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Autor Thema: Tsunamis : Trockenfallen vor der großen Welle ?  (Gelesen 5200 mal)

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Offline giantcrystal

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Hallo aus Mittelfranken

ich lese gerade die recht umfassende GEO - Epoche Dokumentation zum Thema Tsunami 2004 in Südostasien.
 
Hierbei ist immer wieder die Rede von dem über längere Zeiträume - bestimmt 10 Minuten oder mehr - weit zurückweichenden Wasser, das vor dem Eintreffen der eigentlichen Tsunamiwelle(n) ansonsten unter Wasser stehende Küstenbereiche komplett trockenlegte und dabei zahlreiche Touristen "anlockte" in diesen Bereichen  herumzulaufen. Was natürlich die Fluchtchancen ein paar Minuten später drastisch erniedrigte !

Auch aus anderen Schilderungen ist mir dieses lange Trockenfallen weiter Strandbereiche vor dem Eintreffen der Tsunamiwellen bekannt.

Was ich mich nun frage : Welches ist der Mechanismus dahinter, denn mit normaler Wellendynamik ist dieses Trockenfallen kaum zu erklären, insbesondere die Zeitlänge nicht, die viele Minuten (bis hin zu 20 ?) andauern soll.

Hat jemand vielleicht eine Erklärung ?

Glück Auf

Thomas

Offline Sebastian

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Re: Tsunamis : Trockenfallen vor der großen Welle ?
« Antwort #1 am: 22 Nov 12, 22:55 »
Hallo,
vielleicht hilft das weiter?

http://de.wikipedia.org/wiki/Tsunami#Zur.C3.BCckweichen_des_Meeres
Gruss Sebastian

Offline Krizu

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Re: Tsunamis : Trockenfallen vor der großen Welle ?
« Antwort #2 am: 22 Nov 12, 23:10 »
Hallo,

Tsunamis unterliegen nicht der normalen Wellendynamik ;-)
Ja, diese Diskussion hatten wir (FB Physik) auch schon beim Film Deep Impact oder Armagedon. Es scheint wirklich so zu sein, dass durch das Auflaufen der Welle, die die gesamte Wassersäule umfasst so etwas möglich ist, aber auch "Berg zuerst" ist möglich. Meines Wissens war der Tsunami 2004 auch asymmetisch, die eine Seite hatte erst den Berg, die andere erst das Tal. Die Zeiträume aufgrund der extremen Wellenlänge - trotz der hohen Ausbreitungsgeschwindigkeit im tiefen Wasser - auch gross. Die halbwegs normale Wellendynamik sind Monsterwellen, z.B. die drei Schwestern oder die Weisse Wand, Tsunamis sind eine ganz ander Baustelle.

Wenn ich Wikipedia richtig überflogen habe: Normale Wellen unterliegen einer Wellengleichung, also einer einfachen Differentialgleichung 2. Ordnung. Bei den Monsterwellen wird das Potential und die Wellenausbreitung etwas nichtlinear. Die Tsunamis sind dritter Ordnung. http://de.wikipedia.org/wiki/Korteweg-de-Vries-Gleichung

MfG

Frank



Offline giantcrystal

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Re: Tsunamis : Trockenfallen vor der großen Welle ?
« Antwort #3 am: 23 Nov 12, 11:25 »
Hallo Krizu

Das eigentliche Problem, was ich sehe ist ein Zeitproblem :

Eine Tsunamiwelle läuft ziemlich schnell über den Ozean mit 600 - 800 Stundenkilometer. mithin mit mindestens 10 Kilometern pro Minute. Wie kann es dann aber sein, das sich bereits vor Eintreffen der Welle über 10 - 15 Moinuten das Wasser am Strand zurück zieht ?

Mit "Wellental" allein ist das kaum zu erklären, denn die Welle ist ja noch gar nicht da, sondern noch recht weit vom Strand entfernt....

Glück Auf

Thomas


Offline Goldi85

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Re: Tsunamis : Trockenfallen vor der großen Welle ?
« Antwort #4 am: 23 Nov 12, 15:06 »
Hallo,

ich würde es mir so erklären, dass es vielleicht mit der relativ geringen Wassermenge am Strand zusammenhängt.
Das bedeutet, am Strand ist es relativ flach (höchstens ein paar Meter und das auch mehrere Km ins Meer hinaus, siehe: http://map.openseamap.org/map/), dagegen ist es auf dem offenen Meer sehr viel tiefer (vgl. Andamanensee: Durchschnittliche Tiefe 870m, maximale Tiefe 4180m; http://de.wikipedia.org/wiki/Andamanensee).
Es handelt sich also um eine vergleichbar geringe Wassermenge, die da zurück gezogen wurde. Man muss sich nur mal vorstellen, was passiert, wenn die gesamte Wassersäule von einigen Hundert oder Tausend Meter auf den flachen Strand trifft.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b4/Mouvement_dans_une_vague_en_eau_peu_profonde.gif

Gruß  Daniel

Offline Krizu

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Re: Tsunamis : Trockenfallen vor der großen Welle ?
« Antwort #5 am: 23 Nov 12, 15:28 »
Das eigentliche Problem, was ich sehe ist ein Zeitproblem :

Eine Tsunamiwelle läuft ziemlich schnell über den Ozean mit 600 - 800 Stundenkilometer. mithin mit mindestens 10 Kilometern pro Minute. Wie kann es dann aber sein, das sich bereits vor Eintreffen der Welle über 10 - 15 Moinuten das Wasser am Strand zurück zieht ?

Ok - die 600 bis 800 km/h sind auf dem offenen Ozean im Tiefwasser. Im Flachwasser sind die Wellen deutlich langsamer! Die ungestörte Wellenlänge ist auch im Bereich hunderte km meines Wissens...

MfG

Frank

 

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