Hallo,
Ist ein ziemlich komplexes Thema. Für einige Lagerstätten ist das im Detail untersucht.
Gut zu sehen ist die Erzbildung im Bereich des submarinen Vulkanismus (Stichwort Black Smoker). Da kann man hydrothermale Prozesse mit der geeigneten Ausrüstung (Tiefsee-U-Boot) live beobachten. Heute gibt es aber auch schon genug Filmmaterial. Kommt ja immer mal wieder im TV, bestimmt gibts auch schon Videos im Netz dazu. Dort wird deszendentes Wasser aus dem Meer, das entlang von Spalten im Ozeanboden einsickert durch die heißen Gesteinsschichten in bereits geringer Tiefe (6-8 km Krustendicke im Meer, viel weniger an aktiven Spreizungszonen, ca. 30-50 km an Land) aufgeheizt und strömt schließlich als heißes Fluid heraus. Dabei werden verschiedene Metalle gelöst und fallen am Kontakt mit dem kalten Ozanwasser durch den in der Fluide vorhandenen Schwefelwasserstoff aus.
Viele der heute aufgeschlossenen Gänge sind nur Ruinen, einstmals ragten sie viel höher auf, in heute abgetragene Gesteinsschichten. Teilweise ist in der Tat das Übersetzen von Erzgängen in jüngere Gesteinsschichten zu beobachten. Das bedeutet, dass die inzwischen oftmals viel kältere Lösung oberhalb der Gangspalte das überliegende Gestein mit durchdrungen hat. So etwas gibt es u.a. im Buntsandstein des Schwarzwaldes, wo tw. ältere Gänge aus größerer Tiefe sich in den Sandstein fortsetzen.
Ein Großteil des Wassers verlässt tw. gar nicht den Gangraum, sondern wird am Kontakt des Ganges (Salband), tw. sogar bis mehrere Meter in das Gestein hinein, in wasserhaltige Minerale eingebaut. Es kommt u.a. zur Bildung von Tonmineralen (Kaolinit, Illit) aus Feldspäten oder zur Chloritisierung von Biotit. Das kann so weit gehen, dass gar kein festes Gestein mehr vorliegt, sondern ein schmieriges, tonig-lehmiges Zeug, der Letten. Auch sind Drusen im Gang häufig von solchem Lehm gefüllt (kann richtig hartnäckig sein, wenn man die Kristalle reinigen will). Solche Lettenbereiche können viele Tonnen wiegen und viel Wasser binden.
Gänge, die auf noch aktiven Bruchzonen liegen (z.B. im Oberrheingraben), sind häufig von Thermalquellen begleitet, dort wird die hydrothermale Lösung in der Tat heute noch -allerdings stark verdünnt und erkaltet- nach oben abgegeben. Ein gutes Beispiel ist neben den Thermalquellen von Badenweiler, die direkt im Einzugsbereich der Bleierzgänge längs der Rheingrabenverwerfung liegen, die kleine Schwefelquelle von Suggental bei Freiburg. Das dort ausströmende Wasser hat gelösten Schwefelwasserstoff (Geruch nach Faulen Eiern), da könnte dann, wenn genügend Metalle in der Lösung wären, tw. Sulfid ausfallen.
Glück Auf!
Smoeller