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grünlicher Moränenstein
Thomas Schaffner:
Giuten Tag Steinexperten
gestern habe ich im Wald bei einem Geschiebeaufschluss diesen zerbrochenen Stein mitgenommen (Moräne 10 km nördlich von Bern). Die grüne Matrix ist feinkörnig mit grünlichen und weissen Körnern sowi kleinen schwarzen, sehr selten rötlichen Einschlüssen. Eingebettet sind bis fast 1 cm grosse helle Bezirke mit kristallinem Aufbau, Kristalle sind weiss, farblos transparent und auch rotbraun, sie werden von sehr dunklen, fast schwarzen Kristallspindeln gesäumt. Der Stein weist eine offenbar ziemlich frische Bruchfläche auf, die hier fotografiert ist. Karbonat ist mit Säure nicht nachweisbar. Die nicht gezeigte, rund beschliffene und bewitterte Seite ist sandig rauh. Beim Schleifen brechen die Kristalle der hellen Stellen leicht aus.
Können Sie mir weiterhelfen? Viel Hornblende, andere Feldspate, etwas Quarz, Eisenoxidationen in Sepentinit?
Beste Grüsse
Thomas S.
vanderheide:
Hallo Thomas,
Welch tolle Steine findest Du da, so 10 Km entfernt von Bern! Du tippest auf Serpentinit. Von der Farbkombination her würde ich sofort zustimmen. Die dunkel, schwarz-erscheinenden "Spindeln" erinnern mich auch an Hornblende. Es gibt den sgn. Hornblende-Garben-Schiefer in der Nähe von Airolo, aber auch an anderen Orte fand ich ähnliches .. nur nicht im Serpentinit. Ob es überhaupt in einem Ultrabasit Hornblende geben kann, weiss ich nicht. Dann diese Tupfer, die immer von dem dunklen Grün eingegrenzt werden, sie zeigen eine Textur, die ich nicht gerade wiedererkenne, sind aber nicht homogen, ja - wie Du sagst - kristallin. Ich melde mich wieder, wenn mir etwas mehr in den Sinn kommt. Es ist aber ein sehr schönes Exemplar.
Gruss
Hans
smoeller:
Hallo,
Die dunklen Kristalle sind sicher Hornblende. An so etwas wie Garbenschiefer dachte ich auch zuerst. Allerdings habe ich die noch nie mit solchen weißen Flecken gesehen. Könnte, wenn es wirklich so hell ist, Feldspat (Albit?) sein. Wie Serpentinit sieht es mir nicht aus, eher ein ziemlich verwitterter oder vergrünter glimmerreicher Schiefer.
Glück Auf!
Sebastian
Thomas Schaffner:
Hallo Hans und Sebastian!
vielen Dank für Eure Expertisen. Ich fürchte das Steine sammeln wird eine Sucht. Das Beobachten von Gletscher- oder Flussgeröllen hat etwas von Glücksspioel oder Jagd an sich. Solche Stzeine , wie ich sie gepostet habe sind natürlich inmitten von Dioriten, Quarziten, Radiolariten, Graniten, Gneisen etc. nicht gerade häufig. Bequem ist natürlich schon, dass die Vergletscherungen die Proben vor die Haustür lieferten, allerdings fehlt dann der Bezug zu Herkunft. Ich bin sehr froh über das sehr informative Forum. Chapeau!
Gruss
Thomas S.
Brodi69:
Salut Thomas
Interessant ist dein Fund insbesondere deshalb, weil sich heute auf der nördlichen Seite der alpinen Wasserscheide im Einzugsgebiet Bern nur wenig Hornblendereiche Gesteine befinden. Es gibt im Fricktal (nördlich des Jura) einen Findling, der aus den Amphibolen des Lötschentals stammt, das könnte auch für deinen Stein zutreffen. Es ist aber hier nicht abschliessend feststellbar, ob dein Stein nun mit dem Aaregletscher von der Grimsel (Finsteraarhorn hat Amphibolgestein) oder evtl. doch auch aus dem Lötschental kommt. Aufgrund der grossen Hornblende nehme ich aber persönlich an, dass der Stein eher aus dem Wallis kommt, die Bereiche im Berner Oberland sind eher feinstrukturell.... Wahrsager oder Geologe bin ich aber nicht.... wenn dich die Herkunft interessiert Fragst du evtl. mal die Geologen im Naturhistorischen Museum Bern an.
Grüessli
Christian
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