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Autor Thema: Eine Frage zur Systematiksammlung  (Gelesen 4000 mal)

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Offline Kupperdroll

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Eine Frage zur Systematiksammlung
« am: 23 Jan 15, 20:23 »
Hallo,Leute!

Ich habe ja schon öfters den Begriff "Systematiksammlung" gehört oder gelesen.Wenn ich mir den "Strunz" vornehme,kommt ein "Wow!"-Ist ja auch eine Menge an Mineralien und es kommen ja ständig neue hinzu.
Nun gibt es ja auch nicht nur den "Strunz".Wie muß ich mir nun den Aufbau einer bzw. Eurer Systematiksammlung vorstellen?Komplett?Nach Stoffgruppen?Schreibt doch einfach Eure Vorgehensweise. beim Auf- und Ausbau Eurer Systematiksammlung.

Vielen Dank im Vorraus!


Offline Bergbaumaulwurf

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Re: Eine Frage zur Systematiksammlung
« Antwort #1 am: 24 Jan 15, 20:55 »
Glück Auf!
Also den Aufbau einer Systematiksammlung wird nicht immer ganz leicht sein!
Da wird sich mit selber Sammeln nicht allzuviel tun können und ist dann am Ende auch eine Frage des Geldbeutels, zumal ständig neue Minerale dazukommen.
Da geht es schon los mit einem Ronneburgit aus Ronneburg, kaum noch zu bekommen und Fluorit oder Calcit in Form, Farbe uind Tracht aus aller Welt.
Zumal die neuen Minerale wo auch immer und zu welchen Preis angeboten werden.
Das soll aber nicht davon abhalten Systematik zu Sammeln, ist aber ein Überlegungspunkt.
Zumal die sich eventuell nur auf ein Mineral beschränkt oder eine Region und seine Mineralien.
Man natürlich hier auch Fundpunktmäßig mehr Anteil am Aufbau einer Sammlung hatt.
Alles ein wenig Abwägen.
Bergbaumwulwurf

Offline bur

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Re: Eine Frage zur Systematiksammlung
« Antwort #2 am: 24 Jan 15, 23:38 »
Als Neuling lege ich meine Sicht mal da. :)

Systematiksammlung heißt ja nicht dass man das komplette Mineralreich abdecken will, das ist sicherlich kaum machbar. Soweit ich weiß haben die meisten Leute ein Teilgebiet, entweder bestimmte Lokalitäten, bestimmte Metalle, Varietäten, usw.

Ich habe mich auf Uran und Kupfer-Mineralien eingeschossen, das ist auch Systematik, aber mit insgesamt etwa verfügbaren 800 Spezies überschaubar.

Offline Geomaxx

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Re: Eine Frage zur Systematiksammlung
« Antwort #3 am: 25 Jan 15, 09:32 »
Hi,
bin zwar kein klassischer "Systematik"sammler, aber eben ein Teilsystematik-Sammler, spezialisiert auf Mineralien, welche das Element Blei enthalten. Bereits hier zeigt einem die Fülle der Mineralspezies deutliche Grenzen auf, zumal es auch hiervon Mineralarten gibt, die lediglich in wenigen Proben existieren. Bei seltenen Mineralarten lege ich wie die Mehrzahl der Systematiksammler natürlich Wert auf eine exakte Bestimmung sowie exakte Fundortangaben. Wer will schon "eine Handvoll Dollars" ausgeben für einen Exoten, der sich später als Allerweltsmineral herausstellt...
Insofern ist verständlich, dass viele der Systematiksammler-hardliner an den mineralogischen Instituten der Welt Schlange stehen, um auch einen sicher bestimmten Brösel abzubekommen. Und da spreche ich ein kleines Problem des Extremsystematikers an: So richtig toll sehen die Mineralstufen halt dann nicht aus, meist ein roter Pfeil auf einem Dünn- oder Anschliff. Wer's mag, für den ist das wirklich das Größte. Als Ästhet sollte man aber vielleicht doch die Finger davon lassen.
Grüßle und Glück Auf!
GEOMAXX

Offline Bart0815

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Re: Eine Frage zur Systematiksammlung
« Antwort #4 am: 25 Jan 15, 11:43 »
Hi,

ich sammle alles mit dem Element Uran.
Da gibt es viele sehr ansehnliche Mineralien (Torbernite, Autunite, Cuprosklodowskit), so hat man auch als Systematiker was fürs Auge. Allerdings stimmt es schon das man gerade als Systematiker für unscheinbare Krümmel ein kleines Vermögen raushaut. Da gibt es z.B. den Astrocyanite-(Ce), drei winzige blaue Punkte und schon kostet das Stüfchen knappe 300€, oder ein Lepersonnite-(Gd), ein par gelbe "Flecken" und schon ist man knapp 500€ los, naja. Dafür ist die Freude endlich so eine Stufe gefunden zu haben umso größer. Allerdings verstehe ich auch Sammler die nach der Ästhetik gehen. So eine schöne Vitrine im Wohnzimmer mit tollen Stufen hat schon was. Damit fang ich aber nicht auch noch an, sonst werd ich noch arm  ;)

@ bur
Freut mich von einem weiteren U-Sammler zu hören. Wie groß ist deine Sammlung in etwa? Ich sammle hauptsächlich Kongo, Menzenschwand und Sachsen.

Schönen Sonntag.

Gruss
Christian
« Letzte Änderung: 25 Jan 15, 12:22 von Bart0815 »

Online smoeller

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Re: Eine Frage zur Systematiksammlung
« Antwort #5 am: 25 Jan 15, 12:36 »
Hallo,

Ich sammle im weitesten Sinne systematisch, allerdings nur in bestimmten Gebieten. Aktuell sind das die Oberpfalz und der Kaiserstuhl. Da versuche ich dann alle dort vorkommenden Minerale zu bekommen. Allerdings, und da unterscheidet sich der Regionalsammler vom Systematiker, ist die Anzahl der Exemplare pro Mineralart nicht so beschränkt. Bei interessanten Mineralarten, wie z.B. den Phosphaten von Hagendorf, koönnen schon mal etliche Mikros von einem Mineral zusammen kommen. Insbesondere dann, wenn das Mineral in verschiedenen Farbtönen und Ausbildungen und Paragenesen vorkommt. Dazu kommt dann noch eine gewisse regionale Vollständigkeit der Fundorte, d.h. man versucht, von jedem bekannten Fundort eines Minerals mindestens ein Stück zu bekommen. Das kann ein reiner Systematiker nicht leisten, man denke allein an die tausenden Calcit- oder Quarzfundstellen in Deutschland, weltweit ganz zu schweigen.

Die Schwarzwald-Sammlung gebe ich nach und nach ab, im Moment bin ich allerdings ziemlich ausgelastet und kann kaum neue Stücke zum Tausch/Verkauf sortieren. Menzenschwand ist noch einiges da, auch Bleiminerale von Badenweiler.

Glück Auf!
Sebastian

Offline Kupperdroll

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Re: Eine Frage zur Systematiksammlung
« Antwort #6 am: 25 Jan 15, 21:33 »
Hallo und Guten Abend!

Erst dachte ich,es wird keine Antworten geben.Aber Vielen Dank für Eure Wortmeldungen.Ich würde mich aber über weitere Wortmeldungen freuen.
Ich hatte die Vorstellung,dass ein Systematiker jedes bekannte Mineral hat bzw. möchte;selber sammeln oder nur kaufen oder beides,je nachdem... Dass es doch scheinbar komplizierter ist bzw. sein kann,sich dann noch zu spezialisieren,hatte ich mir nicht vorstellen können.Fazit:Somit ist doch jeder irgendwie/irgendwo ein Systematiker!ODER?

@ bur
Zitat
Ich habe mich auf Uran und Kupfer-Mineralien eingeschossen,
  Ich habe Dir eine PM geschickt.

Offline Philip Blümner

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Re: Eine Frage zur Systematiksammlung
« Antwort #7 am: 26 Jan 15, 02:28 »
Hallo Klaus, grüß dich!
was einer als "systematisch" sieht, bleibt jedem selbst überlassen. Im Allgemeinen ist ein Systematiksammler in meinen Augen einer, der ein Exemplar jeden Minerals, das es gibt, haben will.
Aber: das kann sich auf STRUNZ oder DANA beziehen oder auf eine bestimmte Lokalität/Land/Lagerstättentyp beschränken, ein bestimmtes Element, nur als Kristall etc. etc. 
Ein ehemaliges, unvergessenes Mitglied strebte danach von jedem anerkannten Mineral eine Probe zu bekommen. Ein paar tausend hatte er schon. Ansehnlich waren die meisten aber nicht. Von irgendeinem sehr seltenen Mineral gab es fünf Proben weltweit, und eines davon hatte er.
Es stimmt - wie groß oder gut die Probe ist, hängt von Verfügbarkeit und Geldbeutel ab.

Auch ich wollte eine ganze Zeit lang alle Sulfide/Sulfosalze haben. Als ich merkte, dass es welche gab, die nicht in Kristallen vorkamen, habe ich mich da schon darauf beschränkt. Als mir bewusst wurde, dass die Stufen immer kleiner, die Qualität schlechter, dabei aber teurer wurden, ließ ich es sein.

Gruß Philip

Offline cmd.powell

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Re: Eine Frage zur Systematiksammlung
« Antwort #8 am: 03 Feb 15, 17:01 »
Hi

Aus eigener Erfahrung bin ich inzwischen eine Art "Ex-Systematiksammler", was jedoch nicht heißen soll, das ich nicht daran interessiert bin, möglichst viele verschiedene Mineralspecies zusammen zutragen. Das Problem, welches sich im Laufe der Jahre jedoch einstellte ist, das es immer schwieriger wird, an ansehnliche Proben zu akzeptablen Preisen zu kommen: Anfangs ist es noch leicht, an ansehnliche Systematikmineral zu kommen, Quarz, Calcit, Fluorit, Cerussit, Malachit etc., die gibt es alle in gut und hübsch und für großes oder kleines Geld. Aber wenn man die üblichen Verdächtigen zusammen hat und der Zähler der verschiedenen Minerale in den vierstelligen Bereich kommt, wird es langsam schwieriger. Irgendwann kommt man in den Bereich, wo man für kleine braune Krümel in Tablettengelatinekapseln hunderte von Euros bezahlen soll. Ok, wem das noch gefällt und wer das Spielchen mitmacht - jedem sein Himmelreich. Nur für mich hört es schon etwas früher auf und bei sowas klinke ich mich völlig aus. Eine optimale Mineralstufe gut ausgebildete, erkennbare Kristalle besitzen, Derbes oder Geschliffenes kommt mir nicht in die Sammlung. Leider bin ich nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren worden, daher sind in den letzten Jahren meine einzigen Neuzugänge ausschließlich Eigenfunde gewesen (waren natürlich entsprechend wenige).
Ich kann nur Philips Beobachtung bestätigen, das die angebotenen Stüfchen immer kleiner und qualitativ schlechter werden, die Preise aber extrem gestiegen sind; kurz, es macht keinen Spass mehr. Nebenbei konnte ich wiederhohlt feststellen, das nicht immer drin ist, was drauf steht (gut wenn man Zugang zu EDX, XRD etc. hat), das macht natürlich misstrauisch und schreckt ab (daher auch die Beschränkung auf gut ausgebildete Kristalle, die lassen sich noch am leichtesten der gewünschten Mineralart zuordnen).

Offline raritätenjäger

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Re: Eine Frage zur Systematiksammlung
« Antwort #9 am: 04 Feb 15, 13:02 »
Hallo,

pflichte Markus bei. Ich habe mich in meiner Systematik auf Deutschland begrenzt. Da war zunächst mal das Ziel, möglichst viele der in Deutschland vorkommenden Arten (derzeit nicht ganz 1.900) zusammenzutragen. Daneben habe ich noch Systematiken einzelner größerer Fundorte angelegt (Schneeberg, Hagendorf etc. pp.).

In der Tat wird´s irgendwann knifflig. Die Stücke nehmen mehr und mehr Staubkorngröße an und man muss hie und da schon eine Menge Vertrauen aufbringen, wenn man dergleichen in die Sammlung aufnimmt. Und es stellt sich die Frage, ob der Betrag für eine 2 mm Probe nicht in einem Vitrinen-Handstück besser angelegt ist.

Ich bin von der Systematik mittlerweile abgekommen. Was ich aufnehme, nur noch im Tausch. Allerdings finde ich auch kaum noch etwas fehlendes. Denn mit der Beschränkung Deutschland wird´s mit dem vierstelligen Bereich dann noch ein Quäntchen schwieriger. Ich persönlich habe gemerkt, dass mich kleine Belegproben nicht so zufrieden machen wie ein gut ausgebildetes Handstück. Und spätestens da sollte man es lassen. Aufgeben werde ich die Systematiksparte an sich nicht, sie bleibt dann eben als Unterbau bestehen. Und wenn in Deutschland neue Minerale gefunden werden, kommt man meist auch noch zu vernünftigen Konditionen an das ein oder andere heran.

Gruß
Andreas