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harzgeist:
Ups... da ist ein Bild doppelt! Hier kommt das richtige...

Nathan:
Hallo Thomas,
vielen Dank für die Bilder. Das Ergebnis kann sich ja sehen lassen!
Vielleicht werde ich das Ganze auch mal selbst in den Osterferien mit einer Markasitstufe ausprobieren. Wenn ja gibt es natürlich einen kleinen Bericht mit vorher-nachher Vergleich.
Gruß
Philipp

isbjoern:
Hallo,

eine Frage/Anmerkung zu dem einen genannten Nachteil gegenüber den bekannten Pyritkonservierern: Spricht etwas dagegen, nach einer ersten (oder zweiten) ausgiebigen Wässerung die Stufe in möglichst hochprozentigen Ethanol (aus Kostengründen vermutlich mit MEK vergällt) zu legen (wenn man es ganz gut meint, ggf. noch mit Trocknungsmittel versehen und luftdicht abgeschlossen). Dann wieder trocknen.

Dann müsste man doch das Wasser ganz gut aus der Stufe bekommen. Mich interessiert das Thema auch, weil es mir eine sehr schöne alte Schwarzwald-Stufe mit Pyrit auf Fluorit aus den 1930er Jahren nach nur kurzer Lagerung in einer Schublade übel zerrissen hat -- jetzt will ich versuchen, die mit Loctiteverklebung + Pyritbehandlung zumindest ansatzweise zu retten...

Viele Grüße

- Björn

harzgeist:
Hallo!

Philipp,
die Osterferien mögen zwar eine gute Gelegenheit sein, mit dem Vorhaben zu beginnen, werden aber mit Sicherheit nicht ausreichen, es auch abzuschließen! Der beschriebene Test lief immerhin über einen Zeitraum von 3 Monaten. Allerdings hat sich ja gezeigt, dass es nicht viel bringt, die Stufe sehr lange (in diesem Fall 1 Woche) in der Lösung zu belassen. Ein häufiger nass-trocken-Wechsel scheint wirksamer zu sein und wird den Zeitraum verkürzen können....

Björn,
meiner Ansicht nach spricht nichts gegen Deine Überlegungen. Es kommt ja nur darauf an, möglichst die gesamte Feuchtigkeit UND die Rückstände der Lösung möglichst vollständig zu entfernen. Mit 2-maligem Wässern wirst Du kaum auskommen können. Die Variante, die Stufe in Luft über einem Trocknungsmittel zu behandeln halte ich für effektiver, als die mit dem Alkohol. Jedoch halte ich eine Zwischenbehandlung der Stufe mit Alkohol vor erneutem Wässern für hilfreich:
Beim Trocknen setzen sich die Salze außen an der Stufe entlang der Risse ab. Wenn nun die Stufe erneut gewässert wird, muss das Wasser genau diese Stellen passieren um in die Stufe zu gelangen. Dabei wird zwangsläufig ein Teil wieder in das Innere der Stufe transportiert. Wenn man davon ausgeht, dass die Salze in Alkohol un- oder zumindest schwer löslich sind, kann dieser Effekt vermieden werden, wenn vor dem Wässern die Stufe kurz in Alkohol gelegt wird. Der Arbeitsablauf müsste demnach folgender sein:
1. Trocknen (die Salze werden zur Oberfläche transportiert)
2. Alkoholbad (die Poren werden mit Alkohol gefüllt)
3. Wässern (die oberflächlichen Salze werden gelöst)
4. Trocknen (die Poren werden wieder frei)
5. Wässern (Wasser löst verbliebene Salze in den Poren)
danach wieder bei 1 anfangen usw.

Natürlich ist das kein spezifisches Problem bei der Anwendung der hier diskutierten Mittel, sondern trifft für JEDE Anwendung von Flüssigkeiten zu, bei Pyrit meiner Ansicht nach aber von entscheidender Bedeutung für den (ohnehin zweifelhaften) dauerhaften Erfolg.

Die von Dir angesprochene Anwendung von Cyanacrylat hat bei mir seit einigen Jahren den Zerfall einer Stufe bisher erfolgreich verhindern können. Das von Conrad als Hausmarke angebotene Produkt besitzt in seiner niedrigviskosen Variante eine ausgezeichnete Netz- und Kriechfähigkeit.
Die Frage, welche dieser Möglichkeiten oder eine Kombination beider (und in welcher Reihenfolge) am günstigsten ist, hängt sicher vom Zustand der Stufe ab. Gegebenenfalls riskiert man einen Zerfall der Stufe und Cyanacrylat wird spätere Reinigungsverfahren erheblich behindern oder unmöglich machen.

Zum Schluss noch ein Bild von der bereits erwähnten Stufe und noch eins im Vergleich mit einer unbehandelten.

Glück Auf
Thomas

Nathan:
Hallo,

ich wollte die 'neue Methode' mit dem Entfärber selbst einmal testen. Hierzu diente mir diese Stufe (1. Bild). Sie bröselte schon etwas und roch 'schwefelig'. Also ging ich in den Supermarkt um die Ecke und kaufte mir eine Packung 'Dr. Beckmann Intensiv Entfärber'. Nach der bereits oben von Thomas beschriebenen Rezeptur (1 TL Entfärber + 1/2 TL EDTA(Natriumsalz) auf 1l Wasser) mischte ich mir einen Liter der Lösung an und legte die Stufe in ein Glas, in welches ich ca. 250 ml der Lösung hineinfüllte. Dieses wurde mit einem passenden Deckel dicht verschlossen. Das Gefäß wurde anschließend in einen bereits vorgewärmtes Wasserbad (in meinem Ultraschallreiniger) gestellt. Hier bildeten sich am Anfang weiße und schwarze Schlieren (2. Bild), welche kurze Zeit später zu Boden sanken. Nach einer Stunde wechselte ich die Lösung und legte die Stufe für 1 min in mein Ultraschallbad. Dabei konnte man deutlich schwarze Wölkchen erkennen (3. Bild). Bereits zu diesem Zeitpunkt war der Fortschritt beachtlich: Die Probe präsentierte sich weitgehend silbrig glänzend, statt des vorherigen dunkel-messingfarbenen Belags. Nun ging es für die Stufe wieder für 3 h in die Lösung, wobei ich bei dem anschließenden Wechsel der Lsg., schwarze Bereiche um die Risse in der Stufe erkennen konnte (4. Bild). Nun wechselte ich die Lsg. zunächst nach 5h, 8h und dann nach 12h. Zwischen jedem Wechsel wanderte die Stufe für ca. 1 min ins Ultraschallbad. Darauf hin wusch ich die Stufe unter fließendem Wasser ab und trocknete sie.
Ab nun wechselte ich die Lösung immer nach 24h. Als nach 3-maligem Wechsel der Lsg. keine Verfärbungen an der Stufe mehr zu erkennen waren, wässerte ich sie für 5h. Hier traten allerdings messingfarbene bis schwarze Verfärbungen auf, weshalb ich die Markasitstufe nochmals für zunächst 18h und danach nochmal für 24 in die Lösung legte. Da beim letzten Wechsel absolut keine Verfärbungen, sowohl an den Ritzten, als auch beim Bad im Ultraschallreiniger zuerkennen waren, wusch ich die Stufe nochmal gründlich ab und trocknete sie. Auf eine mehrstündige Wässerung verzichtete ich, da meines Wissens nach Wasser den Zerfall von Markasit begünstigt. Als die Stufe dann getrocknet war, suchte ich mir einen Behälter, in welchem ich die Markasitstufe aufbewahren kann. Nach kurzer Zeit hatte ich ein passendes Behältnis gefunden. In dieses legte ich eine Schale, die ich zuvor mit Natriumhydroxid (wasserfreie Granalien)  gefüllt hatte, und stellte die Markasitstrufe, mit einem Ring (von einer leeren Tesafilmrolle  ;D) darunter fixiert, in das Behältnis (5. Bild). Dieses klebte ich zu, sodass es relativ dicht war.
Hier nochmal ein Bild der fertigen Stufe (6. Bild).
Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Gruß
Philipp 

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