hallo ihr,
die Berufschancen als Präparator sind nicht gerade prall, vor allem wenn man Fossilien präparieren will, aber etwas besser als Studieren. Wenn man angestellt ist sind die Verdienstchancen auch nicht gerade klasse, aber es geht schon. Meine Hauptarbeit besteht zum Beispiel aus der Herstellung von Dünnschliffen von Sedimentgestein, aber Gott sei Dank bin ich in der Paläontologie und da kommt doch so einiges aus der ganzen Welt auch an fossilien auf meinen Tisch. Die meiste Fossilpräparation findet jedoch an Museen statt und dort sind die Stellen rar gesät. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen. Das kann sich sogar lohnen, wenn man während der Ausbildung oder überhaupt schon Präparationspraktika gemacht hat. Die Schule in Bochum dauert drei Jahre und beinhaltet die Fachhochschulreife, also mit Abi kein Problem (hab ich auch so gemacht). Das gute an der Bochumer Ausbildung ist die Vielseitigkeit, weil so ziemlich alle Aspekte des Berufs gemacht werden, auch wenn es trotzdem viel zu wenig Praxis ist und viel Schulisches Zeugs, aber das geht halt nicht anders. Schau doch mal auf die Seite präparation.de oder under Verband Deutscher Präparatoren.
Noch was zum Kleben: Bei Polyesterharz (Marmorkitt von Akemi) gibt es erhebliche gesundheitliche Bedenken: die Styroldämpfe sind ziemlich gesundheitsschädlich: bei manchen Menschen kommt es schon unter dem MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatzkonzentration) zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall. Bei täglichem Umgang können Blutbildveränderungen und Bewußtseinsstörungen auftreten. also wenn man das Zeug nimmt, nur bei offenem Fenster oder im Freien benutzen, auf keinen Fall in geschlossenen Räumen ohne Abluft. Ausserdem frißt Polyesterharz Polystyrolbecher durch. Weil ich empfindlich auf das Zeug bin, nehm ich nur noch Epoxidharze, die Dämpfe sind zwar auch nicht gesund, aber nicht ganz so krass. Damit man mit der Zeit nicht allergisch drauf wird (gilt auch für Polyesterharz) entweder Einmalhandschuhe oder Spezielschutzcreme wie z.B. Arretil der Firma Stockhausen (kann man über Apotheke bestellen) benutzen. Zu Cyanacrylat: für dicke Brocken wie Ceratiten, die noch weiterbearbeitet werden müssen, ist Epoxidharz besser. Ich nehm Cyanacrylat meistens für "Notklebungen" im Gelände und um ultrakleine Brösel wieder anzukleben. Cyanacrylate mögen es nämlich nicht, wenn man z.B. mit Wasser und Tensiden drangeht oder chemische Präparation vorhat, da längerer Wassereinfluss zu weißer Verfärbung führt und die Klebestelle dann wieder aufgeht.
Gruß
Profipräp