Hallo,
Es ist schon Pyrit oder Arsenkies oder ein Gemenge von beidem. Man muss sich immer vergegenwärtigen (leider vergessen das sogar die meisten Mineralogiebücher), dass man eine genaue Härtebestimmung nur an hinreichend homogenem, grobem oder festem Material oder einem einzelnen Kristall machen kann. Hier haben wir es offenbar mit einer Ansammlung kleiner Körner zu tun. Was misst man dann? Nicht die Härte der einzelnen Körner an sich, sondern die Aggregathärte, was im Prinzip eher die Bindungskraft der Körner untereinander als die Ritzhärte eines Korns ist. Ein lockeres Stück Sandstein wird einem immer viel weicher erscheinen als ein Quarzit, obwohl die Körner beide aus Quarz bestehen. Bei einnem tonigen Sandstein reicht im Ernstfall der Fingernagel aus, um ihn zu ritzen, obwohl die Körner an sich den Fingernagel ritzen sollten, weil die Bindung der Körner nur gering ist.
Was man bei dem Stück auf dem letzten Foto mit dem Messer misst: Den Widerstand, eines der kleinen Körner/Kristalle aus dem Stück zu brechen.Wichtig ist: Arsenkies, Markasit und Pyrit knirschen alle drei deutlich, wenn man versucht, sie mit einer Messerspitze zu ritzen. Das sollte man auch wahrnehmen, wenn man viele Körner hat.
Kompakter, dichter Pyrit und Arsenkies ist sehr hart und zäh. Hab mal in Freiberg eine halbe Stunde auf einem einzigen Brocken in Kopfgröße rumgedroschen, nur um zu sehen, ob da nicht doch noch ne Druse (Hohlraum) drin ist.
Ja, der Geruch ist da, insbesondere wenn man das Material durch die Schläge recht stark erhitzt kriegt (z.B. wenn da auch noch Quarz bei ist, der Funken schlägt). Ist definitiv keine Einbildung, sondern sogar giftig, meises Wissens sind's Wasserstoff-Arsen-Verbindungen (Arsenhydride). Arsenoxid (Arsenik) ists nicht, das ist ein schwer löslicher, weißer Feststoff. Trotzdem in der Renaissance und im englischen Krimi ein beliebtes Mittel, unliebsame Familienmitglieder loszuwerden. Daher: Nicht zu oft solche Tests, zumal auch leicht krebserregend, aber auch nicht gleich lebensgefährlich. Ich lebe auch noch, obwohl ich schon des öfteren mit Arsen zu tun hatte. Nur Hände waschen nach derartigen Sachen nicht vergessen und nicht während der Arbeit essen und rauchen.
Die Verwitterungsrinde ist meist schwer zu bestimmen. Häufig ist es in der Tat Limonit, tw. auch Jarosit oder Pitticit. Tw. sind aber auch seltenere (Sulfat-)Arsenate wie Kankit oder Zykait mit drin, gerade in Freiberg war das sogar alltäglich, sobald die mal einen kleinen Schurf auf der Halde hatten. Oder Skorodit.
@Roadrunner:
Danke für deine nette Antwort. Schau mal hier:
http://www.mindat.org/gallery.php?cform_is_valid=1&min=2358&loc=3167&cf_pager_page=2Da sind einige Fotos von natürlichem Blei von Langban.
Ich habe Blei und Zink aus Deutschland, allerdings nur als Hüttenprodukte bzw. in angeschmolzenen Brocken aus dem Schwarzwald, gibts aber auch anderswo in Deutschland, u.a. Harz, Nordeifel, Sauerland (überall, wo größere Silber- und Bleihütten waren). Das ist dann allerdings nichts natürliches und damit auch im strengsten Sinne kein Mineral mehr.
Glück Auf!
Smoeller