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Für den Erhalt des privaten Sammelns! - Faktensammlung
Soenke:
Hallo Matze, hallo Peter,
ich teile Eure Skepsis gegenüber dem Gesetz. Ob es uns treffen soll oder nicht, weiß ich nicht. Im Fokus standen wir sicherlich nicht, allerdings sind die Begriffsdefinitionen was "Kulturgut" ist so weit gehalten, dass in jedem Fall jede zusammenhängende in irgendeiner Weise systematische Sammlung als Kulturgut gilt. Das bedeutet, sie ist nur mit Provenienznachweisen problemlos verkäuflich. Hier ist dann der Punkt: woher solche Nachweise nehmen? Für archäologische Objekte werden Ausfuhrgenehmigungen meist nicht erteilt, weil die Staaten keine Ausfuhr wollen, okay. Für paläontologische, mineralogische Objekte gibt es oft gar keine Regelungen, aber eben dennoch keine Ausfuhrgenehmigungen, wie also die Provenienz nachweisen?
Matze: das Hintergrundpapier auf dass das Ministerium gern verweist hat eine Gegenreaktion ausgelöst: http://www.steinkern.de/news-updates/1139-gegenpapier-ksg.html . Ich wäre Dir dankbar, wenn Du Deinem MdB dieses Gegenpapier sendest und deutlich machst: wir sind dem Wortlaut nach eben doch explizit betroffen als Fossiliensammler. Jede Sammlung ist leicht als Kulturgut zu qualifizieren, bei jedem Einzelstück handelt es sich zumindest potentiell um Kulturgut - Gerichte müssten prüfen ob es "paläontologischen Wert" hat oder "wissenschaftlichen Wert". Das kann man im Zweifel - wenn man es will - immer begründen, solange es keine gefestigte Rechtsprechung zum Thema gibt. Und das wird wohl einige Jahre dauern und ggf. "Opfer fordern".
Wir versuchen noch in Gesprächen mit Parlamentarierern des Kulturausschusses Änderungen zu erreichen. Dazu hilft weiterhin eine breite Sensibilisierung regionaler Abgeordneter, die Ihr z.B. bitten könnt, Euer Feedback auch an die Mitglieder des Kulturausschusses aus ihren jeweiligen Parteien weiterzugeben.
Natürlich ist es möglich, dass das Gesetz am Ende zwar auf dem Papier steht, aber mangels Personal nur schwach umgesetzt / angewandt wird, also auf "Leuchtturm-Fälle" wie die Himmelsscheibe von Nebra, die immer wieder argumentativ genannt wird. Den meisten wird wohl das Damokles-Schwert reichen, dass sie ihre Aktivitäten zurückfahren oder weniger sichtbar machen. Eine Verarmung der Kulturlandschaft wäre die logische Folge. Klassisches Eigentor, aber so ist das, wenn man die Betroffenen - und das sind in dem Fall die Geowissenschaften insgesamt - nicht ernstnimmt.
Viele Grüße
Sönke
Soenke:
Hallo zusammen,
hier noch ein Podcast einer Diskussion zum Kulturgutschutzgesetz, in der Auktionator Markus Eisenbeis einige auch für uns wesentliche Punkte angesprochen hat, über die aber dann anschließend kaum diskutiert wurde. Kernthema war wieder die nicht ganz so relevante aber durchaus auch spannende Frage, was ist national wertvoll?
http://www1.wdr.de/radio/podcasts/wdr3/forum196.html
Gruß
Sönke
chertbreaker:
Meiner Meinung nach deutet sich hier schon gesetzlich etwas an, was sich schon seit langem schemenhaft andeutet. Die Staaten landauf und landab in der EU sind hoch verschuldet. Fast jeder Staat bedient sich dann aus den Privatschatullen seiner Bürger.
>Schalck Golodkowsky , Hermann Göring um nur zwei deutsche bekannte Vertreter zu nennen, die zum Kulturgutschutz private Sammler enteigneten.
Vor dem Hintergrund der Deutschen Geschichte ist dieses Gesetz eine Bankrotterklärung der Politik.
Auch wenn es Mineraliensammler wahrscheinlich nicht betreffen wird, weil sich damit nur bedingt und bei entsprechender Wertigkeit Reibach machen lässt, für die allgemeine Freiheit in unserem Staat ist das deutlicher Minuspunkt. Was ist mit Erbstücken? Wenn ich ein besonderes Stück erbe reicht die Auskunft "Habe ich von meinem Großvater" wohl kaum als Herkunftsnachweis aus. Ein Grund zur Beschlagnahme nach diesem Gesetz. Ich finde es reicht.
dorypterus:
Hallo Freunde,
ich habe, wie viele von euch auch schon lange erkannt, das es nur um Beruhigung der Bürger geht um etwas durchzudrücken was dem Sammler und dem Bürger massiven Schaden zufügen wird.
Ich habe die Unterlagen heruntergeladen und zu einem persönlichen Gespräch, werde ich meinem MdB das Papier überreichen, sodas er nicht sagen kann " ich habe von nix gewusst".
Am 21.03.2016 werde ich es überreichen, damit ist noch genug Zeit für ihn zu reagieren bevor ein Beschluss gefasst wird.
Ich würde mich sehr freuen wenn noch mehr Sammler ihrer Bürgerpflicht nachkommen und ihren Bundestagsabgeordneten Druck machen um unser Hobby nicht kriminalisieren zu lassen, von Leuten die gewählt wurden um für uns und nicht gegen uns zu arbeiten.
Macht es bitte allen Politikern klar, das wir uns nicht unterkriegen und bevormunden lassen.
Unser Hobby ist viel zu schön und wichtig, als es verbieten zu lassen.
Glück Auf
Matze
cmd.powell:
Moin
Hat es überhaupt noch einen Sinn? Neulich lief in der Tagesschau ein Bericht zu dem Thema "Neuregelung des Kulturgütergesetzes", den ich leider nur zwischen Tür und Angel verfolgen konnte. Aber soviel habe ich mitbekommen: Zunächst wurden höchst medienwirksam Bilder des IS gezeigt, wie er archäologische Kulturgüter plündert und zerstört (mit den typischen Männern mit Masken und Sturmgewehren), dann die bösen Hehler, die diese an raffgierige Sammler verschachern (natürlich nur gestellte Aufnahmen) und danach ein breiter und schon fast heroischer Beitrag von Frau Grütters, was sie doch tolles vollbracht hat. Zum Schluss dann ein paar Worte der Kritiker, die schon fast weltfremd und verschroben dargestellt wurden, natürlich nur Kunstsammler, von den Folgen für z.B. die Naturwissenschaften kein Wort.
Hallo? Worüber reden wir hier eigentlich noch, wenn in Fernsehsendungen, die Millionen sehen, das Gesetz als das Allheilmittel gegen den gesamten illegalen Kunsthandel dargestellt wird (warum nicht gleich auch noch gegen Krebs und den Welthunger :P ) und Kritiker als "ewige Schwarzseher" dargestellt werden? So bekommt man für ernsthafte und legitime rechtsstaatliche Bedenken keine Mehrheit, wenn nur die intellektuelle Minderheit (ich sehe Intellektuelle in diesem Land grundsätzlich nur noch als Minderheit an) über entsprechende, an Intellektuelle gerichtete Medien konkrete Informationen erhält, während das "breite" Volk mit Schönfärberei eingeseift wird.
Glücklicherweise ist unser Staat praktisch genauso Pleite, wie unsere Politiker unfähig sind, so das in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit schlicht das Personal fehlen wird, um dieses "Gesetz" flächenwirkend anwenden zu können. Man beachte die Ironie in der Sache...
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