Das Bild stellt mit großer Sicherheit einen Boulangerit dar. Ursprünglich wurde das Material als Jamesonit in den Umlauf gebracht.
Eine Untersuchung 1992 ergab aber Boulangerit.
NIEDERMAYR, G. & F. BRANDSTÄTTER (1992): Boulangerit von Umberg bei Wernberg, Kärnten. - Carinthia II, Mitt. Naturwiss. Ver. f. Ktn., 182./102.: 125-126, Klagenfurt.
858. Boulangerit von Umberg bei Wernberg, Kärnten:
Seit MEIXNER (1950) werden die nadeligen, stahlgrauen Kristalle in und auf karbonatischer Gangart aus dem kleinen Erzvorkommen von Umberg bei Wernberg für Jamesonit, Pb4FeSb6S14, gehalten. Eine anläßlich der letzten Frühjahrstagung der Fachgruppe für Mineralogie und Geologie erstandene Stufe dieser Fundstelle war Anlaß, das Material mittels EMS zu überprüfen. In einer weißen bis grauen, mittelkörnigen und von verschiedenen Erzen durchsetzten karbonatischen Gangart sind winzige, feinfilzige Aggregate stahlgrauer Nädelchen eingewachsen. Darüber hinaus ist in Kavernen aber auch ein dichter Filz bis 5 mm langer Nädelchen des gleichen Materials über einem Rasten rötlichbrauner, typisch sattelförmig gekrümmter Ankerite bis Fe-hältiger Dolomite zu beobachten. Wie Tab. 2 zeigt, sind sowohl die im Calcit eingewachsenen als auch die in Kavernen frei ausgebildeten Erznädelchen Fe-frei und damit zum Boulangerit zu stellen. Die Richtigkeit der seinerzeitigen, wohl auf erzmikroskopischem Weg erfolgten, Bestimmungen von Jamesonit für das Vorkommen von Umberg ist somit stark anzuzweifeln.
Ursprünglich von Meixner (MEIXNER, H. (1950): Kurzbericht über neue Kärntner Minerale und Mineralfundorte IV. - Der Karinthin, Folge 11: 255-257, Klagenfurt) so beschrieben:
Umberg bei Wernberg:
R. Canaval (1893) hat das Bleiglanz-Zinkblende-Eisenspat-Vorkommen vom Umberg bei Wernberg beschrieben und er, wie nach seiner Aufsammlung auch Brunlechner (1893) erwähnten ausserdem "Antimonit in zarten Nädelchen in kleinen Nestern in Hohlräumen im Urkalk". Neufunde von Finanzsekretär Herrmann (Villach) ermöglichten eine Überprüfung: Antimonit liegt" nicht vor, sondern ein "Bleisulfosalz", etwa Jamesonit. In Hermanns Material sind auch nette kleine Bournonit xx (Rädelerztypus) enthalten.
LG Markus