Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Bestimmungsanfragen zu Schlacken/Gläsern/Kunstprodukten
Hmmm Was könnte es sein? Eisenschlacke? Meteorit? / Ersteres
Schorsch63:
Ich bin am Rätseln. Ich habe diesen merkwürdigen "Stein" bei einem Spaziergang gefunden. Er wurde wahrscheinlich von einem Bauern beim Umpflügen des Ackers freigelegt. Der Stein ist für die Größe (ca. 10cm x 9cm x 7,5cm) recht schwer (rd. 1950 g). Ein Magnet bestätigt die Eisenhaltigkeit. Außerdem ist er nicht porös, sondern recht hart. Man sieht bei Lichtbestrahlung kleine eingeschlossene Kristalle glitzern. In dieser Gegend gibt es allerdings solche "Steine" nicht. Da recht nahe des Fundortes ein Hügel ist, der (angeblich) von Kelten bewohnt gewesen sein soll, tippte ich auf einen Klumpen Eisenschlacke, ein Bekannter wiederum meinte, es könnte auch ein eisenhaltiger Meteorit sein... Ich bin nun hin und her am Überlegen... Vielleicht hat Jemand aus dem Forum einen Tipp. Vielen Dank im Voraus...
thdun5:
Hallo,
leider muss ich dich enttäuschen, aber ein Meteorit ist es definitiv nicht ;)
--- Zitat ---(ca. 10cm x 9cm x 7,5cm) recht schwer (rd. 1950 g). Ein Magnet bestätigt die Eisenhaltigkeit.
--- Ende Zitat ---
--- Zitat ---Fundortes ein Hügel ist, der (angeblich) von Kelten bewohnt gewesen sein soll
--- Ende Zitat ---
Ob das Stück nun wirklich aus der Keltenzeit stammt, ist zwar durchaus fraglich, aber ich würde sagen, dass es eine Eisenschlacke ist.
Gruß
Daniel
smoeller:
Hallo,
Das ist ein Stück Eisenschlacke, bestehend überwiegend aus Eisensilikat (Fayalit). Das Alter ist leider schlecht zu sagen, es hat in Deutschland seit 2500 Jahren Eisenbergbau und -verhüttung gegeben. Ein Alter wäre nur anhand von Holzkohleresten in der Schlacke mittels Altersbestimmung (C-14-Methode) festzulegen.
Glück Auf!
Smoeller
Schorsch63:
Vielen herzlichen Dank für die fachlichen Antworten. In der Tat gab es mal früher Forschungen in dem Gebiet, wo man (angeblich) Siedlungsspuren der Kelten gefunden hatte (Ubier) es ist einer der alten Keltenhügel im Verbund Taunus (u.a. Altkönig) in Richtung Gießen bis Dünsberg... Es führt ebenso eine alte Keltenstraße unmittelbar daran vorbei... Insofern bestätigt das meine Vermutung. Die Kelten brachten ja die Kunst der Eisenherstellung (in Rennöfen) in unsere Gegend. Insofern ein weiterer Beleg für die Besiedlung des so genannten Hünerküppels. Als die Ubier von der Römern später umgesiedelt wurden, verfielen diese Kelten-Lager... Seitdem war diese Gegend auch nicht mehr besiedelt. Insofern bleibt hier nur die Schlussfolgerung, daß die Eisenschlacke aus der Keltenzeit stammen muss... Vielen Dank!!!
heli:
Mit so Schlußfolgerungen würde ich sehr vorsichtig sein !!
Vorallem im Mittelalter, aber auch noch bis ins 19. Jh. wurde an allen möglichen Ecken abgebaut.
BG
Helmut
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