Hi
Aus eigener Erfahrung bin ich inzwischen eine Art "Ex-Systematiksammler", was jedoch nicht heißen soll, das ich nicht daran interessiert bin, möglichst viele verschiedene Mineralspecies zusammen zutragen. Das Problem, welches sich im Laufe der Jahre jedoch einstellte ist, das es immer schwieriger wird, an ansehnliche Proben zu akzeptablen Preisen zu kommen: Anfangs ist es noch leicht, an ansehnliche Systematikmineral zu kommen, Quarz, Calcit, Fluorit, Cerussit, Malachit etc., die gibt es alle in gut und hübsch und für großes oder kleines Geld. Aber wenn man die üblichen Verdächtigen zusammen hat und der Zähler der verschiedenen Minerale in den vierstelligen Bereich kommt, wird es langsam schwieriger. Irgendwann kommt man in den Bereich, wo man für kleine braune Krümel in Tablettengelatinekapseln hunderte von Euros bezahlen soll. Ok, wem das noch gefällt und wer das Spielchen mitmacht - jedem sein Himmelreich. Nur für mich hört es schon etwas früher auf und bei sowas klinke ich mich völlig aus. Eine optimale Mineralstufe gut ausgebildete, erkennbare Kristalle besitzen, Derbes oder Geschliffenes kommt mir nicht in die Sammlung. Leider bin ich nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren worden, daher sind in den letzten Jahren meine einzigen Neuzugänge ausschließlich Eigenfunde gewesen (waren natürlich entsprechend wenige).
Ich kann nur Philips Beobachtung bestätigen, das die angebotenen Stüfchen immer kleiner und qualitativ schlechter werden, die Preise aber extrem gestiegen sind; kurz, es macht keinen Spass mehr. Nebenbei konnte ich wiederhohlt feststellen, das nicht immer drin ist, was drauf steht (gut wenn man Zugang zu EDX, XRD etc. hat), das macht natürlich misstrauisch und schreckt ab (daher auch die Beschränkung auf gut ausgebildete Kristalle, die lassen sich noch am leichtesten der gewünschten Mineralart zuordnen).