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Autor Thema: Wettbewerb bester Eigenfund 2014  (Gelesen 11290 mal)

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Offline Hg

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Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« am: 20 Jan 15, 11:39 »
Hallo,

nachdem wir im vergangenen Jahr bereits den besten Eigenfunden gekürt hatten, möchte ich wieder einen Wettbewerb starten, in dem der beste Eigenfund des gesamten abgelaufenen Jahres präsentiert werden kann. Als Eigenfund können Mineralen und Fossilien eingereicht werden.

Schwerpunkt soll hierbei wirklich auf den Fund gelegt werden (am Besten mit der Geschichte dazu) und weniger auf das Bild zum Fund.
Das beste Fundstück kann mit 4 Bildern präsentiert werden. Aber bitte hierbei auf wirklich nur ein Fundstück einschränken, so schwer das vielleicht auch sein mag.

Funddatum bitte angeben!

Laufzeit: bis Sonntag, den 22. Februar 2015

Ich hoffe darauf, dass sich möglichst viele mit guten Beiträgen an dem Wettbewerb beteiligen.
Beiträge ohne Fund (Unterhaltungen und Diskussionen) werden aus dem Thema gelöscht, da hierdurch der Wettbewerb nur unschön zerrissen wird.


Grüße,
Andreas
« Letzte Änderung: 20 Jan 15, 11:44 von Hg »

Offline Rockhounder

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #1 am: 21 Jan 15, 11:16 »
Hallo,

dann fang ich mal an mit einem Calcit-Kristall aus dem für Fossis bekannten Steinbruch Sengenthal in der Oberpfalz,Bayern.
2 cm misst der x,der sich in einem Hohlraum eines Ammoniten gebildet hatte.
Gefunden hab ich ihn im August 2014 bei einer von den Steinkernen organisierten Exkursion.

Deutschland/Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Neumarkt in der Oberpfalz, Landkreis/Sengenthal/Steinbruch am Winnberg
Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Letzte Änderung: 23 Jan 15, 08:20 von oliverOliver »

Offline oliverOliver

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #2 am: 23 Jan 15, 09:07 »
gut, dann mach ich mal weiter .... ;)

Die Auswahl meines besten Fundes war auch diesmal – wie schon für 2013 – wieder schwierig. Ich habe 2014 zwar in allen meinen drei niederösterreichischen Haupt-Sammelgegenden (SMFF, HMF, Laa-Fm) einige ganz gute Kieselhölzer gefunden, aber der „Hammerfund“, der eindeutig alle anderen übertroffen hätte, war nicht dabei. Ich habe sogar einige für mich äußerst interessante bis sensationelle Stücke gefunden, aber die sind alle optisch sehr unspektakulär bis unansehnlich – z.B. ein stark abgerolltes, also sekundär verlagertes Kieselholz aus der miozänen Laa-Formation mit winzigen Molluskenschalen in der Sedimentfüllung von Bohrgängen (leider haben die Molluskenreste nicht dazu ausgereicht, die ursprüngliche Formation, in der das Stück primär gelagert war, zu bestimmen, und es damit exakt zu datieren – allerdings für die Bestimmung des ursprünglichen Sedimentationsmilieus als seichtmarinen, ruhigen Bereich mit Seetangwiesen hats zumindest gereicht - Dank an M. Harzhauser).
Da also die interessantesten Stücke nicht wirklich „herzeigbar“ und damit wettbewerbsuntauglich sind, hab ich mich letztendlich doch für ein „schönes“ Holz aus der oligozänen St.Marein-Freischling-Fm entschieden. Es ist mit einer Länge bzw. Höhe von 64 cm bei einer maximalen Breite von 20 cm für hiesige Verhältnisse schon ein ordentliches „Trumm“, hat zudem einen kleinen Astabgang und ist sowohl farblich als auch von der guten Strukturerhaltung her sehr ansprechend (auch die Zellerhaltung ist gut, aber das ist auf den Fotos natürlich nicht zu erkennen). Gefunden habe ich das gute Stück Anfang November im Horner Becken in Niederösterreich – nur wenige Tage, nachdem ich im gleichen Fundgebiet mein erstes größeres Kieselholz seit gut zwei Jahren gefunden hatte !
Auch aufgrund dieses seltenen Zufalls – nach langer Durststrecke zwei ungewöhnlich gute Funde bei zwei direkt nacheinander erfolgten Begehungen, noch dazu das erste wenige Tage vor, dieses hier nur wenige Tage nach meinem Geburtstag – hat dieses Stück (das außerdem keinerlei rezente Beschädigung aufweist, was hier an sich schon eine große Seltenheit ist) für mich eine besondere Bedeutung.
Beide Funde hab ich übrigens schon im Forum vorgestellt:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,31745.msg276804.html#msg276804

Österreich/Niederösterreich/Horn, Bezirk
Wettbewerb bester Eigenfund 2014
   
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Wettbewerb bester Eigenfund 2014

« Letzte Änderung: 12 Feb 15, 17:17 von oliverOliver »

Offline Rudolf Mehnert

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #3 am: 28 Jan 15, 07:07 »
Hallo Sucher und Finder,

ich präsentiere diesmal etwas seltenes aus dem Kalksteinbruch von Ludwag (genauergesagt Ludwag 2). Letztes Jahr habe ich bereits im Januar mein Schmuckstück unter den Fossilien für das Jahr 2014 gefunden. Es handelt sich um eine Brachiopode Zittelina orbis auf der jedoch ein kleiner Begleiter  ;) sitzt. Ein kleiner Kalkschwamm namens Epitheles rotula hat sich auf dem kleinen Armfüßer niedergelassen. Dies entsteht in der Regel aufgrund einer Verschiebung der Fossilien im Kalkstein. Allerdings kenne ich diese Verschiebung nur von Größeren Exemplaren. Bei gerademal 1,5 cm der Brachiopode und 0,5 cm des Schwamms und dann noch der Super Lage, der unterschiedlichen Färbung und der super Erhaltung des Kalkschwamms ist es einfach ein Traumstück.

Ich habe nur ein bisschen gestichelt sonst nichts.  8)

Hier mal die Bilder:
Vorderansicht:
Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Bamberg, Landkreis/Scheßlitz, Stadt/Ludwag, Ortsteil/Steinbrüche Ludwag
Wettbewerb bester Eigenfund 2014

Rückansicht (man sieht die Wachstumslinien):
Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Bamberg, Landkreis/Scheßlitz, Stadt/Ludwag, Ortsteil/Steinbrüche Ludwag
Wettbewerb bester Eigenfund 2014

Seitenansicht:
Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Bamberg, Landkreis/Scheßlitz, Stadt/Ludwag, Ortsteil/Steinbrüche Ludwag
Wettbewerb bester Eigenfund 2014

Ansicht auf den Schwamm:
Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Bamberg, Landkreis/Scheßlitz, Stadt/Ludwag, Ortsteil/Steinbrüche Ludwag
Wettbewerb bester Eigenfund 2014

« Letzte Änderung: 28 Jan 15, 15:37 von oliverOliver »

Offline Conny3

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #4 am: 05 Feb 15, 18:37 »
Hallo,
na dann will ich mal weitermachen. Es gab schon einiges im vergangenen Jahr. So der zonare Turmalin von Wolkenburg Ende Oktober oder wieder einmal ein ganz guter Malachit von Schöngleina, oder die Minerale vom Ullersberg im Frühjahr und Ende Oktober (u.a. Pyromorphit).
Ich nehme aber mal einen Fund aus Österreich:

Österreich/Steiermark/Deutschlandsberg, Bezirk/St. Oswald/Stoffhütte
Wettbewerb bester Eigenfund 2014


den ich im vergangenen August in der Steiermark überraschenderweise fand (bei Sauwetter).
Originell war, wie der Turmalin im Quarz wie der Schlüssel zum Schloss steckte:

Österreich/Steiermark/Deutschlandsberg, Bezirk/St. Oswald/Stoffhütte
Wettbewerb bester Eigenfund 2014


Österreich/Steiermark/Deutschlandsberg, Bezirk/St. Oswald/Stoffhütte
Wettbewerb bester Eigenfund 2014


Die Geschichte dazu gibt es hier (vom 16.8.2014). Es sind zwei Turmalinkristalle, die aber ursprünglich in einem Quarzbrocken waren.

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,37179.msg273211.html#msg273211


Gruß Conny
« Letzte Änderung: 05 Feb 15, 19:11 von Conny3 »

Offline altes-gebirge

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #5 am: 06 Feb 15, 22:46 »
31.07.2014, Europa, alte Provinz Thrakien, Haskovo Region:

Die Sonne entfaltet schon morgens um 6 Uhr ihre volle Kraft mit gefühlten 25 Grad.Die Nacht, den lärmenden Nachbarn sei Dank, war kurz und der Rest der Familie schläft noch.
Weiterschlafen? Nee. Jetzt bin ich sowieso wach und kann noch mit den frühen Vögeln "jagen"!
Kaffee in den Kopf, ein Zettel auf den Küchentisch, runter zum Auto.
Ein kurzer Blick, das am Auto wenigstens die notwendigsten Teile noch vorhanden sind, Werkzeugcheck im Kofferraum. Alles klar,los gehts!

Unterwegs am Kiosk Getränke und herzhafte "Frühstückchen"  gekauft, Wat ein Glück, die Straßen sind noch nicht so voll mit Kamikazefahrern.

Nach gemütlichen 20 Minuten Fahrt parke ich dann mein Auto im Schatten vor dem Zugangstor zum Bergwerk.
Tor steht auf, ist ja "Rabotno Vreme" ( Arbeitszeit)
Rucksack geschultert, Arbeitsschuhe an, Strohhut auf die Birne und rauf gehts ca.300 Meter.
3 Mineure stehen vor dem Stollenmundloch der 1sten Galerie und versuchen eine, mit Betonelementen beladene Lore in den Berg zu schieben.
"Guten Morgen,Mineure,Wie gehts?"
"Gut Danke.Was machst Du hier?"

Ich schob dann die Lore mit den Jungs ein kleines Stück in den Berg und ging schnell wieder raus, da es sehr zugig und kalt aus dem Stollen wehte und ich locker bekleidet war.
Oben auf der Halde wollte ich mir nur noch eine Partie mit limonitischen Quarzbrocken anschauen, die ich 2 Tage vorher gesehen hatte, aber an diesem Abend keine Zeit mehr hatte.
Unter dem Verladesilo für das Golderz wurden gerade LKW befüllt. Etwas Distanz, hinsetzen, etwas Tabak einwickeln und erstmal die Situation beobachten.
"Guten Morgen, die Herrn. Wie gehts? Ich bin der soundso und suche Mineralien"
"Aha, Kamani (Steine)"
"Darf ich mir eine Probe vom LKW nehmen?"
"Mach schnell, Du Verrückter"

Mit den 2 Bergleuten am Erzsilo sprach ich noch eine ganze Weile,nachdem die LKW auf dem Weg zur Flotation waren. Bin froh, das ich bulgarisch gelernt habe.
Normale Menschen,(mit schwerer Arbeit im Berg) so wie wir, die auch "nur" leben,arbeiten, feiern und genießen möchten und denen auch kein Sinn nach irgendwelchen kranken Konflikten steht.
Eine Erzprobe im Rucksack, nette Gespräche......hach die Sonne lacht ja immer stärker.Schwitz.

Schnell die 50 Meter rüber auf Halde und mal diese braune Schüttung anschauen.
Kakoxen.Hm.......ja aber zu sehr "vermatscht"! Halt! Limonit mit Quarz aber  leuchtendgrüne Krusten obenauf?
Lupe raus........Ehhhhhhh....endlich mal ein größeres Stück mit Corkit.Genial. ;D
Einpacken,ab in den Rucksack.


Eigentlich könnt ich ja jetzt wieder zurück nach Haskovo fahren und meine Schlafmützen mit "Frühstück am Bett" überraschen.

Quatsch, die 5 Minuten um den Rest der Schüttung durchzuschauen, hast Du ja wohl übrig! Zumal jedes Jahr weniger Gangarten auf Halde gekippt werden, damit bloß kein Milligramm pro 1000 Tonnen verloren gehen könnte und die Aktionäre... Lassen wir das :-)

Aus dem Augenwinkel sehe ich unter mir einen neuen schwarzen Pick-Up den Berg hochfahren. Bringt bestimmt neuen Sprengstoff für die Spätschicht. Weitersammeln und Material bergen.

Nach 20 Minuten hält der Jeep dann unter mir, Fenster auf: "Guten Morgen.Was machen wir denn hier?"
"Wir(!) suchen hier Phosphate, das gelbe Metall interessiert mich absolut nicht."
"Ja, hm, aber Herr, trotzdem muss ich Sie bitten das Gelände zu verlassen,Sicherheitsgründe"
"Kein Problem, darf ich mir den Rucksack noch einpacken? Dann gehe ich direkt zum Auto" ( er hatte es ja unten am Waldweg gesehen)
"Kein Problem. Auf Wiedersehen."

Sollte ich eine Diskussion mit dem Betriebsleiter anfangen, das absolut keine Ge- oder Verbotsschilder im Gelände stehen? Sicher nicht. Die Paragenese ist mir zu stark an´s Herz gewachsen und der Natshalnik ("Chef") ist ja nicht immer vor Ort. ;)

Jetzt nach Hause fahren? Im Schatten bestimmt schon 28 Grad.Nööööööö... >:D

Fahren wir, also ich, mal auf den Goldberg nach oben.Dort sind es über 800 m und es weht ein Lüftchen.Außerdem wird oben schon seit ein Jahren nicht mehr gearbeitet und der Betriebsleiter wird doch wohl nicht....?

Oben, parkte ich das Auto wie üblich, im Schatten und machte ein zweites Frühstück. Rucksack im Kofferraum entleeren, Werkzeug prüfen und etwas durch den kühlen Buchenwald schlendern.

Mehr aus Jux und Dollerei ein paar Quarzbrocken in einer kleinen Pinge zerkloppt. Grüner Variscit und schöne saftig gelbe Kakoxen xx. Lecker. Nicht zu klein,nicht zu viel "Hinterteil" am Stück. Sammlungsqualität für diesen Fundort. :)


Wettbewerb bester Eigenfund 2014


Soll ich denn jetzt nicht zurück nach Hause.? Quatsch! Jetzt bist Du nur 500 m von der 7ten Galerie weg. Ist zwar fast alles saniert, aber die letzten Jahre waren dort sehr fündig und alte Erinnerungen an die herrliche Aussicht auf Thrakien.

Vielleicht triffst Du wieder ne freundliche Schildkröte oder eine Hornviper. Wobei mir die kleinen Turtles natürlich lieber sind. :-*

Ein paar Minuten später angekommen, die Natur holt sich ihren Part, im ehemaligen Betriebsgelände zurück.Zum Glück.
Der Hauptstollen eingefallen, fast keine Spur mehr von der Pyromorphit-Plumbogummit-Paragenese. :(

Auf dem Rückweg lustlos auf einiges der wenigen Stücke mit Gangart geklopft. Ja, Hmm..nicht so prickelnd. Ein Drüschen mit kleinen Quarzen und "Sphaleriten".
Gut, der frißt kein Brot, ab in den Rucksack.Den Rest auf Seite gekickt.Waren eh nur Mini-Drusen. Aus mir wird wohl nie ein anständiger Mikromounter ;-)

Blöd nur, das ich 3 Wochen später, beim Auspacken des Paketes, hier in der Voreifel, gemerkt habe, das es keine Sphalerite waren. Sondern meine bis jetzt besten Anglesite vom Fundort darstellen, Stufengröße 7x6x3cm, mit xx bis 5mm Größe.

Hmmpppfffffff.......Mal schauen, ob ich dieses Jahr die Reststücke noch auf Halde finde?

Tja, jetzt bleibt Euch überlassen, ob mein Roman hier zu besten "Eigenfunden 2014" gehören soll oder zu einem thrakischen Tagebuch.(?)

Vorschläge,Rückmeldungen und Kritik ist gewünscht und willkommen.

Prijatni Posdrawi/ Freundliche Grüße

Marcus

P.S. Wenn ich Euch etwas Kurzweil und Spaß bereiten konnte, ist mir dies viel mehr Wert, als eine Bewertung oder irgendwelch "Honorar" zu erhalten.

Editiert am 08.02.2015. Ich habe 4 Fotos aus dem Bericht herausgenommen. Wäre sonst gegen die Spielregeln.




« Letzte Änderung: 02 Nov 15, 20:47 von slugslayer »

Offline Brodi69

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #6 am: 11 Feb 15, 11:30 »
Es wird spät im Jahr, bis unsere Kluft vom Schnee soweit befreit ist, dass sie zugänglich ist. Und das Hinlaufen erfordert jedes Jahr seinen Tribut respektive ohne wirkliche Motivation läuft sich ganz schlecht. So war es denn im Herbst 2013 so, dass die Kluft nur noch sehr vom Chlorit zerfressene Stücke lieferte, die unansehnlich waren und so gar nicht zu unseren Erwartungen passten. Im letzten Herbst - Ende August 2014 - war es dann auch nicht verwunderlich, dass sich unsere Motivation in Grenzen hielt und der Aufstieg entsprechend beschwerlich war. Anfänglich lieferte die Kluft wieder nur Chlorit, doch es schien, als wechselte die Kluft die Neigung und nach 4 m im Berg stieg sie wieder an. Gegen Ende des ersten Arbeitstages  erschien dann doch die erste, weitgehend nicht chloritisierte Stufe. Jubel, Freude, wir hatten unsere Motivation, den beschwerlichen Aufstieg ein zweites mal zu unternehmen. Am zweiten Tag schafften wir den Anstieg in weniger als 5 h. Die Arbeit ist im tiefen Loch beschwerlich, doch immer wieder gab es kleine Stufen und einzelne Gwindel! Ich staunte nicht schlecht, als ich plötzlich (na gut, so unerwartet nun auch wieder nicht) ein ungewöhnlich langes flaches Stück in Händen hielt. Noch im Chlorit eingehüllt versprach es glatte Oberflächen. Also, raus aus dem Loch und zum Bach... der Chlorit fiel einfach ab und ich hielt eine 13 cm lange Schwimmerstufe, gebildet aus zwei Wasserklaren, leicht rauchigen Gwindeln in Händen! Normalerweise hätte ich gejauchzt, doch ich brachte keinen Ton heraus, ich war einfach Sprachlos...

Nun hoffe ich doch, dass sich auch andere endlich trauen, hier Ihren "Besten Eigenfund 2014" einzustellen. Es wäre Schade, wenn hier nicht noch ein paar gute Geschichten und ergänzende Funde hinzukommen.

Ach ja, für die, die Das Fundgebiet aus dem Foto entnehmen wollen, mit Medel ist das Tal gemeint und nicht der Berg, und das Tal ist wahnsinnig weitläufig  :P

Grüessli
Christian

Offline stoanklopfer

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #7 am: 12 Feb 15, 10:22 »
Mit tollen Sachen kann ich 2014 nicht gerade aufwarten. Nach meiner Genesung hatte ich noch einmal die Gelegenheit, im Februar 2014 meine Familie in China zu besuchen (heute leben sie hier bei mir). Dabei bot sich auch die Chance, meine ehemaligen Arbeitskollegen in der Fujian Provinz heimzusuchen. Flug gebucht, von 8 Leuten wider Erwarten mit großem Bahnhof empfangen. Nach einem allerletzten Baustellenbesuch bei meinen chinesischen Freunden stellte sich die Frage, wohin am nächsten Tag? Leider gab es die Autovermietung von früher nicht mehr, also was tun? Nichts leichter als das: Unser ehemaliger Fahrer lieh mir kurzerhand für zwei Tage das Dienstauto (mit Einverständnis des Chefs, den chines. Führerschein habe ich ja). Aber: woher Werkzeug nehmen? Auch das kein Problem: Einen 5-kg-Hammerkopf gekauft, aus dicken PVC-Rohren einen Stiel maßgeschneidert, und mit einigen Meisseln und einem kleineren Fäustel bewaffnet ab ins Gelände. Ein Tag Yongping Kupfermine, am zweiten ein Besuch im Fluoritbergwerk Nanshanxia. Bei beiden konnte ich einige recht brauchbare Stücke finden, wichtiger war allerdings die kurze gemeinsame Zeit mit meinen Freunden. Was umso schöner war, nachdem ich meine Krankheit so gut wie ohne Folgen hinter mir gelassen habe.

Hier ein Stück aus Nanshanxia, das ich sehr interessant finde, da der Fluorit nicht nur farbzoniert ist, sondern auch Matrix-Einschlüsse in einzelnen Kristallen zeigt. Größe 5x4 cm, Kristallgröße bis 1 cm. Fund 23.2.2014.

Offline guefz

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #8 am: 12 Feb 15, 17:01 »
Hallo,

ich habe beste Stück meiner 2014er Islandtour genommen und nochmal ein paar Fotos versucht.

Das Stück stammt aus dem kleinen Steinbruch bei Neskaupstaður in Ost-Island. Im letzten Sommer lagen dort etliche große Blöcke aufgestapelt herum, die noch auf die weitere Zerkleinerung warteten. Als ich so über einen der Haufen stieg, fiel mir ein Block mit recht großen derben Zeolith-Einschlüssen auf und mein Gedanke war: wenn da doch mal ein Hohlraum nicht ganz ausgefüllt wäre... Als ich an dem Block stand, strich ich mit der Hand über losen Dreck, der auf dem Block lag und sah das ein Teil des losen Materials im Block verschwand. Daraufhin habe noch mehr Dreck beiseite geschoben und gesehen, dass der Block in diesem Bereich auch ein paar Risse hatte. Also hab ich mein Werkzeug geholt und an einem der Risse den Meißel angesetzt. Der Riss gab nach und ein größerer Brocken löste sich. Vorsichtig heraus genommen und umgedreht lachten mich schöne große Mesolith-Kristalle mit Endflächen an.

Hier zu Hause hab ich noch ein wenig überflüssige Matrix entfernt und das Stück ist jetzt 130x130x120mm groß, die Kristalle bis zu 60x2x2mm. Die Fotos zeigen das Stück von drei verschiedenen Seiten, auf der Rückseite waren einige Kristalle doch an der gegenüberliegenden Seite des Hohlraums angewachsen. Funddatum: 31.07.2014

bis denn

Günter

Offline Nathan

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #9 am: 16 Feb 15, 19:15 »
Hallo,

nun konnte ich mich endlich für ein Fundstück entscheiden, welches ich euch präsentieren kann. Bei den ganzen Zeolithen, Calciten und Augiten gar nicht so einfach!
 
Es war der 04.08.2014, ein sonniger Montagmorgen auf La Gomera, an welchem ich mit meiner Familie die Wanderung nach Benchijigua durchführen wollte. Nach einem reichhaltigen Frühstück brachen wir auf. Es waren nur wenige Minuten fahrt vom Hotel bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Bei unserem letzten Besuch auf der Insel hatten wir nur wenig Wasser mitgenommen, was wir damals deutlich zu spüren bekamen  >:D . Besser gerüstet ging es also los. Während die Anderen sich über die schöne Sicht erfreuten, waren meine Augen immer gen Boden gerichtet. Schon nach den ersten Metern hatte ich ein Stück mit Calcit und Chabasit Kristallen gefunden. Nach und nach wanderten immer mehr Stücken in den Rucksack, welcher langsam schwerer wurde. In Benchijigua angekommen, hofften wir auf eine kleine Stärkung. Doch falsch gedacht. Außer ein paar Ferienhäusern war dort nichts zu finden. Immerhin hatte die Regierung dort EU-Subventionierte Solar-Laternen installiert (wem das nutzt frage ich mich heute noch, schließlich befinden sich dort nur etwa 5 Häuser  ??? ). Etwas erholt vom Schatten der Granatäpfelbäume traten wir den Rückweg an. Nun genoss ich ebenfalls die schöne Aussicht. Ab und an, wenn mein Blick Richtung Boden wanderte, konnte ich ein paar Iddingsitkristalle entdecken, welche bei meinem letzten Besuch noch schöne Olivinkristalle waren. Zum glück hatte ich damals einige mitgenommen (darauf beruhte damals mein Hauptaugenmerk). Als wir fast beim Auto angekommen waren, entdeckte ich einen Stein mit ein paar Calcitkugeln, welchen ich zuerst gar nicht mitnehmen wollte, da der Calcit schon recht verwittert war. Zum Glück überredeten mich die Anderen, denn nach der Säuberung konnte ich schon im Hotelzimmer kleine glänzende Kristalle entdecken. Zuhause angekommen, reinigte ich nochmals mit meinem US-Reiniger und betrachtete das Stück unter dem Bino: und siehe da die Mitnahme hatte sich gelohnt! Wunderschöne Chabasit und Phillipsit strahlten mich an. Endlich hatte ich mein (fast) namens-verwandtes Mineral gefunden! ;D
Doch nun ist es ja sehr schwer gute Bilder von Zeolithen zumachen, doch ich hoffe ihr könnt darüber hinwegsehen  ;) .

Gruß
Philipp   

PS: vielleicht konnte ich ja jemanden zu einem neuen Urlaubsziel verhelfen... :D

Online Sebastian

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #10 am: 17 Feb 15, 09:43 »
Mein bester Eigenfund stammt aus dem Steinbruch Bögl. Es hadelt sich um eine kleinere Stufe mit grünlichem
Fluorit und lila Strahlungshöfen von weggelöstem Uraninit. (Beschrieben im Lapis-Artikel über den Steinbruch)
Die Stufe ist unbeschädigt, nur die Kanten sind parkettiert und sehen aus wie weggebrochen.
Die Stufe konnte aus einem kleineren Gang auf der untersten Sohle geborgen werden.
Gruß Sebastian
Deutschland/Sachsen/Erzgebirgskreis/Annaberg, Revier/Schlettau/Dörfel/Steinbruch Bögl
Wettbewerb bester Eigenfund 2014

Offline raritätenjäger

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #11 am: 17 Feb 15, 14:10 »
Hallo,

sehr viele Eigenfunde habe ich dieses Jahr wieder mal nicht gemacht. Eine Sache, die mehr der Historie wegen interessant war, war eine Befahrung der Grube Weintraube bei Lerbach im Harz (Nachexkursion der VFMG-Sommertagung im September). Die Strossenbaue auf dem unteren Stollen sind schon eine beeindruckende Kulisse. Das Besuchen solcher Lokalitäten ist für mich gar nicht mehr unbedingt mit der Hoffnung verbunden, dort etwas zu sammeln, sondern mehr einen unmittelbaren Bezug zu haben zu den klassischen Stücken in der Sammlung. Man ist dort gewesen und hat sich angesehen, wo all die schönen Dinge zu früheren Zeiten mal hergekommen sind. Sieht die geologischen und bergbaulichen Verhältnisse vor Ort und bekommt somit eine engere Beziehung zu seinem Sammlungsmaterial.

Gefunden habe ich dennoch etwas. Obwohl, ehrlicherweise war es gar nicht ich, sondern ein älterer Herr, der ebenfalls an der Exkursion teilnahm. Ich bin dennoch so frei, den Fund hier ins Rennen zu schicken. Ein schönes Hämatitgangstück, das hatte ich mir schon erhofft, zugegeben. Auf die Idee ist aber sicher auch schon der ein oder andere Mineralienfreund gekommen, der die Grube besichtigen konnte. Hämatitbrocken zum Zugreifen, freilich, aber alles rotbraune Masse, keine Zeichnung, nix. Ja, drei oder vier Brocken liegen herum, schön gemasert mit Eisenglanzflittern und braunem Siderit eingeschlossen, schöne Gangstücke. Nachteil: Durchmesser 40 cm und zentnerschwer. Schon ist der Sammler am schimpfen: alles, was taugt ist riesengroß und der Rest das Mitnehmen nicht wert. Eine leise Stimme hinter mir: "Dann nehmen Sie doch den hier, schenk ich Ihnen, mir ist das zu groß, ich kann damit nichts anfangen". Die Kopflampe beleuchtet ein abwechslungsreiches Gangmaterial aus Hämatit, Jaspis, Quarz und Siderit. 12 cm breit, hübsche Kabinettgröße. Mein Gangstück, was ich erhofft habe. Vielen Dank auch an dieser Stelle für den mir unbekannten Finder.

Gruß
Andreas

Offline gsiberger

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #12 am: 17 Feb 15, 23:08 »
Hallo!

Nun auch noch mein bester Eigenfund 2014, das "Otto Normal"-Mineral Calcit

Nachdem ich ohne große Erwartungen Anfang Juli zu meiner ersten selbst entdeckten Fundstelle in Vorarlberg aufbrach, wurde ich im Laufe des Tages noch äußerst positiv überrascht! Die Fundstelle lieferte in der Vergangenheit sehr komplexe Zwillinge und vielflächige Kristalle, die in Vorarlberg sehr selten sind. Sie erinnern mich immer an die Stücke aus Landelies in Belgien.

Nachdem ich über längere Zeit mit schwerer Arbeit einen schmalen Riss verfolgte, weitete er sich plötzlich zu einem handbreiten Spalt. Die vielflächigen Kristalle wurden immer größer und größer, bis zu Ausmaßen wie sie an dieser Fundstelle nicht bekannt waren - obwohl ich in den letzten 10 Jahren öfters dort war und mittlerweile zwischen 5 und 10 m³ Felsen bewegt habe. Noch einmal überrascht war ich zu Hause beim Waschen - und zwar von der starken Qualität der Kristalle: sehr klar und durchscheinend, mit hochglänzenden Kristallflächen. So etwas konnte davor nicht annähernd geborgen werden!
Es ist dort sehr schwierig, schöne Stufen zu bergen, da die Kristalle nicht besonders fest auf der Matrix sitzen. Umso mehr freute ich mich über drei perfekte Handstufen mit mehreren aufgewachsenen Kristallen.

Das Foto zeigt die beste Stufe des Fundes, die mit zu den besten Calciten aus Vorarlberg bzw. Österreich gehört. Der Fund hat mich wirklich sehr gefreut, vor allem weil mich die Fundstelle nach 10 Jahren noch so überrascht hat!

Fundort ist Buch/Vorarlberg/Österreich

Schöne Grüße,
Johannes
« Letzte Änderung: 17 Feb 15, 23:21 von gsiberger »

Offline bogeyman

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #13 am: 18 Feb 15, 17:02 »
Hallo,

auch ich möchte mich wieder beteiligen.

Das Sammeljahr 2014 war für mich, trotz des mäßigen / schlechten Sommerwetters, ein gutes Jahr.
Ich konnte wieder tolle Touren mit guten Freunden unternehmen und schöne Stunden in den Bergen verbringen.

Mein bester Eigenfund stammt aus den Bündner Bergen.
Ich habe dieses Jahr mit einem guten Freund an seiner Kluft weiterarbeiten dürfen (sogar bis in den Oktober hinein als Jahresabschluss  :) ). Wir konnten dank harter Arbeit viele tolle Kristalle und Stufen bergen, darunter auch Einzelkristalle bis knapp 30 cm Länge.
 
Der beste Eigenfund ist jedoch deutlich kleiner, aber dafür wunderschön ausgebildet  :)
Es handelt sich um einen 5 cm langen und wasserklaren Bergkristall-Doppelender auf Albit-Matrix - gefunden im Juni 2014.

Ich freue mich auf weitere Beiträge!

Viele Grüße

Offline Rübezahl

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Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2014
« Antwort #14 am: 19 Feb 15, 18:45 »
Hallo,

Ich bin das erste mal beim Wettbewerb dabei...
und möchte eine Quarzstufe aus dem Erzgebirge ins Rennen werfen.

Im Frühling 2014 war es mal wieder soweit um den Steinbruch an der Hakenkrümme in Aue aufzusuchen.
Die Gegend um Aue ist bekannt für gute Quarzfunde und besonders
die Stufen aus der Hakenkrümme zeichnen sich durch eine beachtliche Größe aus.

Es war ein sonniger Tag und die Vorfreude auf gute Funde war groß.
Am besagten Steinbruch angekommen wurde erstmal das Gelände
observiert da mit dem Betreiber des Bruchs nicht gut Kirschen essen ist...

Leider wurde nicht frisch gesprengt und meine Laune verschlechterte sich.naja was soll`s
An der 2ten Sohle angekommen untersuchte ich herumliegende Brocken und den Quarzgang selber konnte aber nur derbes Material ohne freistehende Kristalle finden und wenn dann waren die Kristalle mit einer dicken Roten bis
kackbraunen Rostschicht überzogen was für die die Hakenkrümme eigentlich typisch ist.
Resigniert und erschöpft trat ich den Rückzug an.

Ich nahm eine Abkürzung über eine Geröllhalde um auf die höhere Sohle zu gelangen.Fast oben angekommen fiel mir ein größerer Block rechterhands auf der mit Quarz besetzt war.
Mit einem waghalsigen Klettermanöver kam ich näher ran und konnte erste Kristallspitzen erfühlen die sich in einer Art Tasche befanden.Nachdem ich den daraufsitzenden Block entfernt hatte war meine Freude groß.
Als erstes konnte ich eine Stufe von klaren radialstrahlig angeordneten Quarzkristallen(Quarzsonne) finden,dann noch eine kleineres Grüppchen.
Und als Creme de la Creme kam dann noch eine Großstufe von 20 x 11 x 7cm(siehe Foto).
Alle Stufen waren von einer zähen Roten Lehmschicht umgeben und einen
gelblichem Limonitpulver(?),die aber schon mit dem Fingern zu entfernen war.

Ohne Worte..Ich war überglücklich und schnürte schnellstens meinen Rucksack
um nicht noch meine meinen Fund mit anderen Teilen zu müssen ;D

Zuhause reinigte ich die Stufen in Regenwasser und einem anschließendem Oxalsäurebad.
Die Freude war Riesig als ich die Klaren Kristalle sah.

Für mich und für die Hakenkrümme ist dies ein außergewöhnlicher Fund und anbei noch ein
schönes Andenken an einen wundervollen Sammeltag im Erzgebirge.
ps.:Die Fotos der anderen Stücke habe ich auch hochgeladen.