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Serpentinit - Bestandteile?
vanderheide:
Hallo
Bestandteile von Serpentinit sind: Chrysotil (wie Röllchen, Stäbchen), Antigorit (chemisch dasselbe, aber erscheint wie Plättchen), Lizardit (keine spezifische Gestaltung, Farbe etwas gelblich), Olivin, in der dunklen Grundmasse ist Magnetit, Magnesit. Weiter gibt es Gänge, mit weichem, weissem Material (Talk), dass oft weg-erodiert oder einfach herausgespüllt ist.
Die abgebildeten Steine sind aus der Clemgiaschlucht bei Scuol (Unter-Engadin), CH. Sie sind zweifellos Serpentinit. Wenn ich sie geschliffen habe, werde ich neue Bilder hinzufügen.
Ich zeige hier Stein A (Grösse: 60 x 60 x 20 mm) und Stein B (Grösse: 95 X 35 x 30 mm). Die Bestandteile sind benannt mit „Stein+Nummer“.
vanderheide:
Was sind die Bestandteile?
A 1 reflektiert das Licht auf eine besondere Weise (es glänzt wie Silber)(Bild 1)
A 1 hat auch eine „Parallel-Textur“ (ich nenne es mal so)(Bild 2)
Die Rückseite dieses Steines (Bild 3):
A 2 Hell grün (auch hier „Parallel-Textur“)
A3 Dunkel grün
A 4 Gänge mit weichem, weissem Material
Dann folgt Stein B
vanderheide:
B 1 eine dicke, fettglänzende Schicht mit dünnen, bräunlichen Adern
B 2 erscheint bräunlich (Dolomit?, Kalkspat?)
B 3 Grundmasse aus dunklem Gestein
Beide Steine ziehen den Magneten kräftig an.
Gruss
Hans
smoeller:
Hallo,
Viele Serpentinite bestehen vor allem aus einem Maschengefüge von Antigorit und Chrysotil um ehemalige Olivinkörner herum. Die Olivinkörner werden vom Rand und von Rissen her in Serpentin umgewandelt. In vielen Fällen ist nur an dieser Textur unter dem Polarisationsmikroskop der ursprüngliche Olivin zu erahnen, seltener sind dann noch Reste von Olivin vorhanden. Als Gestein nennt man das dann Serpentinit.
Auf den Bildern sehe ich neben solchem Serpentinit (das dunkelgrüne bis fast schwarze) vor allem diese blättrigen Adern, das dürfte Antigorit sein. Chrysotil kommt als feine parallelfaserige Kluftfüllungen vor, wobei die Fasern meist senkrecht zur Kluft stehen. Im Extremfall sind diese Bildungen weiß und ganz feinfaserig, das nennt man dann Chrysotilasbest und ist nicht ganz unbedenklich bei der trockenen Bearbeitung (immer nass Sägen und Schleifen).
Der Magnetismus kommt von feinverteiltem Magnetit. Olivin enthält etwa 13 % Eisen, welches nicht in vollem Umfang in Serpentin eingebaut wird. Das überschüssige Eisen wird als Magnetit ausgeschieden. Unter dem Mikroskop kann man winzigste Körner von Magnetit in der Mitte von Serpentinadern erkennen, die das Maschengefüge aufbauen.
Glück Auf!
Sebastian
vanderheide:
Herzlichen Dank für die Ausführungen Sebastian.
Ich habe mich erinnert, dass wir schon mal über dieses Gestein austauschten und habe nachgeschaut: "aus der Clemgiaschlucht bei Scuol, Vulpera, GR, Schweiz "« am: 04 Februar 2007, 13:45:10 ». Das ist mal eben mehr als 7 Jahre her!!! Das Gedächtnis des Forums sei Dank!
Irgendwo gibt es noch einen anderen Beitrag von mir, fand ihn jetzt nicht.
Du hast aber eine Sache ins rechte Licht gerückt. Ich wusste nie richtig, ob die parallel Textur bereits Chrysotil ist, habe mal einen solchen Stein hier beschrieben und ihn Chrysotil genannt. Deine Beschreibung widerspricht dem völlig und somit ist jener Betrag fehlerhaft.
Wenn Du sagst: Chrysotil kommt als feine parallelfaserige Kluftfüllungen vor, wobei die Fasern meist senkrecht zur Kluft stehen .... da bin ich erinnert an Tigerauge oder auch an Falkenauge und zwar nur der "Kluft-Überbrückung" wegen. Es ist keine Kluftfüllung, die fliesst. Die Fasern richten sich aus von der eine Kluftfläche zur andere (wie Eisenspähne in einem Magnetfeld).
Ist das irgendein Naturgesetz? Oder fantasiere ich hier gewaltig?
Mit dem Schliff nicht viel weiter gekommen.... die Sache ist so brüchig. Ich schaffte heuteabend 1 Stunde auf dem 600. Korn ... darauf folgen noch drei Räder!
Aber die Bilder vom geschliffenen Stein kommen, sobald der Stein fertig ist. Man sieht alles schon viel deutlicher!!
Gruss
Hans
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