Hallo,
Auf der Lexikonseite
Iranit fiel mir auf, daß Iranit je nach angewendeter Systematik unterschiedlichen Mineralklassen zugeordnet wird.
Habe zum Vergleich noch ältere Strunz-Tabellen zu Rate gezogen.
Interessant im folgenden Zusammenhang die Allgemeine Summenformel Iranit Pb
10Cu(CrO
4)
6(SiO
4)
2(F,OH)
2Da die Erstbeschreibung von Bariand & Herpin von 1963 stammt, habe ich Iranit in meiner Strunz' 3. Auflage von 1957 nicht gefunden.

Aber in der 6. Auflage (von 1977) wird Iranit geführt in Klasse VI, Sulfate, Chromate, Molybdate, Wolframate in VI.E bei den Chromaten.
In der 8. Strunz-Auflage findet man Iranit dagegen bei den Silikaten, genauer unter
VIII/B.28-10 bei den Inselsilikaten mit tetraederfremden Anionen (Neso-Subsilikate).
Für die 9. Auflage hatte Prof. Strunz es sich wieder anders überlegt und Iranit taucht wieder auf in Klasse 7, Sulfate (Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate, Wolframate) unter
7.FC.15Da die Lapis-Systematik angelehnt ist an die 8. Auflage von Strunz, erscheint Iranit dort bei VIII/B, Inselsilikate mit tetraederfremden Anionen,
genauer unter
VIII/B.28-010, Kationen mit Koordinationszahlen zwischen [8] und [12]; Inselsilikate mit [SO
4]
2--, [CrO
4]
2- und [PO
4]
3--Gruppen
Die Hölzel Systematik scheint sich dagegen eher an der 9. Strunz-Auflage zu orientieren.
Iranit erscheint dort in Klasse 7, Sulfate, Chromate, Molybdate, Wolframate, Tellurate unter
7.FB.270In meiner Sammlungstabelle sind die Spalten für Strunz 8 und Strunz 9 direkt nebeneinander, sodaß es auffällt, wenn ein Mineral
einer anderen Klasse zugeordnet wurde. Es gibt dafür nur wenige Fälle.
Bei Iranit sehe ich zum ersten Mal, daß ein Mineral umgruppiert, später aber rückgruppiert wurde.
Was macht es so schwierig, das Mineral über die jeweiligen (CrO
4)- oder (SiO
4)-Anionen einer Mineralklasse
eindeutig zuzuordnen?
Norbert