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Autor Thema: Ausleuchten der Kristallflächen  (Gelesen 12846 mal)

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Offline Rudolf Hasler

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Ausleuchten der Kristallflächen
« am: 17 Dec 12, 16:23 »
Hallo,
ich hab noch vor der Zeit der Digitalfotografie gelernt, dass man keinesfalls einen Kristall von 2 entgegengesetzten Seiten gleich stark ausleuchten soll, weil das nicht dem natürlichen Sehen entspräche.
Ist man inzwischen anderer Meinung? Diese Frage stellt sich mir, da sogar unlängst ein wahrer Meister der Mineralienfotografie, dem wir unzählige Spitzenbilder verdanken, diese Technik bei dem Wulfenit aus Griechenland verwendete und damit eine höhere Bewertung als mit manchen seiner absolut genialen Fotos erreichte.

Griechenland/Attika (Attikí, Attica)/East Attica/Lavreotiki/Lavrion (Laurion), Bergbaudistrikt/Plaka
Ausleuchten der Kristallflächen


Gruß
Rudolf

Offline Embarak

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #1 am: 17 Dec 12, 16:59 »
Hallo Rudolf,

Meiner Meinung nach ist hier das Licht von rechts stärker als von links. Entweder wurde die linke Seite tatsächlich mit einer 2. Lampe
schwächer beleuchtet (mehr Abstand oder geringere Leistung) oder es wurde gezielt nur eine Lampe und ein Reflektor zur Reflexion des Lichts von rechts eingesetzt, um harte Schlagschatten durch den Einsatz von nur einer Lampe zu vermeiden.

Ich knipse zwar in letzter Zeit mit 2 Lampen, habe aber auch schon mit Erfolg mit nur einer Lampe und
einer Styroporplatte oder auch einem großen Handspiegel als Reflektor auf der anderen Seite experimentiert.
Bin aber davon abgegangen, da mir zum Halten des Spiegels, verändern des Makroschlittens und Bedienen der Kamera
dann doch eine Hand fehlte...   :D

Gruß
Norbert

Offline sapphire

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #2 am: 18 Dec 12, 09:58 »
Hallo Rudolf,

was zählt, ist meines Erachtens nach die subjektive Wirkung des Betrachters. Mein spontaner Eindruck ist zunächst, dass das Ganze recht natürlich aussieht.

Beim zweiten Eindruck wirkt dann aber auf mich die linke Fläche auch zu hell.  Du wirst schon damit Recht haben, dass hier von beiden Seiten entwa gleich beleuchtet wurde, denn die kleinen Flächen in der oberen Kristallmitte sind in etwa so hell wie die rechte Fläche. Die linke Fläche wirkt nur deshalb weniger hell, weil sie uneben ist und vermutlich auch einen anderen Winkel zum Betrachter hat.

Was Norbert schreibt, halte ich für gängige Praxis - ist aber mit Vorsicht zu geniessen. Im konkreten Beispiel ist das für mich schon ein Grenzfall - wie gesagt, ich darf mir das Bild nicht zu lange ansehen  ;)

Was mich übrigens am Bild mehr stört, ist der überbelichtete rechte Bildbereich.

Viele Grüsse
Andreas

Offline Rudolf Hasler

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #3 am: 18 Dec 12, 13:49 »
Hallo Norbert, hallo Andreas,
die Bewertung von Bildern bleibt, so glaube ich, letztlich immer sehr subjektiv.
Ich habe heute ein Photo in "Mineralienbilder" gestellt. Dieses Bild, dachte ich, ist mein bestes bisher.
Es wurde inzwischen 4 mal bewertet (davon einmal mit 9 von mir), und steht momentan auf 7. Damit wäre
es also mein schlechtestes Bild.

Grüße
Rudolf

Offline Tobi

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #4 am: 03 Jan 13, 15:41 »
Ich denke, wenn ein Bild nicht dem natürlichen Sehen entspricht, dann nimmt unser Auge (und unser Gehirn) es auch als irgendwie falsch oder fremd wahr. Um mal auf das Ausgangsbild oben zurückzukommen: Für micht sieht das absolut natürlich aus und ist insgesamt ein atemberaubend tolles Bild, von daher würde ich da auch nichts als unnatürlich bezeichnen. Je nachdem, wo und in welchem Licht man eine solche Stufe betrachtet, kann der Kristall durchaus genau so aussehen wie auf dem Bild.
« Letzte Änderung: 03 Jan 13, 23:14 von Tobi »

Offline uwe

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #5 am: 03 Jan 13, 16:58 »
Ich halte des Bild für sehr gelungen, da hier die Struktur, die neben der Farbe gerade bei Kristallen sehr wichtig ist  hervorragend wiedergegeben ist.

Der Begriff "natürlich" ist bei Mineralen ohnehin grenzwertig, da in Ihrem natürlichen Umfeld, als in Drusen im geschlossenen Gestein, Minerale ohnehin keine Farbe haben. Farbe entsteht nur im Licht und ist auch vom Frequenzbereich des Lichtes abhängig (Alexandrit, Uranglimmer).

Uwe
 

Offline kraukl

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #6 am: 03 Jan 13, 20:47 »
Hi,
auch ich halte das Foto für sehr gelungen und muss Uwe vollkommen Recht geben.

Hier stimmt nicht nur die Struktur, die sehr gut zu betrachten ist, sondern vor allen
Dingen auch die Farbe.

Daran hapert es meiner Meinung nach in letzter Zeit bei vielen Fotos, die hier eingestellt werden.
Da werden Hemimorphite und Calcite fotografiert, die sehen farblich eher wie Coelestin aus, Pyrite
die auf den ersten Blick wie Bleiglanz aussehen, Cerussite und Leiteit, die farblos sein sollen,
auf dem Foto jedoch hellgrün aussehen, weißer Dolomit und farbloser Willemit, die auch gut
als Coelestin durchgehen würden und...  und...  und...
Aber als Krönung des Ganzen finde ich, wenn durch die Bewertungen, die für solche farbverfälschten Fotos
abgegeben werden, diese Fotos auch noch als "Foto des Tages" hochgejubelt werden.

Aber vielleicht betrachten und fotografieren ja mittlerweile die meisten Menschen ihre 
Mineralien mit minderwertigen LED-Lampen und kennen nicht mehr die typische "natürliche" Farbe.

Glückauf
aus dem Ruhrgebiet
Klaus Krause









Offline Rudolf Hasler

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #7 am: 03 Jan 13, 22:05 »
Hallo,
abgesehen davon, dass ich von Matteo Chinellatto noch nie ein schlechtes Bild gesehen habe und wir ihm unzählige wahre Meisterwerke verdanken, entspricht dieses Bild trotzdem ganz und gar nicht dem, was ich unter natürlichem Sehen verstehe. Wenn ich mit einer Wulfenitstufe ins Tageslicht gehe, werde ich niemals ein Bild wie dieses sehen - nämlich, dass 2 gegenüberliegende Flächen gleich spiegeln. Das stört mich persönlich mehr als so manche Farbverfälschung.

Glück auf
aus Bad Bleiberg
Rudolf Hasler

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #8 am: 03 Jan 13, 22:20 »
Hallo,
man würde die Stufe aber in natura sicher nicht nur stur von einer Position aus betrachten, sondern sie langsam etwas drehen und wenden, oder seine Position verändern, um auf verschiedene Kristallflächen, auch mit unterschiedlichem Lichteinfall zu blicken.
Das Bild fasst meiner Meinung nach diese Betrachtungsweise zusammen.

nwsachse

Offline kraukl

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #9 am: 03 Jan 13, 22:22 »
Speziell für dieses Foto:
Wulfenit, Größe: 1,9 mm

Wenn du damit ans Tageslicht gehst, wirst du Schwierigkeiten haben, den Kristall zu sehen.
Wenn du ihn unterm Mikroskop betrachtest, kann es sehr wohl vorkommen, wie auch Tobi
schon geschrieben hat, dass er so zu sehen ist, wie auf dem Foto.

Anders die Farbverfälschungen, das betrifft schon Stufen, die man ans Tageslicht nehmen
könnte und die dann ganz anders aussehen.
Das stört mich und zwar ganz erheblich!
Soll ein Anfänger meinen, Hemimorphit ist hellblau?? - Der Eindruck entsteht hier !

Glückauf
Klaus Krause

Online nwsachse

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #10 am: 03 Jan 13, 22:50 »
Von Tageslicht hatte ich nichts geschrieben, abgesehen davon, könnte man sich ja auch mit seinem Binokular auch, entsprechende Jahreszeit, Tageszeit und Wetterbedingungen vorausgesetzt, z. B. auf den Balkon oder die Terrasse setzen.
Ich halte das für ein sehr gutes Foto und werde es nicht weiter "zerreden".

Jörg N.

Offline kraukl

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #11 am: 04 Jan 13, 19:24 »
Hallo Jörg, N.

mit meinem Posting warst du nicht gemeint!

Ich halte das Wulfenitfoto ja ebenfalls für sehr gut.

Glückauf
Klaus Krause

Offline Rudolf Hasler

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #12 am: 09 Jan 13, 23:57 »
Hallo,
ich nehme an, mit dem Posting von Klaus war wohl ich gemeint. :'(
Mit den Farben hab ich stets Probleme. Kann sein, dass ich auf Grund der
verschiedenen Beleuchtungen (Mineralienschrank - Photolampen - Tageslicht) sowie
der altersbedingten Abnahme der Sehleistung unterschiedliche Farbnuancen nicht mehr
erkenne. Tut mir leid, dass einige meiner Bilder trotzdem zu Bilder des Tages hochgejubelt
wurden.

Grüße
Rudolf

Offline uwe

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #13 am: 10 Jan 13, 11:11 »
@Rudolf,

Die Sehleistung nimmt im Alter nicht unbedingt ab, aber die Linse verfärbt sich gelbbraun. Ich habe es nicht bereut, mir neue Linsen in die Augen einsetzen zu lassen. Ich hatte es schon mal gepostet, aber der Farbeindruck danach ist phänomenal. Eine für mich vorher blassgraue Amethyststufe habe ich danach wieder in die Sammlung gelegt, denn die Farbe war plötzlich ein herrliches Veilchenblau. Übrigens, alle meine Bilder mußte ich nachträglich korrigieren.

Also, vielleicht sollte man die veröffentlichten Bilder nach Altersklassen ordnen  ;D.

Uwe

Offline Wegschmeißit

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Re: Ausleuchten der Kristallflächen
« Antwort #14 am: 10 Jan 13, 11:29 »


Also, vielleicht sollte man die veröffentlichten Bilder nach Altersklassen ordnen  ;D.



Supi. Dann gibt es jedes Foto demnächst viermal:
von 0-20
von 21-40
von 41-end
und einmal in Blindenschrift!  ;D

Dirk

 

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