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Schwefelkiesknolle mit Schlagkerbe

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steinzeit:
Hallo miteinander,

ich habe Ende 2011 eine Schwefelkiesknolle gefunden, die zum Feuerschlagen genutzt wurde. Mittlerweile ist gesichert, dass es sich um Pyrit handelt, die Zeitstellung ist höchstwahrscheinlich spätneolithisch. Mitte Oktober erscheint auch ein Artikel in "Archäologie im Rheinland".

Ich suche nun nach allen Informationen zu Schwefelkies/Pyrit in Hinblick auf Zerfall, Erhaltungsbedingungen etc. Besonders interessiert mich das Vorkommen im Aachener Raum/Grenzübergang Lichtenbusch.

Möglicherweise stammt die Knolle von dort, sie hat etwa 3 cm Durchmesser und ist eine fast perfekte Kugel. Gerne hätte ich Fotos der Fundstelle, in situ Funde, verwitterte und frische Knollen usw. Diese würde ich gerne, nur mit Zustimmung, für einen Vortrag am Landesmuseum Bonn und für meine Homepage "Steinzeit & Co" nutzen. http://www.steinzeitwissen.de/neolithikum/schwefelkiesknolle-mit-schlagkerbe Das ist mein erster Beitrag, ich hoffe, die Kategorie ist OK, ansonsten bitte verschieben.

Walpurgin:
Am besten nutzt du erstmal die hervorragene Seite hier im Atlas http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineralienportrait/Pyrit

Diese kannst du erstmal zur Grundlagenforschung nutzen, alles andere ergiebt das sich dann meist von selbst.

smoeller:
Hallo,

Pyrit und Markasit sind leider unter atmosphärischen Bedingungen alles andere als stabil, besonders letzterer. Warum jedoch einige Kugeln stabil bleiben, andere schon nach kurzer Zeit völlig zerfallen, ist nicht restlos geklärt. Eine Rolle spielen dabei aber wohl Bakterien und Archaen (Archaeobacteria), die im Experiment wirkungsvoll als Zersetzer von Pyrit/Markasit bekannt geworden sind. Dabei fällt der pH-Wert in den  sauren Bereich (Bildung von schwefeliger Säure). Stichworte sind AMD (Acid Mine Drainage) und Schwefelakterien, z.B. Acidothiobacillus.

Pyrit kommt häufiger auch in Kreidevorkommen vor, in denen ja auch schon in neolithischer Zeit nach Feuerstein gegraben wurde. Habe sogar schon mehrfach Pyrit in Flint gefunden. Von daher ist es schwer zu sagen, ob es sich wirklich um Pyrite aus der Braunkohle oder der Kreide handelte. Etwas anderes wäre evtl. das Auffinden entsprechender Pyrite in neolithischen Abbauen oder von Fossilresten in Pyritkonkretionen, die dann eine Altersbestimmung ermöglichen. Ansonsten ist eine genaue Bestimmung evtl. nur isotopengeochemisch über die Schwefel-Isotopie an gefundenen Artefakten und Vergleichsproben möglich.

Glück Auf!
Smoeller

steinzeit:
Hallo miteinander,

herzlichen Dank für die Ratschläge und Informationen. Einiges habe ich mir schon angelesen. Anscheinend ist es ungeklärt, warum einige Pyritknollen nicht zerfallen.
Über Pyritgewinnung in der Steinzeit ist leider auch nichts zu finden. Evtl wurde er auch nur oberflächlich abgesammelt.
Besonders bin ich an Bildern und Informationen zum "Aachener Kugelpyrit" interessiert. Leider habe ich noch keine Fotos von ausgewitterten Knollen gefunden. Die wären als Vergleich besonders wichtig.

Wegschmeißit:
Hallo Christian

Hast ´ne PM  ;)

Gruß Dirk

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