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Bildausschnitt bei Mikrofotos?

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Nathan:
Hallo Markus,
ich würde sagen, ein Mikroskop ist für jeden ernsthaften Mineraliensammler (außer die HS Sammler  ;) ) Pflicht.
Ich benutze ein Bresser researcher ICD Stereo Mikroskop. Zum Untersuchen und anschauen von Stücken ist es absolut geeignet. Der Abstand zwischen Stück und Objektiv ist zwar etwas klein, aber es geht. Zum Fotografieren würde ich es nicht empfehlen. Dafür sind schon Mikroskope >1000€ nötig, um befriedigende Ergebnisse zu erzielen.
Gruß
Philipp

etalon:
Hallo Philipp,

hmm, genau da liegt für mich der Hase im Pfeffer. Was bringt mir eine Mineraliensammlung in einer Vitrine, deren Stücke ich nur mit einem Mikroskop betrachten kann? Den Blick durch ein Mikroskop kann man leider schlecht mit Anderen (auch Mineralientechnisch Unbefangenen) teilen, da immer ein großer Aufwand und Übung nötig ist, um die entsprechenden Eindrücke zu erhalten. Die Mineraliensammlung im Wohnzimmer, an der sich auch Andere erfreuen können, bedingt aus meiner Sicht die Sammlung von HS. Bei diesen kann man aber auch bestimmt in kleinsten Maßstäben tolle neue Entdeckungen auf fotografischem Wege machen. Ich habe mir bei der Betrachtung von den vielen tollen Bildern mit Maßstäben zwischen 1-5mm schon öfters gedacht, dass es in dieser Größe relativ einfach ist, perfekte Kristalle zu finden. Ein perfekter Kristall, welchen man auch mit bloßem Auge sehen kann, ist da schon seltener. Daher versuche ich trotz meines Interesses an der Makro- und Mikrofotografie immer auch den ästhetischen Eindruck mit bloßem Auge nicht aus selbigem zu verlieren und richte auch den Erwerb meiner Mineralien nach diesem Gesichtspunkt aus. Daher hatte ich an eine Anschaffung eines Stemis nicht gedacht...

Ich finde durchaus, dass die erzielten Ergebnisse von Anderen mit dem mir vorschwebenden Aufbau durchaus sehr gut sind, auch wenn kein >1000€ Mikroskop dahinter steckt (wobei die Summe der Einzelteile diesen Betrag durchaus übersteigen werden)...

Grüße Markus

Nathan:
Die Fotoausrüstung vieler besteht aus diversen Objektiven etc., wodurch sich mMn bessere Ergebnisse erzielen lassen. Beim Sammeln von ästhetischen HS kommt man leider schnell an die Grenzen des Platzes und des Geldbeutels. Ich bin deshalb auf KS umgestiegen, da diese meist auch ohne Mikroskop zu betrachten sind, gute xx aufweisen, recht preiswert sind und relativ platzsparend sind.
Gruß
Philipp

etalon:
Hallo Philipp,

ja, da stimme ich Dir zu. Ab wann spricht man denn von HS und ab wann von KS? Letzten Endes wird mir wohl nur das Aufsuchen geeigneter Kristalle durch die Kamera bleiben, wenn ich nicht noch ein extra Mikroskop anschaffen will.

Macht das sonst auch noch jemand, oder ist das eher ambitioniert?

Grüße Markus

UlrichW:

--- Zitat von: etalon am 22 Nov 15, 14:07 ---Hallo zusammen,

besten Dank für die Antworten. Heißt das, man kommt um die Anschaffung eines Mikroskops nicht herum? Was benutzt ihr für Mikroskope? Ich habe schon einige Aufbauten gesehen, wo zwar mit Mikroskopobjektiven aber ohne Mikroskop fotografiert wurde. Solch ein Setup (mit Mitutoyo Plan Apos) schwebt mir auch vor. Suche ich dann geeignete Ziele und Bildausschnitte durch die Kamera, oder muss ich mir noch ein Stemi anschaffen (hatte ich eigentlich nicht vor)? Danke.

Gruß Markus

--- Ende Zitat ---

Hallo Markus,

deinen Elan in allen Ehren, aber Du schießt mit deiner Vorstellung ganz erheblich über das Ziel hinaus!!! Also mal ganz von Anfang an:


--- Zitat ---Heißt das, man kommt um die Anschaffung eines Mikroskops nicht herum?
--- Ende Zitat ---

Genau das heist das! Wie willst Du entscheiden was Du fotografieren möchtest, wenn Du es nicht siehst? Und Zweitens, hat ein Stereomikroskop noch niemandem Geschadet. Denke nur einmal daran was Du alles auf deinen Handstufen finden und sehen wirst? Ein Bino, so heißen die Dinger Umgangssprachlich, bringt dich weiter.


--- Zitat ---oder muss ich mir noch ein Stemi anschaffen
--- Ende Zitat ---

Naja, ein Stemi muss es nicht gerade sein, eine Leica, Wild, Olympus oder Nikon tut es auch...sorry das war ein Scherz. NEIN, es muß kein Stemi sein, es gibt auch andere gut zu gebrauchende Stereomikroskope die in einer weit darunter liegenden Preisklasse spielen aber trotzdem die ersten 10-15 Jahre durchaus viel Freude bereiten. Allerdings, Binokulare, Abkürzung Bino, sind eine Anschaffung fürs Leben, also je besser man sich ausstattet, detso mehr hat man davon...wenn man es denn bezahlen kann. Ich habe zwei Jahrzehnte mit einem Euromex gearbeitet, und bin heute bei einem preiswerten Modell von Leica gelandet, so eines ohne Zoom. Trotzdem möchte ich die damals schwere Anschaffung wegen des happigen Preises nicht missen. Ich bin allerdings auch Micromounter. Für dich würde ich ein preiswertes Modell empfehlen, welches bedarf einer ausführlichen Beratung und man muss selber einmal durchschauen. Schlecht sind die heutigen chinesischen Modelle (Motik etc.) nicht.


--- Zitat --- wo zwar mit Mikroskopobjektiven aber ohne Mikroskop fotografiert wurde. Solch ein Setup (mit Mitutoyo Plan Apos) schwebt mir auch vor
--- Ende Zitat ---

Du bist Dir schon bewusst, das alleine das Mitutoyo dir beim Bezahlen Haarausfall beschert? Das Teil koset locker 800-1200 Euro, wenn man es günstig bekommt. Aber mal abgesehen vom Preis, mit dieses Mikroskop-Objektiven knipst man nicht einfach ein Bild, sondern da ist aufwendige Technik notwendig, Diese Objektive haben eine Tiefenschärfe von wenigen hunderstel Millimetern bis max 1/10 mm. Um Bilder zu machen macht man Mehrebenenfotografie, also man nimmt dutzende Bilder mit einem geringstfügig veränderten Fokus auf und stackt diese dann zu dem fertigen Bild mit einer sozusagen aufaddierten Tiefenschärfe...ich weis, das heist Schärfentiefe, aber ich bin manchmal so altertümlich...
Die dazu notwendige Technik kostet dich zusammen mal locker 2000, und das ist erst der Anfang, denn wenn Du nicht weist was Du knipsen willst, weil Du es nicht siehst bzw. gesehen hast, nutzt Dir das alles nichts.

Also, komm mal auf den Boden und fange an das Handwerk von der Pieke auf zu lernen.

Punkt 1: Fotografiere deine Handstufen doch mit einfachen Fotoequipment. Das ist schwerer als man denkt, und bist Du den Bogen raus hast, sind mal locker 500 Rappen investiert...für Objektive, Beleuchtung, Mechanik usw.
Ich habe kurz nachdem ich das geschrieben habe gesehen das Du das schon machst. Sorry! Abert trotzdem, da ist bei der Schärfe und Bildausleuchtung noch viel Luft nach oben. Bleib dabei, da machst Du gute Schritte! Deine Bilder sind nämlich gar nicht so schlecht.

Punkt 2: Wenn es Dir wirklich um die kleinen Dinge auf deinen Stufen geht, also auch um das Erkennen von Details, Kristallformen, weiteren Begleitmineralien etc. Dann investiere in ein gutes Binokular.

Punkt 3: Wenn Du aber unbedingt losknipsen willst, dann lese dich im Fotoforum ein. U.A. findest Du da einen Bericht von mir, worin ich beschreibe wie man mit überschaubaren Mitteln Kristalle im Millimeterbereich abbilden kann (Bildbreite etwa 3mm, im Crop um 1mm). Vereinfacht gesagt: Digitalkamera->Balgengerät->50mm-Objektiv in Retro-Stellung + Hebemechanik
Letzteres, die Hebemechanik ist der am schwierigsten zu beschaffende Teil, aber lies meinen Bericht, dann wirst Du verstehen was ich hier sabbel. Und vergiß die Mitutoyos oder Laminare. Damit kann man fotografieren, aber sie sind kein Garant für Bildqualität. Denn für diese Objektive braucht man Erfahrung, und davon reichlich! Oder anders ausgedrückt: Es gibt Spezialisten die beherrschen die Technik, aber speziell bei Mindat.org sieht man Reihenweise Bilder die mit teuerstem Equipment gemacht wurden, deren Qualität aber mehr als zu wünschen übrig lässt.


Ich wünsche Dir eine weise Entscheidung und weiterhin viel Spaß mit den Glitzerchen
Ulrich

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