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Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
Jörg:
Hallo,
ein Thema, welches oft diskutiert wird.
Vorrangiges Problem bei der unterirdischen Endlagerung ist doch Korrosion an den Behältnissen und befürchteter Austritt von reaktiven Gasen.
Warum können die Behälter nicht in Beton mit entsprechenden Additiven eingegossen werden.
Das könnte den Zeitraum bis zu einer Korrosion ins Unendliche ausdehnen.
Was würde, außer den immensen Kosten, dagegen sprechen?
Wenn dieses auf kleine Kammern mit entsprechender Armierung im Beton angewandt würde, verringert sich die Gefahr von Rissbildung gegen null.
Glück Auf!
Jörg
Alcest:
Bevor man hier blind gegen die Kernkraft und Endlagerung schießt, sollte man sich vielleicht damit auseinandersetzen, wo die Rohstoffe unserer modernen Technik (vom Handy bis zu den tollen Windrädern) herkommt. Und wo das Zeug landet, wenn es hier niemand mehr braucht.
*Trommelwirbel*
In der Dritten Welt. Auf brennenden Halden, auf denen Kinder arbeiten und täglich den giftigen Staub einatmen. Warum nicht gleich den ganzen Atommüll dahin verschiffen? Die kleinen schwarzen Kinder interessieren den durchschnittlichen Grünenwähler doch sonst auch nicht. Mit 30 sind die ehemaligen Kinder sowieso alle todkrank, da macht es doch nichts, wenn eventuell 20 Jahre nach ihrem Tod Krebs kommen könnte.
skibbo:
--- Zitat von: Hg am 04 Jan 13, 23:22 ---Das ist ein recht sensibles Thema, in dem sich hoffentlich wirklich die Leute mit dem entsprechenden Fachwissen zu Wort melden.
Bitte aus einem geologischen Thema kein politisches Thema machen!
--- Ende Zitat ---
Alcest:
Dann sollte der Beitrag 2 über meinem auch angepasst werden. Es bleibt eine Frage der Politik und des Wissens der Leute. Solange hier blindlinks mit "Es gibt kein geeignetes Endlager - nirgendwo !" pauschalisiert wird, kann diese Diskussion in einem deutschen Forum im Grunde geschlossen werden.
Letzten Endes gibt es bei der Endlagerung kein Nonplusultra-Gestein. Ein Lager soll 1 Million Jahre lang halten - da entscheidet nicht nur das Gestein sondern auch Tektonik und Geologie. Wer weiß, ob der undurchlässige Ton auch noch in 100.000 Jahre noch da ist oder ob ein Schurkenstaat den bis dahin weggebombt hat.
Irgendjemand hatte mal die Idee, den Abfall in Subduktionszonen zu verfrachten. Das ist neben meiner Afrikalösung wohl weitaus sinnvoller als in Deutschland nach einem Endlager zu suchen. Bezahlen möchte das nur niemand.
berthold:
Hallo,
--- Zitat ---Warum können die Behälter nicht in Beton mit entsprechenden Additiven eingegossen werden.
Das könnte den Zeitraum bis zu einer Korrosion ins Unendliche ausdehnen.
Was würde, außer den immensen Kosten, dagegen sprechen?
--- Ende Zitat ---
Das Problem ist: Es finden Prozesse statt, die mit den derzeitigen Erkenntnissen zur Reaktionskinetik weder prognostizierbar noch abschätzbar sind. Wir wissen einfach nicht wie Beton (auch mit Additiven) langfristig auf die hohe Strahlungseinwirkung, die thermische Belastung und die chemischen Angriffe reagiert. Wir haben es beim Atommüll nicht mit einem einzelnen Element sondern mit einem ganzen Zoo von Elementen zu tun (fest, flüssig, gasförmig) die teilweise recht bunt miteinander reagieren und manchmal werden die Verbindungen auch durch Radiolyse zersetzt bzw. umgewandelt. Das alles nicht bei Normaltemperatur sondern radioaktiv-thermisch aufgeheizt. Nicht mal den Temperaturbereich können wir halbwegs sicher vorhersagen. Man braucht sich nur anzusehen was mit dem Beton des Tschernobyl-Sarkophag los ist...
Gruß
Berthold
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