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Mikro-Fotografie durch ein MBS-10

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Harzsammler:
Hallo,

Danke für Eure Antworten!

Wie mache ich nun weiter? Ich werde zum Mikroskopieren weiterhin das MBS-10 verwenden - dafür reicht es mir.

Mittelfristig möchte ich mir eine Spiegelreflex zulegen und dann mal in der Microfotografie experimentieren. An ein Balgengerät kann ich evtl. herankommen, mal sehen was sich machen lässt.
Ich möchte, wenn möglich den Kauf eines Mikroskopes umgehen und direkt mit der Kamera + Lupenobjektiv oder Balgengerät arbeiten.

Erstmal werde ich meine Klein- und Handstufen ablichten und mich mit Stackingsoftware befassen.

pseudonym:
Mach mal bitte deinen Adapter und die Augenmuschel ab , stell auf Macro ohne Blitz , Af bleibt an , dann setzt du die Kamera direkt aufs Okular , musst langsam bissel hin und herschieben bis der Ausschnitt passt .

Ich mach das mit meinem Billig-Bresser , man muss bissel üben , aber man bekommt das raus , wenn man das in bestimmten Stellungen verkantet werden die Farben verfälscht .

Ich fang immer bei unscharf wegen zu großem Abstand an , und mache Bild für Bild wobei immer Stück für Stück scharf gestellt wird .

Meist passt dann eines der Bilder , wenn ich stacken könnte , müssten eigentlich halbwegs brauchbare Bilder rauskommen - kann ich aber nicht ,leider.

Muss ich mal gelegentlich lernen , hab aber gerade anders zu lernen.


Bei der Analogfotographie gibts noch dieses selten benutzte Verfahren , das ziemlich gut und mit minimalem monetärem Aufwand funktioniert - aber leider nur mit Spiegelreflex :  http://de.wikipedia.org/wiki/Retrostellung

Für ganz hartgesottene geht das auch nur indem man das Objektiv einfach nur verkehrt rum an die Kamera hält , Blende weit zu , (wegen Tiefenschärfe ) ,AF aus -fokussiert wird über den Abstand je nach Objektiv so 2-10 cm ca. , maximales Licht an und loslegen .


Damit geht z.B. sowas in 9x13 , wer errät was das runde schrumpelige ist bekommt von mir kostenlos 10 Stück davon  :


Harald Schillhammer:

--- Zitat von: pseudonym am 08 Mar 13, 22:36 ---Ich mach das mit meinem Billig-Bresser , man muss bissel üben , aber man bekommt das raus , wenn man das in bestimmten Stellungen verkantet werden die Farben verfälscht .

--- Ende Zitat ---

Die Farbverfälschung hat meist damit zu tun, dass die Farbkorrektur bei Billig-Mikroskopen a priori schon schlecht ist. Sogar bei teuren Stereomikroskopen ist man nicht gefeit davor. Auch wenn das Objektiv Apochromatisch ist erfolgt die finale Farbkorrektur am Okular und das wird meist umgangen wenn man eine Kamera anbringt. Das Ergebnis sind dann magenta-farbige Farbsäume antlang von hochkontrastigen Kanten. Das liegt daran, dass unterschiedliche Wellenlängen unterschiedlich gebrochen werden. Meist betrifft das den Blaukanal, der, wenn man sich die verschiedenen Farbkanaäle in Photoshop ansieht unscharf ist und, weil bei Stereomikroskopen nur einer der beiden Strahlengänge genutzt wird, auch noch nach rechts oder links verschoben ist. Dadurch entstehen dann die Farbsäume, die man aber in Photoshop wegkriegen kann (wenn man weiss wie) indem man nur den Blaukanal entsprechend verschiebt. Da die meiste Detailinformaton ohnehin im Grünkanal liegt, hat das auf die Bildschärfe kaum einen Einfluss.


--- Zitat von: pseudonym am 08 Mar 13, 22:36 ---Bei der Analogfotographie gibts noch dieses selten benutzte Verfahren , das ziemlich gut und mit minimalem monetärem Aufwand funktioniert - aber leider nur mit Spiegelreflex :
--- Ende Zitat ---

Ist nicht auf die Analog-Fotografie beschränkt - geht auch mit digitalen Spiegelreflex-Kameras. Und, so selten benutzt ist das gar nicht. Wenn man damit leben kann, dass die Bildqualität nicht erstklassig ist, ist das eine sehr billige Lösung um einmal den Einstieg in den Extrem-Makro-Bereich zu schaffen. Retroadapter gibt es für praktisch alle Bajonet-Typen. Man braucht dazu allerdings auch noch den entsprechenden Gewinde-Adapter der auf das Filtergewinde des Objektivs passt. Für die Methode verwendet man am besten Weitwinkel- bis Normal-Objektive (28-50mm Brennweite).

Der nächste (oder ein anderer) Schritt der nicht viel kostet wäre der Einsatz eines Balgens in Kombination mit einem Vergrösserer-Objektiv (EL-Nikkor, oder Rodenstock Apo-Rodagon, etc.), oder die schon erwähnten Lupenojektive (so man eins findet). Dazu ist aber noch ein Makroschlitten zum Fokussieren anzuraten, bei sehr starken Vergösserungen am besten mit einer vertikalen Spindel die Bewegungen in mm-Bruchteilen erlaubt. Man kann übrigens auch ein WW- oder Normalobjektiv in Retrostellung am Balgen anbringen.

Bei all diesen Lösungen wird man aber um das Stacken nicht herumkommen, denn die Schärfentiefe ist (auch abgeblendet) minimal - ausser man fotografiert sehr flache Objekte. Ausserdem sollte man zu starkes Abblenden vermeiden, denn darunter leidet die Schärfe -  Auflösungsverlust durch Diffraktion (=Beugungsunschärfe). Speziell bei Arbeiten mit Balgen muss man einkalkulieren, dass die effektive Blende durch die Auszugsverlängerung wesentlich kleiner ist als am Objektiv eingestellt. Da kann es durchaus passieren, dass man sich trotz Offenblende bereits jenseits der Diffraktionsgrenze bewegt.


--- Zitat ---Blende weit zu , (wegen Tiefenschärfe)
--- Ende Zitat ---
Siehe oben!

Je nach finanziellen Möglichkeiten gibt es nach oben hin praktisch keine Grenze - aber Basteln ist immer angesagt, denn bis jetzt gibt es keine all-in-one Lösung, egal wieviel Geld man bereit wäre zu zahlen. Meist ist es sogar so, dass Fertiglösungen (z.B. von Leica) den Gegenwert eines kleineren Mittelklassewagens kosten, aber in der resultierenden Bildqualität mit wesentlich billigeren Lösungen nicht im geringsten mithalten können.

Eine einfache Lösung (kostet aber ein bisschen) die mir noch einfällt - wenn man nicht viel basteln will - wäre eine Canon Spiegelreflexkamera und das MP-E 65. Eine hervorragende Optik, die Abb-Massstäbe bis 5:1 erlaubt. Ein motorisierter Makroschlitten (z.B. Cognisys Stackshot) wäre auch noch zu empfehlen. In Kombination mit der Stacking Software ZereneStacker, kann man den ganzen Ablauf dann mehr oder weniger automatisieren.
Als Nikon-User kann ich leider keine verlässlichen Tipps geben welche der billigeren Canons momentan ratsam ist.

Was man bei all dem aber nicht ausser Acht lassen sollte ist die Beleuchtung. Du kannst eine noch so tolle Ausrüstung haben, wenn das Licht ein Mist ist kommt kein ordentliches Foto zustande.

lg

Harzsammler:
Hallo,

ich habe Heute noch mal einen Versuch mit dem MBS-10 gestartet. Fotografiert wurde nur durch das Objektiv. Das Ergebnis ist im Gegensatz zu Vorher schon mal nicht schlecht und durch Stacking sicher noch ausbaufähig. Beim schauen durch das Objektiv ist mir auch der leichte "Sonnenbrilleneffekt" durch die Linsenbeschichtung aufgefallen. Kann man so eine Beschichtung evtl. entfernen? Woraus besteht die?

Die Fotos zeigen den Aufbau sowie das Fotomotiv - ein mir unbekanntes Mineral vom Flußschacht/Rottleberode Bildbreite 6mm.

cmd.powell:
Hi

Die "Beschichtung" ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Vergütung und die solltest Du lieber nicht entfernen (außer Du bist starker Raucher, dann ist es eine Nikotin/Teerbeschichtung, die darf weg  ;) - klappt ganz gut mit Wasser und etwas Spüli ). Dadurch wird die Transmission der Linsen verbessert und die Reflexion an den Oberflächen verringert. Entfernst Du die Vergütung, wirst Du nur vermehrt Streulicht und irgendwelche Reflexionen haben, die machen das Bild nicht besser. Das Zauberwort heist hier: Weissabgleich ! Den kann man sowohl bei Kameras (leider oft nur bei den etwas teureren Modellen) oder auch nachträglich mit Photoshop etc. machen.

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