Hier noch ein paar Informationen zum Hielscherit aus unserer DVD die Minerale der Vulkaneifel:
Allgemeines zum Mineral:
Das neue Mineral Hielscherit (benannt nach Klaus Hielscher, Steinbach, Hessen, einem Spezialisten der Mineralogie des Steinbruchs im Zeilberg bei Maroldsweisach) ist ein Glied der Ettringit-Gruppe.
Vor einigen Jahren übergab K. Hielscher eine Probe einer SO3-enthaltenden Thaumasit-Varietät (mit CO3>SO3) vom Zeilberg an S.N. Britvin. Diese Probe wurde von S.V. Krivovichev und N.V. Chukanov untersucht.
Hielscherit (IMA 2011-037), ist ein neues Mineral aus der Ettringit-Gruppe zu der noch Thaumasit, Buryatit und Kottenheimit (IMA 2011-038) gehören.
Hielscherit ist das Analogon von Thaumasit in welchem der größere Teil der (CO3)-2-Gruppen durch (SO3)-2 substituiert ist und bildet eine Mischkristallreihe mit Thaumasit, wobei das Verhältnis (SO3)-2 / (CO3)-2 wechselt, während der (SO4-)-Gehalt konstant bleibt.
Hielscherit ist nach Scotlandit, Hannebachit, Gravegliait und Orschallit erst das fünfte Mineral welches als speziesbestimmendes Anion Sulfit (SO3)-2-enthält. Drei dieser Minerale, Orschallit, Hannebachit und jetzt Hielscherit, haben ihre Typlokalität in der Vulkaneifel (643).
Beschreibung des Minerals von Eifelfundorten:
Hielscherit bildet in Hohlräumen von Klüften des Alkalibasalts der Typlokalität Grauley, genau wie der Thaumasit, lange, haarig-wirrstrahlige oder dicht verfilzte, wollige bis massige Kristallaggregate und Anhäufungen. Sehr selten bildet Hielscherit auch vollkommene, kurzprismatische, durchsichtige, farblose Kristalle. Die einzelnen Kristalle weisen eine Länge von 0,05 bis 2mm bei nur 3-5µm Dicke auf. Sie werden von hexagonalen Prismen {100} und/oder {110} und dem Pinakoid {001} begrenzt. Einzelkristalle sind seltener und dann farblos klar, während Aggregate und dichtere Massen schneeweiß erscheinen. Meist sitzt der Hielscherit, als späthydrothermal gebildetes Mineral auf Phillipsit-Kristallen oder -Krusten. In einer anderen Paragenese (auch aus der Grauley) ist er mit Gismondin vergesellschaftet. Als weitere, seltenere Begleiter sind an der Grauley Diopsid, Albit und Kalifeldspat aufgetreten.
Beschrieben ist er, genau wie der Thaumasit, als lange, wirrstrahlige oder dicht verfilzte, wollige bis massige Kristallaggregate und Anhäufungen in Hohlräumen von Klüften des Alkalibasalts der Typlokalität Grauley. Die einzelnen Kristalle weisen eine Länge von 0,05 bis 2mm bei nur 3-5µm Dicke auf. Einzelkristalle sind farblos klar, während die Aggregate schneeweiß erscheinen. Meist sitzt der Hielscherit als späthydrothermal gebildetes Mineral auf Phillipsit-Kristallen oder -Krusten. In einer anderen Paragenese (auch aus der Grauley) ist er mit Gismondin vergesellschaftet (643)
Jetzt wurde Hielscherit an der Grauley auch in der Paragenese mit Dolomit, Kupferkies, Hochquarz und Tridymit gefunden und bestimmt. Er bildet winzige, farblose, hexagonale Prismen mit der Basis als Endbegrenzung, die auf einer grünen Smektit/Montmorillonit-Kruste einen feinen Belag bilden. Die Kriställchen sind so klein, dass sie zunächst als Schmutz angesehen wurden. Erst als sie durch kräftiges Pusten nicht zu entfernen waren wurden sie näher untersucht. Unter dem Mikroskop konnte bei 100-facher Vergrößerung die Kristallform andeutungsweise erkannt werden. Das Rastermikroskop zeigte dann, bei noch stärkerer Vergrößerung, die modellhafte Ausbildung der „Staubkörner“. Die analytische Untersuchung ergab nur Calcium, Schwefel und Silizium und zeigte die Abwesenheit von CO 3 2- , sodass das Vorliegen von Hielscherit fast sicher anzunehmen ist (642).
Eine visuelle Unterscheidung zwischen Hielscherit und Thaumasit ist nicht möglich. Selbst eine EDX-Analyse, bei der man Sulfit und Sulfat nicht unterscheiden kann und ebenso Carbonat nicht quantitativ nachweisen kann, hilft hier nicht weiter. Auch eine pulverdiffraktometrische Röntgenanalyse kann kaum helfen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Hielscherit bisher immer als Thaumasit angesehen wurde. Thaumasit und Hielscherit können jedoch relativ einfach durch IR-Spektroskopie unterschieden werden, ausgenommen in Fällen in denen das Verhältnis SO32- zu CO32- etwa 1:1 ist.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Hielscherit auch an anderen Fundstellen der Vulkaneifel wie Löhley, Rother Kopf u.a. auftritt ist nicht sehr groß und nur mittels eindeutiger Analysenmethoden zu beweisen. Von den mehreren Dutzend Proben von verschiedenen Lokalitäten der Vulkaneifel enthielten zwar einige SO32--Gruppen, dies aber gegenüber den CO32--Gruppen in deutlich untergeordneten Anteilen. Dies unterstützt die Vermutung, dass Hielscherit in der Eifel nicht sehr verbreitet auftritt (643)!
Darum wieder der Hinweis an die Sammler:
Hielscherit nur akzeptieren, wenn entsprechende Analysendaten vorliegen.
Gruß
Günter Blaß