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Polymorphie

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rheinkiesel:
Hallo,
beschäftige mich gerade mit Polymorphie.

Nun gibt es bei Eisen ja Goethit und Lepidokrokit mit der gleichen chem. Formel. Einmal als alpha- und einmal als gamma- FeO(OH). ist das jetzt auch ein Beispiel für Polymorphie ? Was bedeuten das alpha bzw. gamma ?

Kann mir das jemand in einfachen Worten erklären ?

Viele Grüße
Rheinkiesel

Collector:
Hallo Rheinkiesel

schau doch mal ins Lexikon, da steht eine recht anschauliche Erklärung zu Polymorphie ( Polymorphismus).

Ein kristalliner Stoff kann zwei oder mehr sogenannte "Modifikationen" der Kristallstruktur zu bilden, im Zusammenhang mit der Veränderung der physikalischen Eigenschaften. ( u.a. auch Übergänge bzw. Umwandlung von Modifikationen  bei Änderung der äusseren Bedingungen von alpha zu beta. Eine Umkehr, bei Wiederherstellung der ursprünglichen Bedingungen, d.h. von beta zu alpha, heisst Enantiotropie ).

Man unterscheidet die verschiedenen polymorphen Modifikationen durch Voranstellen der griechischen Buchstaben alpha, beta , gamma usw.
(zBsp. alpha-Quarz = Tiefquarz, beta-Quarz=Hochquarz). Die Buchstaben entsprechen im wesentlichen der Erhöhung oder Erniedrigung der Umwandlungstemperatur.

Nicht nur Goethit und Lepidokrokit sind beständige polymorphe Modifikationen; typisch auch Graphit und Diamant, Böhmit und Diaspor, etc.  Polymorphie ist im MIneralreich weit verbreitet.
Beim Schwefel gibts sogar sechs polymorphe Modifikationen, von denen allerdings nur drei natürlich vorkommen.

gruss
collector



Galenit:
Hallo Rheinkkiesel!
Bin kein Fachman auf dem Gebiet,  aber als Form der Polymorphie würde ich es nicht sehen. Es müsste chemische Verwitterung in verbindung mit H2O und Fe 2wertig zu 3wertig sein.

Ausser Goethit und Lepidokrokit gibt es ja noch den sehr seltenen (!) Ferrihydrit.
Welches Mineral entsteht, hängt allein mit der Oxidation von 2-wertigem Eisen zusammen und der Geschwindigkeit in der dies geschieht.
Landsam --> schneller --> ganz schnell
Goethit --> Lepidokrokit --> Ferrihydrit.

Fe - Oxide
á - FeOOH - Goethit
5 Fe2 O3 · 9 H2O - Ferrihydrit
á - Fe2 O3 - Hämatit
ã - FeOOH - Lepidokrokit
ã - Fe2 O3 - Maghemit
(sieht nicht wie Polymorphie aus....)


Ich hoffe ich habs selber einigermaßen richtig verstanden und dir helfen können.
Aber hier gibts dafür sicher noch einen Fachmann im Forum.

Glück Auf
Stephan

Collector:
@Rheinkiesel
@EndOfAllHope

hoffe dass wir Rheinkiesel nicht verwirren.

Aber - da scheints ( bei EndOfAllHope )  ein kleines Missverständnis zu geben.

a. Es gibt eindeutig vier (4) polymorphe Eisenhidroxide

1. alpha-Fe3+O(OH) = Goethit    (orthorhombisch, trimorph mit Lepidokrokit und Feroxyhyt
2. beta-Fe3+(O,OH,Cl) = Akaganeit (mon-/ps.tet.polymorph mit Feroxyhyt, Goethit und Lepidokrokit)
3. gamma-Fe3+O(OH) = Lepidokrokit (orthorhombisch, trimorph mit Goethit und Feroxyhyt )
4. delta-Fe3+O(OH) = Feroxyhyt (Hexag., trimorph mit Goethit und Lepidokrokit

b. Ferriihydrit ist meines Wissens nach keine polymorphe Modifikation, sondern (nominell) Fe2O3.9 H2O, trigonal, ohne Bezug zur Polymorphie.

c. Hämatit ist alpha-Fe2O3 und  polymorph  mit  Maghemit ( gamma-Fe2O3, dimorph mit Hämatit)

Die Entstehung der o.a. 3 polymorphen Eisenoxide (alpha, gamma, delta) beruht eindeutig auf Veränderungen von Temperatur, Druck und Löslichkeit (erniedrigte Temperatur = höhere Koordinationszahl, Abnahme des Drucks = Verringerung der Koordinationszahl ). Auch Übergänge vom labilen über den metastabilen zum stabilen Zustand sind veraantwortlich für Modifikationen (Polymorphie).

gruss
collector




Galenit:
Mus ich ja doch nicht nochmal nachschlagen :)
Hoffe du bist dir sicher  ;D sonst habs ichs wieder flasch .... :'(

... ich schlags doch mal nach wenn ich wiede rmeine Bücher hab :D

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