Genau darin liegt meines Erachtens das Problem. Man macht sich ja eigentlich keine Gedanken um das Museum an sich, würde es nicht wie die Museen in Ägypten, Objekte beinhalten, die als ein Erbe der Menschheit betrachtet werden müssen. Ok, Beirut hat es verdient wieder in die Normalität zu gelangen, aber um Beirut herum tobt der Religionswahn. Und religiöse wie politische Fanatiker haben selten das Bedürfniss Objekte des "Feindes" als schützenswert zu betrachten. Einfach gesagt, repräsentiert das MIM-Museum den Reichtum und Lebensstil der westlichen Welt. Und wer voller Haß, Maschinengewehrsalven abfeuernd durch die Strassen rennt, hat wenig Freude an der welt größten Legrandit-Stufe.
Im günstigsten Fall werden die Sachen geraubt um sie zu Geld zu machen. Dann verschwinden sie für immer, denn erstens müssen sie "abkühlen", werden also in irgendwelchen Kisten irgendwo im Dreck gelagert. Das ist für deren Qualität sicher nicht förderlich. Sind sie dann kalt, verden sie angeboten. Der Käufer kann sie aber nicht herzeigen, denn dann würde er bekennen, das er die marodierenden Mörderbanden unterstützt hat. Also, futsch ist futsch..auf Nimmerwiedersehen.
Der Gründer des MIM-Museeums hätte sich eher für einen Standort in einem frei zugänglichen Land mit stabiler politischer Situation entscheiden sollen, so sehe ich diese Stufen in Gefahr.
Übrigens, was passiert wenn der Gründer stirbt?
Kurze Zwischenbemerkung:
Ich bin fasziniert über alle Kommentare zu meiner eigentlich ganz simplen Frage, was "normale" Mineraliensammler zu der Darbietung dieser Schausammlung in Beirut meinen.
Meine Frage hat, wie deutlich ersichtlich, nichts mit dem "Sammlerneid" der Deutschen zu tun (lieber Woelsendorfer) noch mit jeglicher anderen Unterstellung zu diesem Projekt. Und - lieber Thomas - ich kann bei der Initiative des Museums- und Sammlungsfinanziers überhaupt kein nachvollziehbares vernünftiges Engagement erkennen - lediglich eine Selbstdarstellung und ein Denkmal für seine Finanzomnipotenz oder die Errichtung eine goldenen Kalbes, welches er auf seine Kosten von den Fürsten der Zunft (siehe Bilder der Show) umtanzen und beteuern lässt. ("There' s no business, like show business ....").
Allen Respekt jedem Mineralieninvestor, der frei mit Multimillionen US$ die weltbesten und weltgrößten Stufen und Kristalle per App ordern kann und diese Stufen dann in seinem Heimattempel in architektonisch ansprechender Umgebung ausstellt.
Mir gehts wesentlich um die Frage, ob Beirut wohl der beste Standort für die Sammlung der weltbesten Stufen (engl "Paramount-Collection") ist, angesichts der Ungewissheit der gegenwärtigen und zukünftigen politischen Geschehnisse im Nahen Osten.
Bei allem Respekt: Wenn schon "Paramount"-stufen, dann wäre es wohl sicherer, diese irgendwo in L.A., Denver, Tokyo oder Paris zur Schau zu stellen. Oder anstelle des Mammut-Aufwands, solch ein Museum in einem Hot-Spot im Nahen Osten zu errichten, diese "Paramount"-Mineralstufen den bereits existierenden renommiertesten Museen in einem politisch stabilen Land zur Verfügung zu stellen.
Mit neidfreiem Gruß
collector