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Pyritkrankheit - Rettung durch Antibiotika ?
Embarak:
Hallo,
Ich kenne den Ursprungs-thread dazu nicht, halte den Antibiotika-Gedanken aber für absurd.
Antibiotika werden zur Therapie angewandt, aber nicht zur Desinfektion.
Aber spielen wir den Gedanken durch:
Um ein Bakterium gezielt zu bekämpfen, bräuchte man eine Differential-Diagnostik, um ein spezifisches Antibiotikum einzusetzen.
(Abstrich aus dem inneren Bereich der Stufe :D )
Differenziert man nicht, müsste man auf Verdacht ein Breitbandantibiotikum einsetzen, das aber auch nicht alle Bakterien erfasst.
In beiden Fällen dürfte man anschließend die Brühe nicht in den Ausguss kippen, was die ohnehin schon stark zunehmenden Antibiotika-Resistenzen fördern würde.
Üblicherweise werden Antibiotika-Rückstände deshalb autoklaviert. (121°C, 1 bar Wasserdampfüberdruck, 20 - 40 min).
Wenn man diesen Aufwand betreiben muss, könnte man die Stufen gleich selbst autoklavieren,
denn anschließend kommen sie steril aus dem Autoklaven. Lediglich einige thermophile Erdsporen, wie man sie um heiße Quellen findet, hätten überlebt.
Bliebe aber zu klären, wie die Stufen mit dem Temperaturwechsel klar kommen...
Einfachste Desinfektion wäre Einlegen in dem bereits erwähnten 70% Ethanol.
Ich halte eine Behandlung danach mit bakteriostatischen Mitteln (=wachstumshemmend, aber nicht abtötend) für überflüssig.
Außerdem fiele mir dazu nur Azid NaN3 ein, das aber sehr toxisch und nicht frei verkäuflich ist.
Gruß
Norbert
Axinit:
--- Zitat von: Collector am 01 Nov 13, 15:00 ---
Nicht uninteressant ist die Tatsache, dass viele Pyrite, solange sie in langer Zeit gebildet wurden, Zeit und Raum hatten, um ihre Schönheit zu entwickeln; aber dass sie, sobald sie ans Tageslicht gelangten, zum Tod verurteilt sind.
--- Ende Zitat ---
Dieser Satz beinhaltet gibt schon die Antwort auf die im Betreff formulierte Frage: Pyrit, Markasit - generell alle Sulfide sind in unserer sauerstoffhaltigen Atmosphaere lediglich metastabil, d.h. diese Minerale werden frueher oder spaeter durch Reaktion mit Sauerstoff in andere, stabilere Minerale umgewandelt und sind somit in der Vitrine oder dem Sammlungsschrank langfristig zum Tode verurteilt. Dies kann innerhalb von Tagen oder auch erst nach sehr langer Zeit der Fall sein - die Kinetik der oxidativen Umwandlung wird durch sehr viele Faktoren beeinflusst.
Aus diesem Grund ist eine Behandlung von Pyrit mit Antibiotika voellig unsinnig - Embarak hat dies unter einem anderen Blickwinkel schon sehr klar ausgefuehrt.
Was die Konservierung von Pyrit angeht, so ist bekannt und begruendbar, dass die relative Luftfeuchtigkeit und/oder der Markasitanteil eine grosse Rolle bei der Zersetzung spielen: die einzige sinnvolle langfristige Aufbewahrung von Pyrit waere, diesen in wasserfreier Schutzgasatmosphaere (Stickstoff oder Argon) zu lagern.
Die m. E. beste und auch von vielen Museen erfolgreich angewandte Moeglichkeit den weiteren Zerfall von sich bereits zersetzendem "ausbluehenden" Pyrit zu unterbrechen und diesen zumindest mittelfristig zu konservieren, ist die Begasung mit Ammoniak, ggf. anschliessende Versiegelung und Lagerung bei kontrollierter Luftfeuchtigkeit.
Verkieste Fossilien, die zu schneller Zersetzung neigen, werden uebrigens oft in Aceton oder Ethanol gelagert und bleiben so stabil - auch hier sind vermutlich Luftabschluss, sehr niedriger Wassergehalt und bakterizide Wirkung des Aufbewahrungsmediums die Schluessel des Erfolgs.
Alle anderen mehr oder weniger abstrusen Vorschlaege, die durch die Literatur geistern (Erhitzen im Backofen, Erhitzen in siedendem Oel oder Petroleum/Paraffin-Mischungen, Versiegeln mit diversen Lacken usw.) schaffen, wenn ueberhaupt, nur kurzfristig Abhilfe, da nur Symptome, aber nicht der Grund des Problems behandelt werden
GA
Harald
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