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Autor Thema: Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren  (Gelesen 6421 mal)

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Offline Penz

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Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren
« am: 12 Nov 13, 23:45 »
Hallo zusammen

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Einbau von Mineralien in Armbanduhren.
Beiliegend Bilder von Landschaftsmergel,  stabilisierten Mamuthzahns und Serpentin.
Da ich aber von Mineralien aber wenig Ahnung habe meine Frage an euch Spezialisten.
Welche Mineralien erfüllen alle folgende Eigenschaften?
- Opak
- Kompakt und ohne Poren
- Mehrfarbig
- leicht erhältlich in Größen über 40mm Durchmesser

Ich habe z.B. schon mit Malachit und Chrysokoll experimentiert, aber diese Mineralien sind zu brüchig.
Buntkalke gehen ganz gut, sind farblich aber nciht unbedingt der Hammer.
Wenn ihr Mineralempfehlungen für mich habt, dann bitte-danke

LG TÜVtler

Offline Brodi69

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Re: Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren
« Antwort #1 am: 13 Nov 13, 07:39 »

Hallo TÜVtler

Der Einbau von Gesteinen oder Mineralien in Armbanduhren hat schon die Tissot (Rock Watch) fast zur Verzweiflung gebracht. Erst mal aber ein Kompliment für deine gezeigten Stücke... da bekomme ich gleich Kaufinteresse... aber das ist ein anderes Thema. Zu den Gesteinen oder Mineralien: Viele Mineralien sind in kristallisierter Form spaltbar, was sich auch oft im Namen wiederfindet (Kalkspat, Feldspat etc.), daher werden diese Mineralien oder Gesteine, in denen diese in grösseren kristallinen Partien vorkommen ungeeignet sein. Sedimente sind oft zwar farblich ansprechend, manchmal aber zu wenig verfestigt, als dass sie geeignet sind. Wobei hier auch verkieselte Gesteine, harte Kalkbänke oder methamorphe Gesteine wie Marmor teilweise sehr gut geeignet sind. Gneise und kristalline Gesteine können geeignet sein, haben aber oft auch Feldspatanteile, die wieder eine Brüchigkeit begründen.

Fazit: Generelle Aussagen sind kaum möglich, jedoch sind Aufzählungen möglicher Gesteine denkbar, die Liste würde jedoch sehr lang und du brauchst denke ich zu jedem Mineral oder Gestein einen Fundort... oder Bezugsquelle. Aus den Erfahrungen der Tissot bleibt dir letztlich aber nur das Austesten der Gesteine, ob sie geeignet sind. Viele Gesteine lassen sich aber stabilisieren und so verwenden. Was ich dir anbieten könnte sind ein paar wenige Jaspise, opake Achate, Hochdruckperidotit mit Pyropen (bedingt geeignet) anbieten, als Sammler aber nur in kleinen Mengen.

Grüessli
Christian


Offline Wegschmeißit

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Re: Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren
« Antwort #2 am: 13 Nov 13, 08:08 »
Hallo TÜVtler

Ich hab da mal ´ne ganz andere Frage: Was kostet so eine Uhr?

Gruß Dirk

Offline heli

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Re: Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren
« Antwort #3 am: 13 Nov 13, 13:04 »
Wenn ich mir so ansehe aus was für Materialien Steinobjekte (bei uns scheinen z. Z. vor allem Steinteller und -schüsseln sehr modern zu sein) gemacht werden, sollte es genügend Möglichkeiten geben. Allerdings sind diese Gesteine durchwegs stabilisiert um einerseits das Risiko des Zerspringens und andererseits ein Abbrechen am Rand zu reduzieren, was alleine schon durch die Belastung (Druck, Hitze) beim Schneiden und Schleifen passieren kann.
Aber auch viele Schmucksteine sind behandelt um die Stabilität zu erhöhen.

Da ich in diesem Bereich nicht tätig sind, kann ich dir leider nicht sagen, welche Mittel (vor allem Harze) hier im Einsatz sind.

Da müsste sich einer der Spezialisten aus der Ecke Steinbearbeitung melden.

Offline Pit

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Re: Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren
« Antwort #4 am: 13 Nov 13, 13:27 »
Hallo,

auch wenn das vielleicht nix besonderes ist, aber diverse Quarz-/Chalcedonvarietäten sind bestimmt gut nutzbar, wie Achat, Jaspis, Heliotrop, Chrysopras, Amethystquarz etc. Auch verkieseltes Holz kann sehr nett aussehen. Das meiste ist auch in Menge und Größe passend und mit ordentlicher Qualität erhältlich.

Abgesehen davon mal als Idee, warum nicht mal einen Glimmer wie Muskovit etc. spalten und in dünner Schicht verarbeiten, das stelle ich mir interessant vor (lässt sich halt nur nicht schleifen und polieren, und ist in zu dünner Schicht transparent).

Ciao, Peter

Offline Penz

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Re: Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren
« Antwort #5 am: 14 Nov 13, 00:13 »
Hallo Zusammen

Erstmal vielen Dank für die Antworten. Opak d.H undurchsichtig ist eine der wichtigsten Anforderungen, denn bei 0,5mm Dicke ist sehr viel Durchsichtig und verliert an Farbe und Feuer, bzw ergibt sich die Frage,mit welcher Farbe (weiß oder schwarz) hinterlege ich das Zifferblatt. Beim Mamuthzahn ist z.B. weiß der Hintergrund den man in den Rissen die mit Harz gefüllt sind sieht.
Was ich vergessen habe zum dazuschreiben, Quarz (Achat) habe ich bereits versucht, ist aber von der Härte die oberste grenze für meine Werkzeuge. Also ich würde sagen alle was über 7 in der Härteskala ist, ist momentan zu hart für mich. Wichtig ist auch, dass sie auf kleinem Raum sehr bunt oder kontrastreich (wie z.B. Magnesit nur wird dieser leicht durchsichtig und verliert stark an Farbe) sind.
Eine Quarz Serpentin Granat Mischung von einer Bergtour in Tirol habe ich erfolgreich bearbeitet, aber das war auch an der Grenze meiner  Werkzeuge.

Über einen Preis habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, da ich keinerlei Garantie für die Uhren übernehmen kann und daher gibt es sie z.Z. nur im Bekanntenkreis als Geburtstags- Weihnachts- und Hochzeitsgeschenke

Sollten noch weitere Ideen für geeignete Mineralien auftauchen damit ich gezielt danach bei Händlern fragen kann, so wäre mir sehr geholfen.

LG TÜVtler

Offline daniel d.

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Re: Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren
« Antwort #6 am: 15 Nov 13, 09:15 »
Hallo.
Als Idee fuer passende Mineralien. ...
Larimar,  dendritenopal, mookait, landschaftjaspis, sugilith, schneeflockenobsidian, stromatolith, tigerauge & eisen, charoit, pietersit, malachit
Die koennte ich mir spontan als schoen vorstellen. Ob die nach deinen Kriterien passen, musst du schauen...

Ich glaube wenn eine uhr mit zb larimar und die andere mit jaspis gemacht wird, sollten sich auch unterschiedliche Preise gestalten.
Ist ne gute Idee mit den Uhren, wobei ich sagen muss, dass mir das Gehäuse zu schlicht ist fuer teilweise so hochwertige Mineralien.
Wenn du ausdrücklich darauf hingewiesen hast dass die uhren ohne Garantie laufen, kannst du diese auch so verkaufen, glaube ich.
Vom Gefuehl her wuerde ich diese uhren zwischen 10 & 30 € haben wollen.

Ach noch was. Immer selber verkaufen ;)
Ich baue Lampen, die ich probiert habe in versch. Geschäften anzubieten. Was die einem dafür geben wollen um die selber zu verkaufen ist echt ein witz. Teilweise weit unter dem EK.

Das mit dem Gehäuse der Uhren ist aber auch Geschmackssache. Bin halt von der jüngeren Generation.... könnte mir aber vorstellen, dass die "laufen"  :D

Mfg daniel d

« Letzte Änderung: 10 Feb 14, 11:18 von Stefan »

Offline Penz

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Re: Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren
« Antwort #7 am: 15 Nov 13, 16:55 »
Hallo zusammen

Danke für die Mineraliennahmen, sie helfen mir schon weiter. Sugilith habe ich schon verbaut (Geschenk eines Freundes). Der Larimar gefällt mir persönlich besonders gut,  ich befürchte nur, dass er seine Farbe verliert. Aber ich werde es sicher versuchen.
Die Gehäuse wähle ich bewusst schlicht um die Aufmerksamkeit auf den Stein zu lenken.

Deine Preisvorstellung spiegelt das Dilemma aller Handwerkbetreibe wieder. Schätze mal wieviele Stunden an so einem Zifferblatt gearbeitet werden muß? Dann schau mal nach was Meteoritenuhren kosten. Wobei diese wesentlich einfacher zu verarbeiten sind und der Materialeinsatz nicht wirklich der ausschlaggebende Preisfaktor ist. Nachdem du ja selbst schöne Kunstwerke fertigst, erzähle ich dir sicher nichts neues.

Ich bin auf jeden Fall für jeden weiteren Mineralien-Vorschlag dankbar.

LG TÜVler

Offline daniel d.

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Re: Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren
« Antwort #8 am: 15 Nov 13, 17:25 »
sugilith sieht mit der uhr wiederum sehr schön aus. Passt...

Wenn ich da mal so grob kalkulieren muesste mit dem verkauf...
Rohling uhr, demontage, montage, steine besorgen, bearbeiten, anpassen, etc...
Gerechnet mit einem stundensatz ca 35 €. Ich sag mal, selber gemacht ohne form, dann muesste die uhr 300 € kosten.
Welcher preis ist aktzeptabel???
Ich glaube da kann man drueber streiten.... aber geschaetzt bis 100€ kann man gehen.

Bin gespannt, wie sich das entwickelt,  glaube aber das nachfrage nicht gering ist, nicht nur bei mineraliensammlern.
 
Eine nicht unwichtige empfehlung habe ich noch!
Mach dir ein gebrauchsmuster aehnlich wie patent darauf, bevor dir das jmd nachmacht.
Kostet in dt rund 1000 € europaweit dann ca 1500 €. Nach 20 uhren oder so machst du reinen gewinn.
Hast nach deutschem recht bis zu 1 jahr zeit zum testen (wofuer ebay nicht schlecht waere)
Mfg daniel

Offline Penz

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Re: Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren
« Antwort #9 am: 18 Nov 13, 17:21 »
Hallo Daniel

Deine Preisschätzung bewegt sich im unteren Bereich den ich mir vorstelle. Dabei ist aber mit einem Stundensatz mit 15€ gerechnet. Allein um das rechteckige Datumsfenster zu fräsen sind ca.1,5h erforderlich.
Über ein Gebrauchsmuster mach ich mir keine Gedanken, da ich mit jeden der ähnliches versucht gerne Erfahrungen austauschen möchte.
Weites ist es mit dem Verkauf so, dass das Hobby dann zur Arbeit wird. Ein mal habe ich eine Uhr auf Bestellung gemacht, und wie es der Teufel so will hat der gewünschte Stein dann große Probleme gemacht und ich habe die Uhr gerade noch so fertig bekommen. Eine Erfahrung die mir eine Lehre war.
Dennoch danke für diene Tipps, wer weiß was in einem Jahr ist und dann komm ich vielleicht darauf zurück.

Ich bin nun auf der suche nach interessanten Serpentin Varianten (Soll eine Uhr für einen Jäger werden) wo finde ich was geeignetes?

LG TÜVtler


Offline Fritzi

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Re: Mineralien als Ziffernblatt in Armbanduhren
« Antwort #10 am: 19 Nov 13, 20:39 »
Hallo,

Zitat: "Ich bin nun auf der suche nach interessanten Serpentin Varianten (Soll eine Uhr für einen Jäger werden) wo finde ich was geeignetes?"

Da fällt mir der Serpentinitsteinbruch bei Zöblitz ein. Dort sollten Funde von Serpentin-Mineralien möglich sein.

BG
Claudia

 

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