm durch Baustellen etc. die Stufen in den großen Museen in Großstädten,
wie London,Berlin oder Wien, schon seit Jahren aushalten müssen,besteht bestimmt keine Gefahr für
Deine Sammlung.

Gruß Norbert

Crystallo:
Vielen Dank, Norbert & Axel.

Danke auch für eure optimistische Sicht. Andererseits ist es möglich, mit hohem Schalldruck und zielgenauen Schallfrequenzen Gegenstände zu zerstören. Man kann z. B. ein Glas, dessen Resonanzfrequenz man kennt, mit derselben Schallfrequenz (genaue Frequenz, hoher Schalldruck) zum Schwingen bringen, bis es bricht. Oder man zertrümmert mit Ultraschall Nierensteine, obwohl hier nicht nur Ultraschall zum Bruch führt, sondern in erster Linie die durch Ultraschall hervorgerufene Kavitation.

Daher bin ich froh um Beispiele von euch, welche zeigen, dass Mineralien bei der Bergung (oder beim Aufenthalt in Museen) Bohrfrequenzen ausgesetzt sind und dabei nicht beeinträchtigt werden. Sind eigentlich die meisten Mineralien/Edelsteine, welche man in Pegmatiten oder Hohlräumen findet, bei der Bergung mehr oder weniger Explosionen oder anderen Methoden der mechanischen Freilegung ausgesetzt?

Paul

uwe:
Vielleicht ist "Schall" der falsche Ausdruck, aber Schwingungen der Matrix können schon Kristalle abplatzen lassen. Wenn man mit dem Hammer auf einen Stein haut, erzeugt man zwar einen Schall, aber wesentlich sind die Wellen, welche durch den Hammeraufprall durch die Matrix wandern.

Uwe

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