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Was ist das? Neuburg 2008 / Schwamm + Ammonit
Helicat135:
edit Moderator: das Thema wurde geteilt, der das Kieselholz betreffende Teil jetzt unter "Paläobotanik / Bayern"
Hallo,
hier ein paar Neufunde aus Neuburg a. d. Donau.
Die Fotos sind leider etwas mies, da ich gerade nicht daheim und auf Fremdequipment angewiesen bin.
Hoffe, ihr könnt mir trotzdem helfen...
Was könnte das sein? Liegt neben einem Ammo im grauen Kalkstein ("Marmor")
Wir waren in einem - ja, was ist das? Sandwerk? Kalkgrube?? Steinbruch??? Na halt eins der vielen tiefen Löcher im Wald besuchen.
Da gab es die Stücke. Glaube, das sie dort bis zu den Malmkalken gegraben haben- war zumindest viel,tiefliegendes, weisses Kalkgestein. Im Sand darüber fand man hin und wieder schöne Dentriedenkalke (schreibt man das eigentlich so?) und an der einen Stelle war die Erde abgetragen. Da habe ich leider vor zremtem Holz den Wald nicht mehr gesehen und bis auf einen Maulwurfkadaver nichts gefunden ::). Der Bruch/die Grube muss aber erst aufgeschlossen werden, da dort jede Menge brandneue Cat-Bagger und Volvo Kipper standen aber das Areal noch relativ (!) klein war...
Hätte man einen Hammer und einen Meissel dabei gehabt hätten sich dort aber jede Menge Plattenkalke zum spalten gefunden. Man /Frau hatte aber leider nichts dabei...
Helicat135:
Und das? Im Plattenkalk- ist das was?
triassammler:
Hallo Cat!
1. -könnte- ein Kieselholz sein. Müsste man sich aber genauer bzw. in besseren Bildern anschauen. Wenn Du wieder an besseres Equipment kommst mach mal schärfere Bilder und Makroaufnahmen!
2. Ist der Querschnitt eines Schwamms in "Treuchtlinger Marmor" (Malm delta 2/3)
3. Ist ein Ammonit. Mehr kann man dazu nicht sagen, dazu ist die Erhaltung zu schlecht.
Gruß,
Triassammler
Helicat135:
Hmmm, wenn das ein Schwamm ist. was hat der dann innendrin für eine Struktur?
Findet man sowas häufig? Und wie kann sowas relativ weiches erhelten bleiben?
triassammler:
Hallo Cat,
das ist die Ausströmöffnung (Osculum), die für viele Schwammarten charakteristisch ist. Durch sie strudeln die Schwammzellen gemeinschaftlich Wasser aus dem Schwammkörper heraus, das sie zum Zweck der Nahrungsfiltration zuvor über die Außenflächen aufgenommen haben (http://de.encarta.msn.com/media_1201552535_761560179_-1_1/Aufbau_eines_Meeresschwammes.html)
Der überwiegende Teil der erhaltenen Schwämme in den Oberjurakalken gehört zu den Kalk- und Kieselschwämmen. Deren Nadeln (Skleren) hielten den Schwammkörper auch noch nach dem Absterben des Organismus für eine Weile zusammen. Das genügte meist, dass sich kalkfällende Bakterienrasen auf der Schwammleiche ansiedeln und sie mit einer konservierenden Kalkschicht überziehen konnten. Das nennt man dann "Kalkmumienerhaltung". Außerdem waren speziell die becherförmigen Schwämme bereits zu Lebzeiten passiv teilweise im Sediment vergraben, was die Erhaltung noch weiter begünstigte. Wenn man sich jetzt noch vor Augen hält, dass damals unendlich viele Schwämme in den Schwamm-Mikroben-Riffen wuchsen, ist die häufige Erhaltung von Schwämmen nicht erstaunlich.
De facto bestehen die meisten braunen und dunklen Fetzen im "Treuchtlinger Marmor" aus mehr oder minder gut erhaltenen Resten von Kieselschwämmen.
Die meisten heutigen Schwämme gehören zu den Weichschwämmen, die keine Skleren besitzen. Sie sind ungleich schlechter erhaltungsfähig und lassen sich nicht mit den Kieselschwämmen vergleichen.
Gruß,
Triassammler
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