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Oberösterreich: Osmundaceae aus Trimmelkam
jlies:
Ich hole diesen Faden hier mal wieder hoch, da ich heute durch Zufall eine spannende Entdeckung gemacht habe: (?)Koprolithen in einer Osmunda aus Trimmelkam. Was meint ihr!?
Ich hatte auch erst hell überlieferte und auseinandergefallene "Zellbündel" in Erwägung gezogen, aber vermutlich dürfte der Befund relativ eindeutig sein, oder?
Die Bildbreiten liegen bei 6mm.
VG Jörn
oliverOliver:
hallo Jörn,
ja, das sieht doch recht eindeutig aus - da stimme ich dir zu.
Allerdings wären in solchen Fällen - wo die "pellets" nicht in einem (eindeutigen) Fraßgang, sondern in Hohlräumen zwischen den Pflanzen-Elementen liegen, eventuell auch Gelege in Erwägung zu ziehen - das müssten aber Insektenspezialisten beurteilen. An manchen Stellen könnte man auf deinen Bildern mit etwas Phantasie allerdings sowas wie Fraßspuren erahnen (z.B. Bild 6307) - das ist aber ziemlich spekulativ.
Jedenfalls Gratulation zu dem tollen Stück - hab ich in Osmunda-Rhizomen bisher nicht gesehen!
ga
oli
jlies:
Danke Oliver, das klingt ja schon mal gut. Auch Gelege wären ja eine spannende Sache! Mal sehen, ob ich jemanden finde, dem ich das dann mal vorlegen kann.
VG Jörn
jlies:
Noch ein Gedanke zu den Stücken, auch wenn typische Fraßgänge fehlen: Die Pillen scheinen sich nur in ehemaligen Hohlräumen zu befinden. Wenn man nun eine halbwegige Zersetzung der Stücke annimmt, die vermutlich oft gegeben war, und den eher porösen Charakter von zeitgenössischen Stücken solcher Farne in die Überlegungen mit einbezieht, könnten sich Insekten vermutlich mühelos in den sich ergebenden Hohlräumen bewegen und dort leben und wachsen. Die Pillen scheinen zudem auch in unterschiedlichen Größen vorzuliegen, was dann ja eher nicht für Gelege spräche.
Im von dir angesprochenen letzten Bild scheinen die Pillen auch zu einer glatten grauen Masse verbacken zu sein, aus der sich einzelne Pillen herauslösen.
Bis hier her ist das alles nur Brainstorming, aber kannst du bei den Gedanken mitgehen?
LG J*
oliverOliver:
Ja, kann ich. Viele Insekten legen zudem ihre Eier "geordnet" ab, und nicht in wirren Haufen.
Die unterschiedlichen Größen machten mich allerdings etwas stutzig - aber nur, weil ich das so aus Fraßgängen in Holz nicht kannte. Würde heißen, dass da entweder unterschiedliche/unterschiedlich große Arten annähernd gleichzeitig unterwegs waren (wogegen m.E. nichts spricht), oder eben unterschiedlich große/unterschiedlich weit entwickelte Larven einer Art (oder sogar ein und dasselbe Individuen in unterschiedlichen Wachstumsstadien) - wogegen m.E. auch nichts spricht.
Wahrscheinlich kommen solche vermutlichen Koprolithen in Farnrhizomen sogar öfters vor (ein Einzelfall wäre äußerst unwahrscheinlich) und wurden bisher nur übersehen ...
ga
oli
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