Sehr interessante Diskussion!
Mit der Beleuchtung ist das so eine Sache, da die unterschiedlichen Leuchten ein unterschiedliches Spektrum haben. Versucht mal einen Dioptas mit einer Lampe farbgenau abzulichten. Das beste ist hier tatsächlich Tageslicht, da hier das gesamt Spektrum zur Verfügung steht. Als Diffusor nehme ich hier die Bewölkung.
Klar ist, daß Blitzlicht bei strukturierte Objekten, wie Mineralstufen, absolut nicht geht.
Hallo Uwe,
im Prinzip hast Du Recht, aber Radio Eriwan sagt doch immer: ABER..... das was Du sagst stimmt für Analogfilme. Bei digitalen Chips, also die kartoffelfreien, kommen zwei Dinge beim Dioptas zum tragen.
1. Die Farbe des Dioptas entspricht so ziemlich genau der Verteilung der grünen und blauen Pixel der Bayer-Matrix auf dem Chip. Dadurch sind die Belichtungswerte, also Helligkeiten der Pixel so dominant das die nachfolgende Analogwandlung und Bildbearbeitung in der Kamera zu verfälschten Farben führt.
2. Duch diese Dominanz der grünen und blauen Pixel im Bild wird der rechnerisch ermittelte Wert für Gelb in grünen Farbanteilen des Bildes unterentwickelt. Das Resultat ist ein grünblauer Kristall, dem es an den restlichen Farbinhalten fehlt. Mische einfach etwas Gelb hinzu (also erhöhe sie Sättigung und Helligkeit von gelb im Kristallbereich) und schon sehen die Biester besser aus.
Übrigens ist diese Farbanormalität bei allen Dioptasen der Welt bemerkbar!!
Richtig ist aber auch: Je gelbstichiger das Licht, desto schwieriger die Dioptas-Farbe...es sei denn man will gelbe Matrix im Untergrund...
Gelbes Licht ist tödlich, denn der Chip verrechnet sich dann in den anderen Farben. Leicht gelbstichiges Licht ist Ideal, denn es gibt eine gesunde Farbwiedergabe und macht so den am Binokular gewohnetn Seheindruck, ist irgendwie wärmer und gemütlicher. 2700-300K sind ideal!
In allen anderen Fällen spielt es eigentlich keine Rolle welche Farbtemperatur das Licht hat, es sollte nur nicht zu monochromatisch sein. Die Bildaufarbeitung in der Kamera, also auch bei RAW-Bildern, rückt die Fraben und die zugehörigen Helligkeiten so zurecht, das eine spektrale Verteilung dabei heraus kommt, die man gut nachkorrigieren kann. Dabei wird auf eine Normalverteilung der Farben und Intensitäten hin angepasst.
Es ist nämlich das Wunder der digitalen Technik, das auch bei Azurit-Fotos diese Normalverteilung nachgewiesen werden kann. Der Unterschied zu einem Landschaftsbild liegt lediglich in der Intensität der Farbe an sich, aber nicht in seiner Stellung im Verhältnis zu den anderen Farben. Farbe ist schon ein schwieriges Thema in der digitalen Technik.
Ach noch etwas zum Thema Farbe: moderne LED's strahlen mittlerweilen im Normalspektrum, das sind keine Linienemitter mehr. Gute bis sehr gute Erahrung habe ich mit OSRAM und VERBATIM gemacht. 2700, besser 3000K Farbtemperatur ist Ideal. Speziell die Verbatim-Warmweiss sind für Vitrinenbeleuchtung einfach nur schön!
Ich vermute, daß die von Ulrich erwähnten Punkte bei der Realgar und Vanadinit-Aufnahme vom nachträglichen Schärfen herrühren. Ich habe mir deshalb das Schärfen mit ViewNX weitgehend abgewöhnt.
Also die Artefakte kommen nicht vom Schärfen, denn die sehen anders aus. Schärfen ist so eine Sache für sich. ES MUSS GESCHÄRFT werden, denn die Analog-Digital-Wandlung verschmiert immer etwas an den Kontrastkanten. Du solltest mal ein Bild sehen wie es der Analogwandler vom Chip liest, da kommt Dir eine Digicam wie ein Wunder der Technik von...grauenhaft!
Wenn man mit einer normalen Schärfefunktion arbeitet wird einfach nur der Kontrast eines Pixels zu seinen Nachbarn angehoben. Ergebnis ist vermehrtes Rauschen, aber eine einheitlichere Bildwirkung. Die Beste Schärfungsfunktion die ich kenne ist die der ebenebasierten Hochpassfilterung. Aber die ist mir zu aufwendig wenn es um viele Bilder geht. Da benutze ich gerne die Funktion "Unscharf maskieren" des Photoshop. Gimp hat diese Funktion auch. diese mit sehr geringer wirkung eingestellt erlaubt es sich an die optimale Schärfung im Bild heranzutasten.
Es ist auch wichtig in welcher Bildauflösung man schärft. Je kleiner die Auflösung, desto agressiver wird die Funktion.
Ein psychologischer Effekt tritt beim Schärfen auch auf. Man schärft! Geul... ist ja Irre. Man schärft weiter, und zwar solange bis die Kristalle förmlich den Bildschirm zerkratzen. Und dann ist man zufrieden und speichert ab.
Und am nächsten Tag schaut man sich das an und: Oh gott, was haste denn da für einen Mist produziert. Es ist die Wirkung die im Bild auftritt die einen dazu verleitet deutlich über das Ziel hinauszuschießen. Ich schärfe daher mittlerweilen immer weniger und schärfe lieber später noch einmal nach.
Eine Frage habe ich noch: Wie berechnet Ihr die Tiefenschärfe?
Gar nicht! Es spielt auch keine Rolle ob es 10%, 30 oder 50%-Überlappung sind. Und selbst wenn es eimal 80% sind, ist das auch kein Beinbruch. Es ist einfach Erfahrung. Wenn ich zuviele Schritte mache, wird das Ergebnis flau. Mache ich zuwenige auch. Nach ein paar Versuchen hat men schnell raus, wieviele Schritte man inetwas machen muss, damit man das Ergebis vorzeigen kann. Die Argumentation mit dem %-Zahlen dient nur dazu zu verdeutlichen wie es funktioniert, und wann nicht. Und wenn Du nanometergenau die Steps einhälst, nutzt Dir das gar nichts, wenn alle anderen Faktoren gegen ein gutes Bild sprechen. Das ist zwar schön scharf, aber scharfer Bleiglanzbruch ist nun einmal kein Top-Photo. Deshalb sage ich mir immer: Schuster bleib bei deinen Leisten. Ein Belegstück darf durchauis scharf abgebildet werden es wird aber nie ein Superfoto das den Aufwand der ganzen Elektronikschlacht rechtfertigt.
Bei größeren Stufen langen 2 oder 3 Ebenen, die man beim "durchfahren" mit dem Fokus recht gut definieren kann. Bei Objekten unter 5 mm schaue ich mir das Objekt unterm Bino an und merke mir die Tiefenstufen, die ich dann mit dem Fokus anfahre. Klappt meistens ganz gut. Rätselhaft ist mir deshalb, wie Ihr die Prozente der Überlappung ermittelt. Bei den Stüfchen, mit denen ich mich zur Zeit abmühe liegt der Tiefenbeeich bei ca. 1 bis 2 mm. Da muß man den Fokus nur mal kurz antippen (wie in der Überschrift erwähnt, besitze ich keine teure Mikroaufnahmevorrichtung).
Ich auch nicht Uwe, trotzdem ist es möglich. Die Kunst ist es eine Hubmöglichkeit zu finden, die es erlaubt auch in 1/10mm-Schritten den Hub zu verändern. Je kleiner die Schritte desto variabler ist das Teil einzusetzen. Wie schon geschrieben, Teleskop-Okularauszüge sind da richtig stark drin, denn die brauchen extreme Fokussiergenauigkeit bei der Fotografie. Allerdings sind die Teile neu recht teuer. Gut sind auch Mikroskop-Kreuztische mit Hubeinrichtung. Aber wie gesagt, neu ist das alles richtig teuer. Da gilt es den Gebrauchtmarkt zu beobachten.
Ich habe einmal eine zeitlang mit folgendem gearbeitet: Dei Konrad gibt es Selbstbaupaltinen für Steppermotorsteuerungen. Diese habe ich zusammengelötet und an einen preiswerten Steppermotor angeschlossen. Der wiederum hat über eine Zahnradkombination den Mikroskoptrieb angetrieben. Das klappte im Prinzip wunderbar...nu kommt wieder Radio Eriwan...ABER: Diese ewige Stromabschalterrei wenn ich per Hand fokussieren will (ansonsten blcokieren die Motioren wegen der Haltesoannung), dann die nicht sehr präzise Zahnradkombination und schließlich der ganze Trödel an meinem Leica hat mich dazu bewogen es nicht weiter zu verwenden. Aber mit mehr handwerklichem und elektronischem Geschick wäre da eine Lösung möglich. Der Vorteil ist der, das man sogar im Mikroschrittbetrieb fahren kann, was nichts anderes heist, das je nach Untersetzung jede x-beliebige Hubhöhe realisierbar ist. Naja, die Sache hat einen Hunderter gekostet und viel Erfahrung gebracht...
Ich bevorzuge heute meinen Okularauszug, denn der ist variabel, präzise genug und billig.
So, wieder eine Frage geklärt!
Glück auf
Ulrich