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Autor Thema: Zabeltizer Diamanten  (Gelesen 22535 mal)

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Offline docedelsachs

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Zabeltizer Diamanten
« am: 20 Nov 12, 11:40 »
Hallo, hat von Euch schon mal einer einen Zabeltitzer Diamanten gefunden? Kenne das nur aus der Literatur und habe mir dort in der Gegend schon den Wolf gelaufen. Alles nur Kies kies Kies. Da wäre es logisch, dass mal ein klarer Quarz mit dabei ist, aber Fehlanzeige. In Dresden haben das mal welche massenweise vor 4-5 Jahren verkauft(Händler der edlen Steine Sachsens) - solche abgerollten Quarze und meinten das wäre ein  Feld wo es dort ziemlich viel davon gibt. Das zweifle ich nun so langsam an, nachdem ich Großenhain Zabeltitz etc. ausführlich abgesucht habe... Vermutlich ist da immer mal ein Quarzkiesel gekommen der klar war oder?

Beste Grüße Docedelsachs


Offline zinnwald

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #1 am: 20 Nov 12, 12:39 »
Hallo martin,

die Buden-Verkäufer vor dem Schloß bzw. Fürstenzug in Dresden kenne ich auch. Auch ihr buntes Material aus Sachsen, mit Amethyst, Achat, Gnandstein usw. Das Angebot hielt ich immer für authentisch. Sicherlich werden diese Sammler ihre FO nicht so leicht verraten wollen.
Bleibt nur den Wolf cremen und auf Finderglück hoffen.
P.S.
Melde mich mal wenn ich unten bin. Gemeinsam klappt es vielleicht.

Gruß
Bodo


Offline raritätenjäger

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #2 am: 20 Nov 12, 13:51 »
Hallo,

man hat dort schon hin und wieder mal in der Gegend auch sehr klare Quarze. Mitgenommen habe ich nie welche, wenn ich "auf Achate" war, denn die Dinger waren doch zu mickrig. Aber wenn man gezielt danach suchte...

Aus einer alten Dresdner Sammlung (Volksschullehrer Quaas, ca. 1900) habe ich drei Kiesel, auf dem Etikett steht nur "Kiesel Elbe". Einer davon dürfte schleifwürdig sein. Ich versuche mal ein Bild davon zu machen. Anbei schon mal das Etikett.

Zabeltitz ist aber wie gesagt nur eine Lokalität, es gibt dort zig Fundorte und auch einige nach denen "Diamanten" benamst wurden.

Gruß
Andreas

Offline docedelsachs

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #3 am: 20 Nov 12, 13:58 »
Oh danke, ja das ist klar mit dem Verraten   ::), zumindest wenn man vor einer frischen Kluft sitzt ;) Die Jungs in Dresden hatten es mir damals sogar erklärt wo es ist, leider nur bin ich dann nie gleich dort gewesen und das Gebiet sind ja unendliche Weiten oder inzwischen Weiden. ;D. Ich meine mich auch zu erinnern, dass die gesagt haben, dass am entsprechenden Fundpunkt auch scharfkanntige Kristalle kamen, so dass ich mir gedacht habe, dass es ähnlich wie in Bad Brambach Quarzgänge gibt oder gab, die aber durch Verwitterung dann solche gerundeten Quarze gebracht haben. Kann ich mir aber in der Gegend nicht vorstellen alles Sand, was ich bis jetzt kenne. Sonst bleibt die Theorie, dass mal ein Einzelner klarer Quarz im Kies mit vorkommt. Achat, Jaspis und Flint sind ja auch in allen Varianten dabei und habe ich reichlich gefunden. Das Material was die verkaufen ist immer ganz nett für die Touristen und von Fundpunken, wo du immer mit vollem Rucksack heimgehst also nicht so dramatisch geheimnisvolles, da sind die auch ganz offen. Ich habe nur in den letzten Jahren bei denen solche Quarze nicht mehr gesehen und im Netz gibt es auch nichts weiter darüber. Bin mal gespannt, ob jemand sich noch näher dazu auskennt. Wenn nicht muss ich die mal in Dresden wieder anquatschen.

G. A. docedelsachs

Offline raritätenjäger

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #4 am: 20 Nov 12, 14:00 »
Hallo,

Kristalle dürfte es dort in der Tat nicht gegeben haben. Die historischen Angaben zu Zabeltitzer Diamanten beziehen sich auch auf Kiesel.

Gruß
Andreas

Offline docedelsachs

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #5 am: 20 Nov 12, 14:04 »
@Andreas ja denke ich auch bis 1,5cm Kiesel habe ich auch Einzelne gefunden. Aber was die hatten war schon 5-6cm und auch gelblich teilweise und man konnte die abgerollten Kanten noch erahnen. Eine Fläche war meist anpoliert und die Teile waren eigentlich ganz schön klar.

Gruß docedelsachs

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #6 am: 20 Nov 12, 14:26 »
Hallo,

ja, die Dinger habe ich auch gesehen. Eine von den wenigen Sachen, die mir spanisch vorkamen. Genau so wie Quarz-Doppelender mit Gasblasen, die aus Zschorlau stammen sollten. Die Kiesel könnten auch sogenannte "Ema-Eggs" gewesen sein, ein Massenartikel aus Brasilien.

Gruß
Andreas

Online uwe

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #7 am: 20 Nov 12, 18:20 »
@Andreas, Du schreibst von Quarzen mit Gasblasen. Sind das natürliche Quarze? Ich suche seit Jahren nach einem Hinweis, daß es solche Quarze gibt.

In Hongkong sieht man oft bei Skulpture sogenannte "Drachenaugen". Zu jedem Drachenauge gibt es eine Bronzetafel, mit dem Spender dieses Drachenauges. Das schließt meines Erachtens aus, daß es sich um Glas handelt, denn dann wäre die Tafel mindestens doppelt so teuer. Mein chinesischer Kollege sagte, diese Drachenaugen sind natürlichen Urprungs, wußte aber auch nicht mehr.

Ich hatte diese Frage schon früher mal hier und auch bei Mindat gestellt. Natürlich war die kurze Antwort: "Glas" was sonst.

Weist Du näheres über die Quarze mit Gasblasen? Oder ist es auch hier Glas, welches in Quarzkristallform geschliffen wurde?

Gruß
Uwe

Offline nwsachse

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Zabeltizer Diamanten
« Antwort #8 am: 20 Nov 12, 19:42 »
Ein Fundorthinweis,vermutlich aus älterer Literatur übernommen, findet sich in dem Buch:
Der Schraden
Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand

Im Auftr. d. Inst. f. Länderkunde Leipzig u. d. Sächs. Akad. d. Wiss. zu Leipzig hrsg v. Luise Grundmann. Erarb. unter d. Leit. v. Dietrich Hanspach
Verlag: Böhlau 2005 2., verb. Aufl.

S. 197:
 "Auf den Äckern östlich des Ortes, schon auf Strogaer Flur, wurden  im 18. Jahrhundert ... "

In den Erläuterungen zur geolog. Karte von Sachsen i. M. 1 : 25000 des betreffenden Gebietes werden "altdiluviale Schotter" als  diese enthaltend genannt.




Offline raritätenjäger

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #9 am: 21 Nov 12, 13:39 »
Hallo,

der klarste von den drei Kieseln. Nicht sonderlich groß und auch ein paar Risse, aber insgesamt schleifwürdig.

Der Quarz ist ganz sicher einer. So etwas wurde auch beschrieben, von Italien, wenn ich nicht irre. Müsste in der Mineralienwelt gewesen sein, suche ich raus. Ich glaube, dass auch dieser Quarz hier von dort kommt, er hat auch Bitumeneinschlüsse, das kenne ich von den Zschorlauer Schwimmerquarzen nicht, hab auch nie so klare Stücke gesehen.

Gruß
Andreas

Offline raritätenjäger

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #10 am: 21 Nov 12, 14:30 »
Hallo,

hier hast du einen Amethyst mit Gasblase, Uwe:

http://www.zeolite-collection.eu/Sales/AB.html

Gruss
Andreas

Offline docedelsachs

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #11 am: 21 Nov 12, 15:41 »
Also die Einschlüsse bei so Zepteramethysten sind echt häufig zu finden vorallem bei denen von Namibia. Aber was ist nun mit dem Quarzkiesel ist der nun doch nicht in die Strogaer Flur einzuordnen? Auf den Äckern, wie es der Schraden bezeichnet, war ich - wie gesagt nicht das hier gezeigte Material gefunden, eher Chalcedon und Flint. Die Königsbrücker Chalcedone wurden ja auch als gelbe Quarzgerölle in der Geschichte angegeben, vielleicht hat hier eine Verwechslung stattgefunden? Im "Edle Steine Sachsen" ist aber so ein Quarz wie hier gezeigt abgebildet, teilweise angeschliffen -vielleicht doch nur ein Einzelfund in der Geschichte - doch was ist dann mit den Dresdner Händlern?  ???

Gruß docedelsachs

Offline raritätenjäger

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #12 am: 22 Nov 12, 14:35 »
Hallo,

die Möglichkeit, dass diese Zeitgenossen brasilianisches Material für sächsisches verkaufen, ist nicht allzu abwegig... Das sind nette Leute, aber naja. Letztlich schwer nachprüfbar. Die Grösse der verkauften Stücke macht mich etwas stutzig, aber mitunter begegnen einem solche "Wacken" auch in den Kiesgruben.

Gruss
Andreas

Offline docedelsachs

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #13 am: 22 Nov 12, 15:19 »
Ja die Größe ist für abgerollte Quarze in unserer Gegend schon OK, aber die Menge und Qualität, haben mich stutzig gemacht und die Aussage, dass das Material aus nem Gang im Anstehenden abgerollt ist. Wie sonst kann man in der Gegend eine so hohe Konzentration von so VIELEN klaren Quarzen haben? Das war auch der Grund warum ich da FELDforschung betrieben habe und nach jahrelanger Ergebnislosigkeit bis auf Achate Flint und kleine einzelne Quarze dann doch mal hier wissen wollte, ob sich jemand damit näher auskennt.

Gruß G. A. Docedelsachs

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Re: Zabeltizer Diamanten
« Antwort #14 am: 22 Nov 12, 22:54 »
Einschlüsse sind auch von ´´Herkimer Diamanten ´´ bekannt , meist wohl Bitumen .