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Wettbewerb bester Eigenfund 2013

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Hg:
Hallo,

nachdem wir im vergangenen Jahr bereits den besten Eigenfunden gekürt hatten, möchte ich wieder einen Wettbewerb starten, in dem der beste Eigenfund des gesamten abgelaufenen Jahres präsentiert werden kann. Als Eigenfund können Mineralen und Fossilien eingereicht werden.

Schwerpunkt soll hierbei wirklich auf den Fund gelegt werden (am Besten mit der Geschichte dazu) und weniger auf das Bild zum Fund.
Das beste Fundstück kann mit 4 Bildern präsentiert werden. Aber bitte hierbei auf wirklich nur ein Fundstück einschränken, so schwer das vielleicht auch sein mag.

Funddatum bitte angeben!

Laufzeit: bis Sonntag, den 09. Februar 2014

Ich hoffe darauf, dass sich möglichst viele mit guten Beiträgen an dem Wettbewerb beteiligen.
Beiträge ohne Fund (Unterhaltungen und Diskussionen) werden aus dem Thema gelöscht, da hierdurch der Wettbewerb nur unschön zerrissen wird.


Grüße,
Andreas

Hg:
Hallo Leute,

nachdem der Fundwettbewerb jetzt schon eine Woche läuft und sich noch keiner getraut hat einen Beitrag einzureichen, mache ich eben mal einen Anfang.....ich hoffe doch, dass noch ein paar von euch folgen  ;)


Zusammen mit meinem Strahlerfreund Christian entschlossen wir uns an einem Sonntag (28. April) nach Graubünden zu fahren nachdem wir ein geplantes Wochenende im Tessin witterungsbedingt absagen mussten.

Treffpunkt war bei Christian um 7 Uhr (für mich aufstehen um 5:30 Uhr  :P) und dann die Fahrt in die Alpen nach Graubünden. Das Wetter war eigentlich ganz gut für unser Vorhaben; trocken und nicht zu warm oder zu kalt. Am Parkplatz angekommen begannen wir den Abstieg über einige Höhenmeter hinunter zum Bach (Abstieg ca. 30 Min.; für den Aufstieg sollten wir am Nachmittag dann eine gute Stunde brauchen). Unten dann ein beherzigter Sprung über den Wildwasserbach (auf dem Weg zurück ging’s dann fast knietief quer durch den Bach zurück und mit Wasser in den Schuhen den sehr steilen Berg wieder hoch  :-X).
Christian arbeitete an der Kluft während ich die Funde (hoffentlich) gut einpackte. Immer wieder kam aus der Ecke ein lautes "Wow" oder "Juhu!!" und das soll bei seinen Ansprüchen schon etwas bedeuten.
Nach der harten Arbeit durfte ich das Steuer auf dem Rückweg übernehmen. Bei mir dann noch kurzes Umladen und weiter ging’s für mich ganz nach Hause.
Der Tag endete für mich nach guten 18 Stunden, etwa 800 km Autofahren und schon Krämpfen in den Beinen. Der anschliessende Muskelkater quälte mich eine gute Woche  :-X
Die gefundenen Stücke wurden bei nächster Gelegenheit begutachtet und aufgeteilt.
Aber irgendwie hat’s sich die ganze Schinderei doch gelohnt....mein Beitrag ist ein Quarz (Größe: 5,5 x 4,5 cm).

Zum Abschluss noch ein paar Bilder

1) unten am Bach angekommen....der musste am Ende durchschritten werden
2) die Kluft
3) kopfüber in der Kluft
4) der für mich schönste Quarz von dem Tag

Grüße,
Andreas

oliverOliver:
Traut sich immer noch niemand ? Nach dem ersten Beitrag von Andreas sollte doch die Hemmschwelle schon deutlich geringer sein ……
Na gut, dann mach halt ich weiter – allerdings ungern, denn das soll ja schließlich kein reiner Moderatoren-Wettbewerb werden !

Heuer war die Auswahl ziemlich schwierig – ich hatte schon erwogen, diesmal gar nicht teilzunehmen. Ich hab zwar einige interessante bzw. „gute“ Stücke gefunden, aber es war kein so eindeutiger „Spitzenfund“ dabei wie im Vorjahr.
-- Eventuell einen der beiden „Frühlingsfunde“ aus der Laa-Formation ? (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30395.msg254508.html#msg254508 ) Das sind zwar meine bisher besten Hölzer von dort, andererseits aber auch nicht wirklich umwerfend.
-- Oder schon wieder einen Astabgang, wenn auch diesmal aus dem Pannonium ? (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30292.msg256175.html#msg256175 ) Auch nur mäßig aufregend, und vor allem im Vergleich zu den Altfunden in den Museen etwas mickrig.
-- Vielleicht eines der beiden Hölzer aus den Eggenburgium-Brandungszonen ? (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,33634.0.html) Das sind zwar echte Raritäten, aber wahrlich keine Prunkstücke. Also auch nur für die extreme Minderheit interessant, die sich ausgerechnet für Hölzer aus ausgerechnet diesem Gebiet und diesem speziellen Zeitabschnitt interessiert.
Also hab ich mich für eine kleine (im doppelten Wortsinn) Besonderheit entschieden – das Stück mit den Steinkernen von Eintagsfliegenlarven-Wohnbauten auf einem Limonit-Holzabdruck aus dem Pannonium (nähere Infos und weitere Fotos siehe: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30292.msg260679.html#msg260679 ). Das ist zwar auch nicht weltbewegend, aber in der HMF anscheinend doch selten, und zudem mein erstes Stück in dieser Art. Für mich ist`s also was besonderes, und die Kombination von Holz und Lebensspuren mag ich ohnehin sehr, weil sie auch was über die damaligen Lebensgemeinschaften aussagt. Ist also diesmal nicht nur was für die botanisch Interessierten, sondern gleichzeitig auch was für die Zoologie- bzw. Insektenfreunde – und für die Liebhaber von Spurenfossilien auch. Ob allerdings der Limonit bei den Mineralienfreunden gut ankommen wird – na ja, da hab ich so meine Bedenken …   :D
Das dritte Foto zeigt die Fundstelle am Fundtag.

Gefunden hab ich das Stück Anfang Mai 2013 im Weinviertel östlich von Hollabrunn, an einem allerdings ganz und gar nicht frühlingshaften Tag mit intensivem Dauerregen und Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Meine Freundin ist ohnehin nach kürzester Zeit gleich zum Auto zurückgegangen, und auch ich war nicht sonderlich begeistert (aber eben doch vom Jagdfieber gepackt), und habe einfach alles, was irgendwie verdächtig oder fossilartig aussah, in den binnen Minuten lehmverschmierten und triefnassen Rucksack geschmissen – wirklich „entdeckt“ hab ich die Insektenspuren dann erst zuhause beim Waschen und Sortieren der Funde. Da war die Freude aber dafür umso größer.

guefz:
Hallo,

nachdem ich jetzt weiß, was ich am 21.04.2013 im Steinbruch Feuerberg in der Eifel gefunden habe, kann ich es auch hier in den Wettbewerb stellen  ;)

Nachdem ich 2012 schon einige interessante Stufen mit für die Fundstelle neuen Mineralen finden konnte, ist mir dies in 2013 noch einmal gelungen. Ein Stück einer Kluftfläche im Basalt sah vor Ort schon sehr verdächtig nach der in den anderen Steinbrüchen bekannten Ba-Paragenese aus und zu Hause unter dem Bino bestätigte sich dann auch der Verdacht: es waren winzige braune Täfelchen zu sehen. Auf den meisten Teilstückchen des Brockens sind die Kriställchen frei zwischen den anderen Mineralen der Kluftparagenese aufgewachsen. Bei einem Teilstück war allerdings derber Calcit über alles gewachsen. Als der Rest schon eingedost war, habe ich dann doch noch den Calcit mit Zitronensäure entfernt und das Ergebnis ist im zweiten Foto zu sehen. Es ist das beste Stüfchen aus diesem Fund.

Wettbewerb bester Eigenfund 2013

Zur Bestimmung habe ich von etlichen xx Raman Spektren aufgenommen, was allerdings kein eindeutiges Ergebnis liefern konnte, da von den in der Eifel in den letzten Jahren neu beschriebenen Mitgliedern der Lamprophyllit-Gruppe keine mir bekannten Referenzspektren existieren. Ich konnte damit aber feststellen, dass die gemessenen Kristalle in ihren Spektren sehr gut übereinstimmten und daher wohl alle das gleiche Mineral darstellen. Mittlerweile konnte ich auch eine EDX-Analyse machen lassen, deren Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit Lileyit ist.

--- Zitat ---EDX 1, saubere Fläche (evtl. Spaltfläche): 16.4% F, 16% Na, 7.2% Mg, 31.1% Si, 2.2% K, 1.6% Ca, 13.9% Ti, 0.6% Mn, 2.5% Fe, 8.6% Ba
EDX 2, Bruchfläche?: 15.4% F, 14.7% Na, 8.6% Mg, 32.4% Si, 0.5% Cl, 2.1% K, 1.8% Ca, 9% Ti, 0.4% Mn, 3.7% Fe, 6.8% Ba
--- Ende Zitat ---

So, und jetzt hoffe ich, dass noch viele andere Beiträge für den Wettbewerb kommen.

bis denn

Günter

Conny3:
Hallo,

im vergangenem Jahr gab es bei mir an den immer wieder regelmäßig aufgesuchten Fundstellen einige bemerkenswerte Funde. Sie sind auch hier schon vorgestellt wurden (oder im Atlas). So zum Bsp. Hartmannsdorf/Osterzgebirge (Achat), Thierbach (Epidot), Rüdersdorf/Berlin: Coelestin (nur im Lexikon), Tillenberg (Saphir), Siebenhitz (Fund vom April 2013-hier vorgestellt), Plößberg (Beryll), Großschönbrunn (Wavellit) u.a.. Andere Funde waren zwar reichlich möglich (zum Bsp. Lazulith von Krieglach/Steiermark oder Schachten: Amethyst), heben sich aber nicht außergewöhnlich ab.
Ein Fund wurde bisher nur im Atlas und auf meiner Seite vorgestellt. Diesen werde ich nun als besten Eigenfund vorstellen:
Es ist die Coelestindruse von der Fundstelle Jena-Lobeda vom 31.10.2013. Eine Fundstelle (sozusagen die "Hausfundstelle"), die auch in der Vergangenheit (bis 1990) immer mal wieder etwas brachte (s. meine Seite http://www.geojena.de/index.php?page=fundstelle-himmelreichsgraben und im Lexikon). Was aber am 31.10.13 dort in einer Kluft zum Vorschein kam, verschlug mir doch glatt die Sprache, denn in den letzten Jahrzehnten gab es dort kaum etwas zu finden. Es war eigentlich nur eine "Wanderung mit Hammer". Und wie es der Zufall so will, kam beim Abschlagen eines Calzitkluftharnisches die Druse mit klaren, blauen Coelestinkristallen zum Vorschein. Eine solche Qualität war mir von dieser Fundstelle seit 1979 noch nicht unter dem Hammer gekommen. Vergleiche mit Madagaskar oder anderen Coelestinvorkommen will ich aber hier nicht ziehen. Es ist der beste Eigenfund für die Fundstelle seit 1979 und im vergangenem Jahr für mich. :D

Wettbewerb bester Eigenfund 2013

Gruß Conny

(Anm: Das zweite Bild unten zeigt natürlich nicht die ehemalige Druse, sondern nur die Kluft, in der die Druse(n) vorkamen. Die meisten Drusen waren allerdings schon sehr ausgelaugt. Nur diese eine [und das Gegenstück] waren in dieser Qualität.)

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