Moin
Warum eigentlich so kompliziert ? Es geht primär darum, die bereits gebildeten Eisensalze und frei Schwefelsäure aus der Stufe zu bekommen. Folgende Methode habe ich an bereits verwitternden Markasiten aus den Mergelgruben rund um Hannover erfolgreich angewendet: Zunächst die Stufe gut wässern, um möglichst viele der Eisensalze aus der Stufe auszuwaschen. Hierbei könnte es passieren, das sich die Stufe vollständig auflöst, dann war aber eh Malz und Hopfen verloren. Die Eisensalze neigen dazu, rotbraune Krusten aus Eisenhydroxiden zu hinterlassen, daher kann man auch etwas ansäuern (z.B. Oxalsäure) oder mit Natriumdithionit arbeiten, wobei Oxalsäure jedoch deutlich wirksamer ist.
Sobald die Stufe weitgehend eisensalzfrei ist, kommt der entscheidende Schritt. Hierfür ist es nur nötig, die vorher getrocknete Stufe in verdünnte Ammoniaklösung zu legen. Getrocknet deshalb, damit die Ammoniaklösung möglichst schnell tief in die Stufe eindringen kann. In der Lösung lässt man die Stufe einige Zeit liegen (mehrere Wochen), wobei man auf die Bildung größerer Eisenhydroxidmengen achten sollte. Diese zeigen Stellen (meist an der Unterseite) an, wo noch nicht alle Eisensalze ausgewaschen waren. Man muss dann abwägen, ob man nochmal die Beläge entfernt (siehe oben) oder die Stellen akzeptiert. Nach der Behandlung mit Ammoniaklösung sollte die Stufe im Idealfall gar nicht mehr oder nur sehr schwach schweflig riechen (vorher natürlich gut wässern, sonst riecht man erstmal ein paar Stunden lang gar nichts mehr

. Ich nehme immer einen Schwung heißes Wasser, das verstärkt den evtl. Schwefelgeruch). Danach trocknen lassen.
Jetzt kommt die Konservierung: Die trockene Stufe idealerweise in einem Exsikkator in eine Mischung aus Ponal/Wasser 1:3 legen, dann entweder kurz einziehen lassen (solange bis keine Blasen mehr aufsteigen) oder den Exsikkator langsam evakuieren und dann warten, bis keine Blasen mehr aufsteigen. Exsikkator belüften und Stufe rausnehmen, kurz antrocknen lassen und danach die Oberfläche kurz abspülen, damit man den Orginalglanz zurück bekommt. Nach dem Aushärten sind so behandelte Markasite bei mir seit rund zehn Jahren ohne jegliche Spur von Zersetzung, die vorher schon stark am verwittern waren und zahlreiche Sekundärminerale auf der Oberfläche hatten ! Zwei Teststufen habe ich in einem Raum liegen, wo sie z.T. starken Temperatur- und Luftfeuchteschwankungen ausgesetzt sind, aber auch die sind immer noch stabil.
Am problematischsten ist der Schritt der Entfernung der Eisensalze: Idealerweise hat man eine frisch ausgesäuerte Stufe (die Markasite aus den Mergelgruben lassen sich am leichtesten mit Salzsäure "präparieren"), die ist praktisch eisensalzfrei, bei anderen Stufen (so z. B. ein Rhodochrosit von Trepca) musste ich entsprechend lange wässern und etwas mit Natriumdithionit nachhelfen, damit sich keine Eisenhydroxidkrusten bilden. Die Eisenhydroxide bekommt man nur schlecht wieder runter, also am Besten mit Oxalsäure oder Natriumdithionit vorbeugen. Besagte Trepcastufe passte auch nicht mehr so richtig in meinen Exsikkator, so das ich die nur getaucht habe, aber auch die verhält sich seit dem ruhig...
Als Ammoniaklösung kann man handelsüblichen 25% Salmiakgeist verwenden und diesen auf 5 - 10% verdünnen oder - wenn man es aushält - auch ohne Verdünnung anwenden.
Vorteil: Man muss keinen gasförmigen Ammoniak anwenden und man kommt ohne Spezialequipment aus, auch wenn der Exsikkator + Vakuum ideal wäre.