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Uranglimmer eingeatmet - was nun?

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altes-gebirge:
Hallo Markus,

Bitte beide Seiten betrachten. Du schriebst:

"Da es aber allem Anschein nach "staubig" erschien, reinigte ich es mit einem harten Pinsel bevor ich es unter dem Stereomikroskop betrachtete."

Vllt. hat das "staubig" Aussehen Deinen Bekannten auch getäuscht und er hat den Uranglimmer nicht gesehen/übersehen bzw. kennt sich mit der Paragenese des FO nicht aus und hat deshalb nicht bedacht, das es sein könnte.....

Die Reinigung mit einem harten Pinsel halte ich für ziemlich "grobmotorisch" bei einem Stüfchen, das "staubig" erscheint.

Wasser mit etwas Spüli, schön geschwenkt, ab unters Bino und Du hättest weniger Panik.

Ich bin weder Sammler, noch Verkäufer/Käufer von U-Mins, aber die sorgsame Umgangspflicht obliegt BEIDEN Teilen.

Marcus

Markus Fuchs:
Hallo Marcus,

du hast natürlich Recht. Ich werde deinen Rat beherzigen, was das Reinigen von Staub betrifft.

Viele Grüße
Markus

Markus Fuchs:
Hallo zusammen,

wie versprochen ein kurzes update der Informationen, die ich bisher zusammentragen konnte.

Der Lungenfacharzt hat wie bereits erwähnt seine Kontakte zu Experten verwendet, um hier weiter Sicherheit in die Abschätzung der konkreten Gefährdung zu erhalten.

Nun liegt eine Aussage des führenden Toxikologen Deutschlands der Klinik rechts der Isar München vor.

Er schätzt die konkrete Gefährdung als gering bis sehr gering ein. Besonders beruhigend ist die Aussage, dass nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand Uran nicht im Körper kumuliert (angehäuft) wird, sondern nach seiner Aussage verhältnismäßig rasch wieder aus dem Körper entfernt wird. Außerdem gab er zu bedenken, dass in der Natur ja nur ein geringer Anteil des Urans als radioaktives Isotop (seiner Schätzung nach 3%) vorliegen dürfte, bei dem überwiegenden Rest handelt es sich um stabile Isotope. Außerdem verwies er auf die nicht zu unterschätzende Selbstheilungsfunktion des Körpers, der tagtäglich Reparaturen auf Zellebene vornimmt.

Derzeit warte ich noch auf eine Aussage der Arbeitsschutzmediziner, die konkrete Daten aus der Region (Studien über Mittel- und Langzeitfolgen der Bergleute aus der DDR) verfügen. Diese wollen sich im Laufe der kommenden Woche genauer äußern. Es ist aber auch hier mit einer relativen Entwarnung zu rechnen. Ich werde auch darüber berichten.

Falls euch mal das gleiche passieren sollte, hier noch einige Tipps (Lungenfacharzt, befreundete Internisten, ...):

1) Keine Panik (hatte ich, dann passiert aber allenfalls nochmehr Unheil durch falsche überhastete Reaktionen, wie bei mir)

2) möglichst wenig Staub aufwirbeln.

3) mit nassen Tüchern alles sorgfältig abwischen. Tücher wegwerfen.

4) gründliches Zuglüften

5) gründliches Händewaschen, Kleidung wechseln (Ausklopfen im Freien und Waschen), am besten Duschen

6) Da die Schleimhäute des Nasen- und Rachenraumes einen Großteil des Staubes abfangen werden empfiehlt es sich zu gurgeln und die Nase vorsichtig zu spülen (bei letzterer zuerst den unteren Bereich, dann auch weiter oben)

7) Viel Trinken (die Lunge produziert jeden Tag bis zu 60ml Schleim, der den Abtransport von Fremdkörpern wie Staub ermöglicht. Dieser Schleim geht dann über den Vertrauungstrakt wieder zurück zur Natur)

8) Wer seinem Darm dann noch beim Abtransport helfen will, der sollte ballaststoffreiche Kost zu sich nehmen. Auch eine vitaminreiche Ernährung kann helfen, dem Imunsystem bei der Bewältigung der bevorstehenden Arbeit zu unterstützen)

9) Der Gang zu einem Spezialisten kann helfen, um weitere Sicherheit zu gewinnen (Differentialblutbild und Röntgenbild der Lunge als Vergleichsbild für spätere Untersuchungen)

So viel für jetzt. Langsam habe ich wieder Hoffnung, dass ich nur mit einem zugegeben gehörigen Schrecken aus der Sache rauskommen werde, zumal ich wenn überhaupt nur mit sehr geringen Mengen zu tun bekommen habe.

Viele Grüße
Markus

Alcest:
Hallo,

es gibt keine stabilen Isotope vom Uran. 100% sind radioaktiv.

Zudem geht vom Uran selbst wohl das geringste Übel aus - die wesentlich kurzlebigeren Tochternuklide (Radon, Polonium etc.) sind da problematischer.

Es wäre mir zudem neu, dass der Körper von selbst derartiges Material restlos aus der Lunge  entfernt. Phänomene wie die Schneeberger Krankheit hätten doch sonst keine derartigen Probleme verursacht.

Ich teile aber die allgemeine Einschätzung, dass gesundheitliche (nicht-psychosomatische) Auswirkungen nicht zu erwarten sind.


Gruß
Jan

cmd.powell:
@Alcest

Die Lunge ist sehr wohl in der Lage, Fremdkörper zu entfernen, siehe Punkt 7 meines Namensvetters. Ansonsten würden wir alle innerhalb weniger Jahre an Staublunge sterben. Das Problem mit den chronischen Lungenerkrankungen ist, das die Menge an Fremdkörpern, welche in die Lunge gelangen größer ist als die Menge, die ausgetragen werden. Daher kommt es zur Anreicherung und somit zu den Krankheitssymptomen. Diesbezüglich muss sich Markus auch keinen Kopf um evtl. Langzeitwirkungen durch den evtl. eingeatmeten Uranglimmerstaub machen. Bei seltenen oder einmaligen Ereignissen besteht kaum Gefahr, kritisch ist nur eine dauerhafte Exposition.

Nichts desto trotz hast Du natürlich recht, es gibt keine stabilen Uranisotope, das sollte ein führender Toxikologe nach meiner Meinung wissen...

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