Warum brechen Vulkane im Winter auf der Nordhalbkugel
häufiger aus als während der Sommermonate?
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Die Ursache dafür hängt mit dem globalen Wasserkreislauf zusammen.
Der Grund für diesen unerwarteten Zusammenhang liegt nach Ansicht
der Forscher in globalen Schwankungen des Meeresspiegels, die vom
Nordwinter stärker beeinflusst werden als vom Winter auf der
Südhalbkugel. Über die Untersuchungen von Ben Mason und seinem
Team von der Universität Cambridge berichtet der Online-Dienst
der Fachzeitschrift "Science".
Im Durchschnitt liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Vulkanausbruch während der nördlichen Wintermonate um knapp 20 Prozent höher als
während der anderen Jahreszeiten. Bei den Vulkanen der
pazifischen Randgebiete steigt diese Wahrscheinlichkeit
sogar um 50 Prozent an. Dabei sind Vulkane auf der
Südhalbkugel der Erde genauso betroffen wie die auf
der Nordhalbkugel.
Alle bisher vermuteten Ursachen
für Vulkanausbrüche wie vorangegangene Erdbeben, eine
hohe Belastung des Bodens durch heftigen Schneefall
oder Ebbe-und-Flut-Zyklen konnten dieses ungewöhnliche
Muster nicht erklären, berichten die Wissenschaftler.
Bei ihrer Suche stießen Mason und seine Kollegen jedoch
auf einen Zusammenhang zwischen dem globalen Wasserkreislauf
und der Wahrscheinlichkeit für Vulkanausbrüche. Im Winter
fällt ein Teil des weltweit zirkulierenden Wassers als
Schnee oder Regen auf festes Land und fehlt für eine
gewisse Zeit in der Wasserbilanz. Dadurch sinkt der
Meeresspiegel leicht ab und der Druck des Wassers auf
die Küstenregionen ändert sich. Das kann zu einer leichten
Verformung der Landmassen führen, die ausreicht,
Vulkanausbrüche auszulösen. Da die Nordhalbkugel mehr
Landmasse besitzt als die Südhalbkugel, ist diese
Deformation und damit die Wahrscheinlichkeit für einen
Vulkanausbruch während des Nordwinters deutlich stärker
ausgeprägt als während des Südwinters.
Die Forscher
hoffen nun, mithilfe ihrer Entdeckung die Vorhersagen
für Vulkanausbrüche verbessern zu können.
Quelle: NPO 04.05.2004
Gruß Peter