Hallo Tarantino,
Ja, die von mir verwendeten Lacke sind alle wieder entfernbar mit Spiritus (dauert aber lang) oder mit Aceton (nehm ich, weil es schneller geht). Du kannst diese Lacke aber auch super als endlackierung nehmen, weil sie so gut wie nicht vergilben, nicht schrumpfen, gut festigen und auch in der Restauration schon lange erfolgreich angewendet werden. Wie gesagt würde ich an Deiner Stelle lieber auf Schellack verzichten (Schrumpf) und auch Zaponlack ist nicht unproblematisch: alle Nitrozelluloselacke, wozu Zaponlack gehört versprödet, vergilbt und altert und gibt im Laufe der Jahre sogar Säuren frei! Wenn also Pyritisierung vorliegt voll ungeeignet und für brüchige fossilien ungeeignet. Fluate sind extrem gesundheitsschädlich und zersetzen Metalle. Also Finger weg davon. Von Rember gibt es aber auch geeignete Sachen wie z.B. Rembertin-S, ein Silikonimprägniermittel, das sich z.B. hervorragend für Schiefer eignet, weil dieser dann ein dauerhaft bergfeuchtes Aussehen (schwarz) bekommt. Um Kontraste nicht verloren gehen zu lassen, die Knochen/Fossilien aber mit Lack einlassen (siehe meine empfohlene Liste Polyvinylbutyral oder Polymethacrylate wie Acryloid B 72, Paraloid B 67 oder B 72 oder Osteofix)). Andere Farbtonvertiefer, die geeignet sind sind z.B. Lithofin MN (Lithofin-Stingel-chemie) und HMK S 35 matt (Möller-chemie).
Nun zurück zur Ameisensäure: Nicht empfehlenswert in höheren Konzentrationen, weil dann die Phosphatlösung und die Verfärbungen noch extremer werden. Du kannnst die alte Lösung nochmal nehmen (die ist ja dann schon gepuffert) und sie mit etwas frischer Säurelösung wieder aktivieren.
Wenn in deiner großen Platte die Knochen drin bleiben sollen, wirds komplizierter: Du mußt die Plattenränder und die Rückseite gut isolieren, sonst ätzt du sie mit weg. Das geht auch mit Wachs, ist nur hinterher ne Sauerei zum entfernen, geht aber (Heißes Wasser oder Heißluftfön). Sonst gibt es da kein Problem. vorgehensweise wie üblich.
Essigsäure kriege ich im Chemikalienhandel, Du kannst aber auch Essigessenz nehmen und die verdünnen (Haushaltsprodukt). Verarbeitung und Konzentration genau wie bei Ameisensäure, nur langsamer (kann man 38-42 Stunden drinlassen) und schonender. auf keinen Fall darf Essigsäure mit Ameisensäure gemischt werden, weil sich dann die Knochen gleich in Wohlgefallen auflösen. Also bei einer Säure bleiben, oder dazwischen sehr gut wässern!
So, das müsste vorerst genügen. Wenn du noch weitere Fragen hast, nur zu.
Gruß
Profipräp